[Rezension] Schulerfolg ist lernbar – Detlef Träbert

Schulerfolg ist lernbar

Inhalt:

Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind in der Schule möglichst gute Noten erreicht. Doch was ist dafür erforderlich? Schließlich haben Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedliche Begabungen, Interessen und Fähigkeiten. In diesem Buch schildert Detlef Träbert, was Eltern für eine erfolgreiche Schullaufbahn ihrer Kinder tun können. Mit Humor und Sachverstand, Einfühlungsvermögen und fachlicher Kompetenz gibt er Antworten auf schulische Fragen aller Art. Schulerfolg ist lernbar – für Kinder, aber auch für Eltern.

Rezension:

Nun arbeite ich mit Detlef Träbert im Bereich Podcasts ja schon etwas länger zusammen, wobei ich noch nie ein Buch von ihm gelesen habe. Dies also war nun mein erster Versuch.

Ich begebe mich mal zurück in meine Schulzeit. Als erstes lernte ich etwas über Frustrationstoleranz, also wie sehr ich auch mal negative Erlebnisse verkraften kann. Kann ich einfach beantworten, ich kann verlieren. Womit ich so meine Schwierigkeiten habe, ist, wenn es zu glatt läuft und dies ist so ein Überbleibsel meiner Schulzeit, da ist nichts glatt verlaufen.

Das erste Kapitel, „für den Ernst des Lebens erziehen“, ist in verschiedene Texte unterteilt bei denen ich oft genug nur dachte, ja kenne ich. Da ist die Thematik mit dem Taschengeld, da sind Eltern, die ihrem Sohn, der noch nicht in der Pubertät richtig angekommen ist, das erste Bier zugestehen, da sind Schulkinder, die einen Trolley als Schulranzen haben und Eltern die mal eben einen Stinkefinger zeigen.

Das Thema Taschengeld ist so ein Thema, welches ich sehr oft erlebt habe. Man sitzt dann oft genug mit Klassenkameraden zusammen und vergleicht miteinander, wer wie viel Taschengeld bekommt, oder man schweigt einfach. Das mit dem Bier ist mir mal in einem Urlaub mit den Eltern in der Oberpfalz vorgekommen, als ein 11jähriger vor mir stand und ein Bier getrunken hatte.

Das mit dem Trolley sehe ich wirklich oft hier vor meiner Wohnung, wenn Kinder zur nahegelegenen Grundschule laufen und mich schmerzt es da immer wieder in meiner Wirbelsäule, wenn ich sehe wie die sich da verdrehen.

Väter die im Beisein ihrer Kinder einen Stinkefinger gezeigt haben, kennt wohl leider jeder. Ich habe dann auch schon oft erlebt, dass dies dann die gleichen Kinder irgendwann selbst machen.

Stressfreie Hausaufgaben, selbstständiges Lernen ist das nächste Kapitel, auch da wieder unterteilt in kleine Kapitel mit schönen Überschriften, die direkt einen kleinen Einblick geben. Da gibt es z.B. Gute Vorsätze zum neuen Schuljahr; „Fela mus mann machn düfn“ – Die Legasthenie oder Dyskalkulie – Verwirrung in der Welt der Zahlen.

Das mit den guten Vorsätzen kennt wohl jeder, egal ob in der Schule oder an Silvester. Immer sind es die guten Vorsätze und immer klappt es nicht so gut. Da ich gelegentlich Fehler wie ein Legastheniker mache, wurde ich ein paar Mal auf Legasthenie getestet, bis mein Deutschlehrer nach dem Sitzenbleiben das mit Büchern und einer Mischung aus Lob und Strenge unter Kontrolle gebracht hat. Er war der Meinung, dass dies psychischer Natur war. So habe ich dann immer weniger Rechtschreibfehler gemacht, nur noch dann, wenn ich Angst habe mich zu blamieren, kommt es wieder stärker heraus. Manchmal sind es nur noch Flüchtigkeitsfehler und das Komma und ich werden wohl nie richtig gute Freunde. Aber ich bin meinem damaligen Deutschlehrer so dankbar, dass kann man sich nicht vorstellen. Leider ist er mittlerweile verstorben.

Die Dyskalkulie war mir vorher echt kein Begriff. Da ich Probleme hatte mit der richtigen Zusammenstellung der Buchstaben, hatte ich damit genug zu tun. Aber irgendwie hätte ich mir und meinen Eltern so ein Buch in den 80er Jahren gewünscht. Nein, meine Eltern haben nicht alles falsch gemacht, im Gegenteil, vieles haben sie intuitiv richtig gemacht. Aber die Probleme in Deutsch oder Englisch haben schon den Familienfriedenstark gestört, wenn da noch Mathe dazu gekommen wäre, dass wäre hart geworden.

Motivation, Konzentration, ADHS ist das nächste große Thema und wieder ist es in kurze prägnante Kapitel unterteilt. Da sind z.B. Mit einem Spieleabend zum Schulerfolg; Für jede Eins einen Euro und andere.

