[Rezension] Low Carb Das Gute leben. 365 Rezepte für jeden Tag

Low Carb

Klappentext:

Lecker-Leicht für jeden Tag. Das Gute leben.

Low Carb, eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten, ist längst in aller Munde, spiegelt sie doch zugleich die Lust an Genuss und ein gesteigertes Bewusstsein für Ernährung wider. Low Carb bedeutet längst nicht Verzicht, sondern die Möglichkeit seine Ernährung nachhaltig umzustellen, Gewicht zu reduzieren und sich wohler zu fühlen. Der dritte Band der Erfolgs-Reihe „Das Gute leben“ liefert dabei eine bunte Auswahl an köstlichen Rezepten, die sich perfekt in den Alltag integrieren lassen und zum Ausprobieren, Schlemmen und Genießen einladen. Guten Appetit!

  • Der dritte Band aus der Bestseller-Reihe „Das Gute Leben“ mit über 150.000 verkauften Exemplaren
  • Hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis
  • 356 einfache und raffinierte Rezeptideen für jeden Tag

Rezension:

Low Carb ist ein weiter, dehnbarer Begriff. Dabei liegt der Anteil an Kohlehydraten bei 15 – 30 % der täglichen Kalorienzufuhr, das sind im Durchschnitt max. 150 g pro Tag. Klingt eigentlich nach viel Spielraum aber, wenn man sich überlegt, dass dazu nicht nur Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot zählen, sondern auch alles an Obst und natürlich der versteckte Zucker, dann wird es schon echt eng und man muss genau schauen, was man so isst. Der Geschmack muss dabei aber wirklich nicht auf der Strecke bleiben, was die Rezepte deutlich zeigen.

Das Vorwort stellt gleich klar, dass es sich hier nicht um einen Ernährungsratgeber, sondern „nur“ um eine Rezeptsammlung handelt, die eine breite Geschmacksvielfalt abdecken will. Das ist gut, aber bringt mich direkt zur größten Schwachstelle des Buches. Wenn ich mich mit dem Thema Low Carb auseinandersetze, möchte ich auch wissen wie viele Kohlenhydrate ich nun zu mir genommen habe. Optimaler Weise findet sich eine Nährwertangabe am Ende eines Rezepts. Dies fehlt hier leider völlig. Es bleibt also der Aufwand, jedes Rezept selber nachzurechnen. Natürlich dürfte jedem klar sein, dass ein Fleisch- oder Fischrezept wesentlich weniger Kohlenhydrate (KH) hat als ein Reissalat, aber es ist nicht einfach einzuschätzen, wie sich dies wiederum im Vergleich zu einem Gemüsecurry mit Reis (S. 149) verhält. Letzteres schlägt mit 55 KH zu buche, was ja schon ein Drittel der Tagesmenge ist. Wenn man dann statt eines Omeletts oder Rührei (S. 86/87) zum Frühstück doch zu einem Joghurt mit Apfel gegriffen hat und nachmittags mit dem Besuch noch ein (oder zwei, weill ist ja Low Carb) Blaubeerküchlein mit Chia-Samen genascht hat, der kommt ganz schnell trotz Low Carb Rezepten über sein Limit. Die Süße von Früchten darf nicht unterschätzt werden. Da sind Nährwertangaben eine gute Orientierungshilfe, auch wenn es kein Diätratgeber ist.

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Wer schon andere Kochbücher von Tre Torri hat, wird schnell bemerken, dass es sich ein Stück weit auch um ein „Best of“ handelt. Gerade im letzten Kapitel „Gebackenes & Süßes“ haben mich sehr viele Rezepte aus den Büchern mit Enie van de Meiklokjes angelacht, oft auch mit den gleichen Bildern. Auch bei dieser Reihe ist Ralf Frenzel der Herausgeber.

Was mir richtig gefehlt hat waren Frühstücksrezepte, denn dies ist aus meiner Sicht die schwierigste Tageszeit bei Low Carb. Ich esse eigentlich gerne Süßes zum Frühstück, aber das sprengt bei dieser Ernährungsform ganz schnell den Rahmen und wenn man gleich beim Frühstück alle Kohlenhydrate des Tages verbraucht, ist das auf Dauer wenig sinnvoll.

