[Rezension] Im Wahn – Brinkbäumer, Klaus / Lamby, Stephan

Inhalt:

DIE AMERIKANISCHE KATASTROPHE

Nach vier Jahren einer fatalen Präsidentschaft sind die USA eine wütende, nur noch im Hass vereinte Nation – und erleben in der gegenwärtigen Weltkrise eine multiple Katastrophe. Der ehemalige Chefredakteur des SPIEGEL Klaus Brinkbäumer und der preisgekrönte Dokumentarfilmer Stephan Lamby berichten von den zahlreichen Fronten. Ihr Buch ist eine investigative Reportage über ein zerfallendes Land, das seinen Kompass und seine Wahrheiten verloren hat.

Die amerikanische Demokratie galt einstmals als unzerstörbar. Sie hat die Sklaverei und den Bürgerkrieg überlebt, den Vietnamkrieg, die Kuba-Krise und Watergate. Heute befinden sich die Vereinigten Staaten mitten in einem neuen Bürgerkrieg, der mit den Waffen der Mediengesellschaft ausgetragen wird. Auf Jahre hinweg scheint die Lage ausweglos, weil die unterschiedlichen politischen Lager ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen haben. Die Kombattanten sind das Weiße Haus, Fox News, rechte Trolle und ultrakonservative Radiomoderatoren auf der einen, CNN, New York Times, Washington Post und progressive Blogger auf der anderen Seite. Apokalyptische Szenarien, wahnhafte Verdrehungen und permanente Attacken gegen den Feind bestimmen den politischen Alltag.

Die beiden Spitzenjournalisten Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby begannen im Juni 2019 mit ihren Recherchen, als Donald Trump seine Kampagne für die Wiederwahl eröffnete. Sie waren beim Vorwahlkampf der Demokraten dabei und beim Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump. Immer wieder recherchierten Brinkbäumer und Lamby im Weißen Haus und trafen die Stars der amerikanischen Medienwelt von heute. Sie spürten zudem auf, wie sich die USA seit Jahrzehnten von ihren eigenen Idealen entfernten, und warum aus der ehemals so angesehenen Nation ein Land wurde, das so viele Feinde hat. Von Januar 2020 an verfolgten sie die Ausbreitung des Corona-Virus in den USA und wurden schließlich Zeugen, wie der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz eine landesweite Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt auslöste. Ihr Buch ist das Zeugnis einer gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Katastrophe, einer Glaubwürdigkeitskrise von Medien und Politik – und das alles unter einem Präsidenten, der ums politische Überleben kämpft und zu allem bereit ist.    

Rezension:

Ich liebe ja Herausforderung und irgendwie will ich immer mehr über Donald Trump wissen. Dieses Buch hat mich wirklich herausgefordert! Man bekommt einen Blick auf die letzten vier Jahre unter Trump. Und ich wollte einfach wissen, wie die Präsidentschaft von Donald Trump aus der Perspektive der Herren Brinkbäumer und Lamby war, auch wenn seit 20.01.2021 endlich Biden der Präsident der USA ist.

In den letzten Wochen der Präsidentschaft sind ja einige Dinge passiert, die man so nie erwartet hätte. Im Endeffekt ist es allerdings schon so, dass es wirklich die logische Folge des ganzen war, wenn man die letzten Jahre betrachtet.

Teilweise besticht das Buch mit steilen Thesen wie z.B., dass Putin, Trump und die IS miteinander fast schon gleichgesetzt, oder zumindest verglichen werden. Sie werden in einem Atemzug genannt.

Ich lernte in diesem Buch, wie sich die Medienlandschaft in Amerika aufteilt, dass solch ultrakonservative Radiomoderatoren im Mittelwellenbereich viel mehr Publikum erreichen, als es bei uns je möglich wäre. Dass dann auch noch Fox News, die mir noch nie sympathisch waren, doch sehr viel Macht haben und vollkommen auf der rechten Seite zu finden sind, ist auch ein spezieller Aspekt. Dazu kommen ein Präsident und eine Partei, die vollkommen am Rad drehen und sich die Welt so drehen, wie sie es gerne haben möchten und Donald Trump als Held darstellen, der alles kann. Sie sehen immer wieder die Schuld bei der anderen Seite und da sind Fake News noch die liebenswürdigsten Worte, die Trump für seine gegnerische Presse oder andere Menschen hat, die seine Meinungen nicht teilen.

Ich lernte einiges über Nixon und Watergate und Henry Kissinger. Es ist einfach spannend, wie die beiden Autoren die Zeit Nixons und Trumps vergleichen und auch nebenbei die Aufgaben der freien Presse in Amerika und in anderen demokratischen Ländern definieren.

Natürlich ist auch die Coronakrise ein Thema und wie die Regierung Trump damit umgeht, sowie die Black Lives Matters Bewegung. Es ist einfach interessant zu lesen, wie sich alle miteinander befeuern. Da gibt es das Breitbart Netzwerk, mit seinem Gesicht, Stephen Bannon, oder Sebastian Gorka, der mittlerweile als Radiomoderator arbeitet. Gegen alle Daten, die wir seit Anfang 2020 kennen, hat Donald Trump Corona als nicht existente oder leicht zu kontrollierende Krankheit bezeichnet. Er wollte alles immer ganz leicht erklären und auf seine Standartformeln beschränken, dass die anderen, wie z.B. Presse oder Ausländer, daran schuld seien. Das mit George Floyd war ihm so oder so egal, da es sich ja um einen Farbigen gehandelt hatte und dies sind ja für Trump Menschen einer niederen Klasse, zumindest lassen seine eigenen Äußerungen dies so verstehen.

Es werden alle möglichen Themen der Regierung Trump oder des Wahlkampfes beleuchtet und oft musste ich das Buch weglegen, da ich Angst um unsere Demokratie hatte. Warum ich Angst um unsere Demokratie habe? Ich sehe viele Parallelen zu unseren rechtspopulistischen Parteien und ich habe Angst, dass auch unsere Medien dem ganzen nicht gewappnet sind, denn immer mehr Medien schauen nur noch nach der Auflage, der Einschaltquoten und den Werbeeinnahmen. In Deutschland ist es gut, dass wir den Öffentlichen Rundfunk haben, denn sie beleuchten alles von verschiedenen Seiten, auch wenn dies nicht immer Perfekt ist, aber wenigstens dies haben wir, weswegen Politiker der AfD immer wieder den Öffentlichen Rundfunk abschaffen wollen.

Wie wäre es eigentlich, wenn wir uns zumindest ab und zu eine richtige Zeitung kaufen oder uns ein Abo zulegen? Dies unterstützt den Journalismus, denn nur mit Werbeeinnahmen kann man keinen guten Journalismus bezahlen und wir möchten doch auch in Deutschland nicht nur die Bild als Zeitung haben!

Dieses Buch zeigt mir einfach, dass wir um unsere Demokratie kämpfen müssen, um unsere Freiheit alles sagen zu dürfen ohne Angst zu haben, dass wir ins Gefängnis müssen. Zeigen wir auch Mitgefühl und zeigen wir Menschen, wie Trump oder anderen Populisten, die Rote Karte und genau deswegen, wegen der Demokratie, wollte ich dieses Buch lesen, um sie zu schützen. Und genau aus solchen Gründen sollten wir solche Bücher und Zeitungen kaufen, damit die Verlage die Autoren und Journalisten für ihren Mut und unsere Freiheit vernünftig bezahlen! Die Zeit der Populisten ist leider mit Donald Trumps Abwahl noch nicht beendet!

Verlag: C. H. Beck

ISBN: 978-3-406-75639-9

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