Das mit dem Spieleabend, da beneidet mich ja meine Schwester immer etwas. Meine Schwester ist 13 Jahre Jünger als ich. Irgendwann kam sie auf mich zu und sagte, dass sie jahrelang eifersüchtig war, weil unsere Eltern mehr mit mir gespielt haben, egal ob es nun Monopoly, Risiko, Rommé oder so andere Spiele waren. Ich habe dies nie so gesehen. Mir wäre es teilweise lieber gewesen, wenn sie mich so oft durch die Gegend gefahren hätten wie meine Schwester später. Mein bester Freund war immer mein Fahrrad. Damit bin ich überall hingefahren egal bei welchem Wetter und mache das bis heute noch so.

Das mit dem Euro für jede 1 gab es schon bei mir in den 80ern. Gut, da war es die Mark, aber das Prinzip gab es schon damals und ob es geholfen hat, keine Ahnung. Wie gesagt, bei mir gab es kein Geld, dafür Zeit miteinander. Ich bin noch heute Stolz, dass mein Papa mir abends was vorgelesen hat. Das war so unsere Art der Belohnung und im Nachgang muss ich sagen, bin ich froh, dass ich mich daran noch erinnern kann. Es ist mir noch heute wichtiger diese Erinnerung zu haben, als jedes Geld.

Das letzte große Thema ist Gemeinschaftsprobleme, Angst, schlechte Noten –

und wer hilft? Herauspicken möchte ich da: Heimweh im Schullandheim; Erik wird gemobbt; Nicht versetzt – was nun?

Heimweh im Schullandheim kenne ich auch, aber nicht im Schullandheim. Da ich sehr früh zu den Pfadfindern gegangen bin, kenne ich dies von Freunden von damals. Da ist dann wirklich von einem Freund die Mutter gekommen und hat noch ein Fresspaket mitgebracht. Und nein, damit tut man dem Kind über kurz oder lang keinen Gefallen. Wie schnell so ein Päckchen dann verteilt ist, kann man sich als Elternteil eher weniger vorstellen. Ich möchte noch etwas zu dem Thema Handy sagen. Wenn der Gruppenleiter, oder im Schulfall der Lehrer, sagt, das Handy bleibt zuhause, dann bleibt es zuhause. Meine Eltern haben teilweise wochenlang nichts von mir gehört und wenn etwas passiert ist, dann werden die Eltern schon schnell informiert. Die Gruppendynamik wird durch die Kinder die ein Handy dabei haben eher gestört und je weniger man hört, desto zufriedener sind die Kinder und das Essen ist nur in den ersten Tagen schlecht. Man gewöhnt sich als Kind doch recht schnell an das, was einem vorgesetzt wird.

Das Thema Mobbing, ist leider überall anwesend und da ist es egal, ob es nun in der Schule, beim Hobby oder im Job ist. Leider ist es immer irgendwie präsent. Ich finde es gut, dass Lehrer da immer mehr darauf achten und ich folge so einigen Lehrer/innen bei den Social Media. Ich sehe oft, dass sie sich wirklich Gedanken darüber machen und auch das Umfeld dabei sensibilisieren und das in den ach so „sozialen“ Medien. Danke dafür.

Das mit dem Sitzen bleiben, habe ich ja schon mal anklingen lassen. Es ist nicht negativ, wenn man mal Sitzen bleibt. Bei mir muss ich sagen, war es positiv. Ich habe einiges gelernt und auch ein anderes Selbstwertgefühl bekommen und dies nicht, weil ich einer der ältesten war, sondern weil ich einfach die für mich besseren Lehrer und Klassenkameraden erleben durfte. Da ist der Deutschlehrer, der meine Schreibschwäche bearbeitet und dies in seiner Freizeit, da sind die Klassenkameraden die ich auch heute noch, auch wenn ich nur kurz in der Klasse war, sehr gerne habe. Sitzenbleiben ist nicht unbedingt schlecht. Es kann etwas Positives daraus wachsen, wenn man sich zusammen mit den Eltern und der neuen Klasse darauf einlässt.

Vieles in dem Buch, ist wirklich informativ. Man lernt die Sicht der meisten Lehrer kennen. Man bekommt ein Gefühl für das Kind und auch die Eltern. Detlef Träbert schreibt sehr gut und vermittelt zwischen Eltern und Kind. Er nennt immer wieder Stellen wo man Hilfe bekommt.

Einiges, was er schreibt kenne ich noch als Schüler und kann so die Fehler meiner Eltern erkennen, aber auch das Positive. Was sie zu 100% richtiggemacht haben, und er sagt es immer wieder, nehmt euch Zeit, redet miteinander, begegnet euch auf Augenhöhe.

Es sind über 270 Seiten, die gut zu lesen sind und sicherlich für viele Situationen im Schulalltag einen Tipp bieten. Ich habe ein paar rausgesucht, die mir aufgefallen sind oder die ich erlebt habe. Wenn sie etwas Hilfe brauchen, dann schauen sie sich doch mal dieses Buch an. Legen sie es sich zu. Es ist vielleicht so ein Erste-Hilfe Buch für ihr Schulkind. Vielleicht bietet es ja den ein oder andere Denkanstoß.

Verlag: Medu Verlag

ISBN: 9783963520754

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