Ich koche gerne mit meiner Mutter und durch ihre Ausbildung hat sie ein großes Diätküchenwissen und Erfahrung. Sie stolperte dann auch prompt über ein ganz spezielles Rezept – die „Gebeefte Banane mit Frischkäse-Dip“ von Seite 346. Erste Frage war: Was bitte soll ich mit der Banane machen?!? Ein Beefer ist nun wirklich nicht gerade ein Standartgerät in jeder Küche und da hätte ich mir wirklich eine Anmerkung für den normalen Backofen gewünscht. Warum man nicht „gegrillte Banane“ sagt, wenn es doch eine solche ist, konnte ich dann auch nicht beantworten, außer anzumerken, dass es gerade „in“ sei. Dieser Nachtisch schlägt übrigens mit rund 22 KH zu Buche und ist wirklich alles andere als Low Carb. Da muss man schon wissen, mit welchem Hauptgang man es sinnvoll kombiniert. Kleiner Tipp Steak mit Salat geht immer.

Spezielle Küchengeräte ist hier leider ein weiterer Schwachpunkt. Der Dampfbackofen wird sehr oft eingesetzt. Man kann aber auch wunderbar ohne einen solchen Low Carb kochen. Die „Toskanische Gemüsepfanne“ (S. 146) ist auch ohne sehr lecker, aber auch hier gilt wieder, man muss schon kochen können, um das Rezept entsprechend zu variieren. Hier wäre ein technisches Vorkapitel zum Thema Dampfgaren und wie es auch ohne spezielle Geräte geht wirklich hilfreich und würde auch die Hemmschwelle für Kochanfänger herabsetzen. Besonders kompliziert klingt für Anfänger die „Gefüllte Zucchini mit Ratatouille und Mozzarella“ (S. 138). Tomaten lassen sich auch super schnell in kochendem Wasser blanchieren und dann abziehen. Wenn ich erst die Gemüsewürfel dämpfe und dann doch ohnehin im Topf anschwitze und das Ratatouille einköchel, ist es auch kein Problem den Schritt mit dem Dämpfer zu überspringen, wenn man keinen hat. Rezepte für jeden Tag sollten auch in einen normalen Tagesablauf einbaubar sein, ohne dass man beim Lesen des Rezeptes schon überlegt, wie lange das wohl dauern wird und wer nachher wieder das Schlachtfeld in der Küche beseitigt.

Der „Gedämpften Heilbutt“ (S. 194) ist ein schönes Beispiel, wie Dämpfen auch ohne Dampfbackofen geht. Es ist wirklich simple und gut erklärt. So etwas einfach mal auf einer halben Seite im Vorfeld kurz erklärt, würde das Buch aufwerten.

Für einen Lacher hat das „Herforder-Fledermaus-Steak“ (S. 231) bei meinem Metzger gesorgt. Ok, zu Corona-Zeiten nach Fledermaussteak fragen, klang an sich schon schräg. In Deutschland heißt es übrigens im allgemeinen Kachelfleisch, oder Schnibbelfleisch. Dieser Name war dann auch dem Metzger bekannt. Gerade die Fleisch- und Fischrezepte hatten einige gute Varianten, aber die konstanten Verweise auf einen Beefer zur Zubereitung der Steaks ist nervig und lässt mich vermuten, dass diese Rezepte aus der „Beefer-Bibel“ von Tre Torri stammen könnten. Mein Favorit aus der Kategorie Fleisch ist übrigens das „Rumpsteak mit Thymian-Marinade“ (S. 224) Es ist wirklich lecker und schnell zubereitet. Am Abend vorher in 5 Minuten mariniert, wartet es im Kühlschrank auf den nächsten Tag und ist ebenso schnell gebraten oder gegrillt.

Als Fazit muss ich sagen, wenn man schon einige Kochbücher von Tre Torri hat, erlebt man bei vielen Rezepten ein Déjà-vu. Um in einem Tagesplan einschätzen zu können wie passend welches dieser Rezepte mit sehr unterschiedlichem Kohlenhydratanteil ist, muss man sich intensiver damit befassen, da Nährwertangaben fehlen, und die erwarte ich bei einem Kochbuch mit diesem Titel und einem Verlag mit hohen Ansprüchen und Niveau. Wenn man in einer solchen Sammlung Rezepte aus speziellen Reihen integriert, die sich mit der Zubereitung durch besondere Küchengeräte befassen, sollte man ein Kapitel voranstellen, das einmalig erläutert, was bei er Zubereitung dieser Rezepte mit „normalen“ Mitteln zu berücksichtigen ist. Es bietet auf jeden Fall Ideen für kreative und Abwechslungsreiche Mahlzeiten.

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