Lautlose Schreie

[Rezension] Lautlose Schreie – Leo Born

Klappentext:

In Frankfurt wurden auf einem Feld die vergrabenen Leichen von sieben Jugendlichen aufgefunden. Die Narben an ihren Körpern deuten auf ein Martyrium kurz vor dem Tod hin. Kommissarin Mara Billinsky will sich mit voller Kraft in die Ermittlungen stürzen. Doch mit ihrer Sturheit und ihren unkonventionellen Methoden verstört sie ihren Chef wie auch den neuen Staatsanwalt – und wird von dem Fall abgezogen. Als sie trotzdem weiterermittelt, kommt sie einem Verbrechen auf die Spur, das ihr das Blut stocken lässt.

Rezension:

Mara Billinsky ist eine Reihe, in die ich mich verlieben könnte, wenn ich mich nicht schon verliebt hätte. Da ist zum einen die faszinierende und vielschichtige Persönlichkeit der Ermittlerin und zum andern wieder ein spannender Fall. Man stellt sich vor, ein Feld in Oberrad bei Frankfurt, quasi direkt vor meiner Haustür. Auf diesem Feld, kommen auf einmal Kinderhände zum Vorschein und man findet überall dort tote Kinder.

Einen Tag später wird ein Toter der Suite eines Luxushotels in Frankfurt gefunden. Ihm wurde der Kopf mit einem Sektkühler eingeschlagen. Klimmt, der Chef von Mara Billinsky, setzt sie auf diesen Toten an. Recht schnell findet sie einen Verdächtigen und findet mehr oder weniger durch Zufall eine Verbindung zwischen ihrem Fall und dem Fall mit den toten Kindern. Dort hat man nach ein paar Tagen noch ein weiteres dieser Felder gefunden.

Man lernt Rosen, ihren Kollegen, immer besser kennen und auch die Gefühle, welche Mara so umtreiben. Da gibt es einige emotionale Baustellen wie der Tod ihrer Mutter, oder das angespannte Verhältnis zu ihrem Erzeuger, einem der angesehensten Anwälte in Frankfurt. Mit dem gerät sie in dem Mordfall im Hotel aneinander, da dieser den Verdächtigen verteidigt.

Es gibt einen Gefängnisausbruch, einen toten Zeugen, der obwohl er scharf bewacht ist umgebracht wird. Es geht um grausame Morde, aber es entwickeln sich auch Freundschaften und gegenseitige Achtung. All dies geht nicht von heute auf morgen und braucht etwas (Lese-)Zeit um sich zu entwickeln. Mir war zwar schon recht früh klar, wer der Böse sein könnte, aber es lässt einen nicht mehr los. Ich wollte einfach nur noch wissen wie es ausgeht. Liege ich mit meiner Vermutung richtig? Wie entwickelt sich der Plot?

Es passiert so vieles, aber trotzdem ist es nie überladen. Gut, es sind ja auch fast 450 Seiten, auf denen man einiges verteilen kann, die man aber einfach wegsuchten kann. Leo Born schafft es, dass viele passiert, aber es ist nie überladen, man behält den Überblick, es ist spannend, es geht unter die Haut. Ich fand mich auch gelegentlich nah am Wasser gebaut.

Organhandel als Grundthema ist harter Tobak, ja das stimmt und sicherlich ist es nicht für jeden geeignet. Und nein, es gibt da nichts zu lachen, aber trotzdem sind die Figuren, die Leo Born entwickelt, sehr angenehm zu lesen. Ich kann sie nachvollziehen, kann mich in sie hinein fühlen und denken, ohne dass es mir weh tut, anders als bei manch anderen Büchern. Manchmal ist die Erschöpfung der Personen in dem Buch förmlich greifbar, aber sie entwickeln sich. Deswegen werde ich diese Serie weiter beobachten und in unregelmäßigen Abständen ein Buch davon lesen.

Für mich ist es eine Krimireihe mit dem besonderen etwas, vielleicht, weil ich die Stadt Frankfurt auch sehr mag, oder weil es Leo Born einfach schafft harte Themen gut zu verpacken. Ich habe keine Ahnung, aber ich weiß ich will diese Reihe weiter lesen und ich kann euch nur immer wieder sagen, seht euch eine Leseprobe an, oder lest es, wenn ihr es in einer Buchhandlung findet ein wenig an und wenn es euch gefällt kauft es, ich werde schon mal überlegen, wann der nächste Band der Reihe bei mir gelesen wird. Ich hoffe, ich schiebe es nicht wieder so lange nach hinten.

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