Seraphim-1

Inhalt:

Flügelschlag des Todes
Nürnberg im Jahre des Herrn 1491. Die junge Witwe Katharina Jacob arbeitet als Heilerin und schwebt in der Gefahr, als Hexe denunziert zu werden. Doch plötzlich sind all ihr Wissen und Können gefragt: In den unterirdischen Gängen der Stadt hinterlässt ein Mörder entstellte Leichen, denen Engelsflügel aus den Schultern wachsen. Zu spät begreift sie, dass nur sie das Geheimnis des Engelmörders lüften kann.

Rezension:

Seraphim von Kathrin Lange ist ja nun auch schon ein etwas älteres Buch, aber was soll ich zu meiner Schande nun sagen, mir sagte weder der Name des Buches etwas, noch die Autorin. Und was soll ich euch sagen, es war ein Fehler den ich zutiefst bereue.

Die Reise ging wieder einmal nach Nürnberg, und ich muss ja sagen diese Stadt fasziniert einen immer wieder. Frau Lange nimmt ihre Leser an die Hand und führt sie in eine Zeit, wo zu viel Wissen für eine Frau auch schnell zum Tode geführt hat. Man wurde schnell als Hexe denunziert und wenn man dazu noch Witwe war, kann ich mir vorstellen, dass dies noch weniger schwieriger war.

Katharina Jacob findet also in den Felsengängen, die sich vom Lochgefängnis beim Nürnberger Rathaus aus erreichen lassen, ihren Halbbruder mit Schwanenflügeln am Rücken tot auf. Das Ganze hat dann wohl so ausgesehen wie wenn ein Engel verstorben wäre.

Und da waren sie dann wieder meine Probleme. Ich musste mich also erst einmal über bestimmte Dinge informieren. Da waren zum einen die Schwanenflügel, ich wusste ja dass diese eine sehr große Spannweite haben, aber die 2,40 Meter haben mich dann doch einmal mehr erstaunt.

Noch mehr erstaunt hat mich das Nachschlagen der Felsengänge von Nürnberg, welche ab ca. 1380 schon erbaut wurden und in den Felsen unter der Altstadt eingeschlagen wurden. Die Gänge die zur Wassergewinnung genutzt wurden, wurden auch noch Lochwasserleitung genannt, weil diese bei dem Lochgefängnis endeten.

Mein Entschluss steht seit dem Buch fest, ich werde noch einmal nach Nürnberg fahren. Ich war zwar als Kind schon mal im Rathaus von Nürnberg, aber leider nicht im Lochgefängnis, dies fanden meine Eltern damals nicht interessant oder zu grausam für mich. Genaues kann ich dazu nun nicht sagen, vielleicht kann ich mich auch nicht mehr daran erinnern.

Alles in allem erfährt man so oder so sehr viel über die damalige Zeit ohne dass man es eigentlich merkt und ohne das es jemals langweilig wird. Frau Lange schafft es, einen sehr interessanten Bogen zu spannen. Ohne zu übertreiben, gut es sind ein paar Dinge dabei, die auch ins Reich der Fiktion gehören. Und die, wie sie selbst sagt, zur damaligen Zeit nicht unbedingt möglich waren. Aber man nimmt es in dem ganzen Zusammenhang einfach mit und akzeptiert es. Es sind einfach 473 Seiten feinster historischer Unterhaltung mit einigen Fakten, die man nicht immer so vor Augen hat. Aber auch einem durchweg interessanten Plot, den man einfach verschlingen muss, wenn man ihn einmal angefangen hat.

Frau Lange schafft es eine Atmosphäre zu schaffen, die einen einerseits frösteln lässt, andererseits aber einen auch süchtig auf mehr macht.  Ich kann euch nur eines sagen, lest dieses Buch und lasst euch einfach einmal überraschen und stellt euch ruhig einmal vor, wie es ist wenn einem Toten am Rücken 2,40 Meter Flügel herauswachsen, es hat doch etwas Engelgleiches und man versteht auch, warum dieses Buch nur der erste Teil der Engelmörder Trilogie ist. Ich würde mich zu 100% freuen, wenn Ihr dieses Buch oder der Trilogie Aufmerksamkeit schenkt.

Verlag: Aufbau Taschenbuch

ISBN: 978-3746624563

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Ein Kommentar

  1. Hallo, Markus,

    vielen Dank für diese Rezension zu “Seraphim” – und die Anfrage zu einem Interview. Wie wäre es, wenn wir dies gemeinsam im Lochgefängnis in Nürnberg führen würden? ;-)

    Katharina Jacob und Richard Sterner erleben übrigens noch zwei weitere “biblische” Fälle: In “Cherubim” geht es um jene Engel, die als die “Vieläugigen” gelten. Ein Täter ermordet Menschen und hinterlässt sie mit ausgestochenen Augen: Und Gottes Augen wurden blind … Und in “Madonna” schließlich wird Richard Sterner blutverschmiert und ohne Gedächtnis neben einer Leiche gefunden: Wie Lämmer will ich sie hinabführen zur Schlachtbank …
    Ich hoffe, diese beiden Fälle erwecken das mittelalterliche Nürnberg zu ähnlichem Leben wie der erste Teil der Trilogie. Wer mehr darüber erfahren will, kann es unter http://www.kathrin-lange.de/cherubim/ bzw. http://www.kathrin-lange.de/madonna/

    Viele herzliche Grüße an alle meine Leserinnen und Leser!
    Kathrin Lange

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