Im nächsten Leben werd ich Mann!

[Rezension] Im nächsten Leben werd ich Mann! – Mirja Regensburg

Klappentext:

Die hohe Kunst des Lockerbleibens: Ein Crashkurs für Heldinnen des Alltags

Wie sähe eigentlich ein Leben als Mann aus? Mit dem Wissen einer Frau? Auf jeden Fall einfacher. Weil Männer es sich einfacher machen! Stellt Euch vor, Mädels, Ihr hättet nur noch ein Duschgel und das ist für unten UND oben. Stellt euch vor, Ihr würdet etwas nicht können, aber trotzdem so tun als ob. Stellt euch vor, Ihr würdet manchmal einfach erst einmal abwarten, statt erwarten. Dieses Buch ist eine humorvolle Hommage ans vermeintlich starke Geschlecht und ein kleiner Leitfaden wie Frau sich nicht allzu ernst nimmt. Das tun die Männer ja schließlich auch nicht. Feminismus 2.0: Von einer Welt, in der Frauen sich gegenseitig unterstützen und stärken und das Leben mit Humor nehmen!

Rezension:

Kennt ihr das, ihr wollt ein Buch lesen, dann face to face ein Interview führen und das in eurer Heimatstadt bei dem Auftritt der Autorin und dann kommt Corona. Als der neue Termin wieder feststand, und dies ist mittlerweile der dritte Termin, fangt ihr also kurz vor der Veranstaltung an, das Buch zu suchen. Nun muss man dazu sagen, dass ich in meiner Wohnung ein besonderes System der Bücherordnung habe. So kommt es dann, dass ich das Buch in meinem Bücherberg nicht fand und so wurde noch mal schnell das E-Book gekauft. So ein Leben als Büchersuchti ist schon schwer.

Weswegen ich das schreibe, ist ganz einfach. Als Mann kann ich wirklich nachvollziehen, wie das mit den Frauen und den Klamotten, oder der Kosmetik etc. ist. Mein Traum wäre es, ich hätte eine Freundin und die sagt: Schatz, wir gehen nun in die Buchhandlung und du darfst mitnehmen, was du magst und was du brauchst. Ich zahle! Ich würde dann zu ihr sagen, wink schon mal den LKW ein.

Daher habe ich da vollstes Verständnis für Frauen mit ihrem Shoppingtick. Wobei ich selbst Kaufmann im Einzelhandel bin und ich diese Sache mit der Kleidung usw. aus meinem Berufsleben kenne, obwohl ich Kleidung nicht verkaufen kann, dafür aber alles andere. Ich habe da nicht so das Auge dafür. Aber ich kann sogar Frauen einen Epilierer verkaufen. Ich befrage dann halt auch Kundinnen, weil selbst testen kommt für meine Beinbehaarung nicht in Frage. Ich habe halt die Haare eines Mammuts an meinen Beinen. Aber ich bin auch eher der ehrliche Verkäufer-Typ und damit fährt man echt am besten. Und das ist ja auch das, was die Autorin einfordert und sie lobt, dass wir Männer schneller einkaufen, als Frauen. Das stimmt aber nur teilweise. Es kommt immer darauf an, wo man einkauft. Kleidung geht schnell. Aber wart ihr schon mal mit einem Mann fürs Hobby einkaufen? Bei mir sind es Bücher, bei meinem Vater Modelautos und das kann immer dauern.

Bei den Themen Reisen, Krankheit, Dating und Kosmetik gehe ich vollkommen mit den vergleichen der Autorin konform. Wobei ich eines sagen muss, ich habe lieber Schmerzen, als Schnupfen. Mit einer verstopften Nase kann ich nur sehr schwer leben.

Das mit dem Sport ist immer relativ. Mit mir will keiner Radfahren oder Spazierengehen. Es kann immer sein, dass ich so eine Radtour ein „wenig“ ausdehne, genauso wie den Spaziergang. Einfach machen ist da mein Thema. Für manche ist es eine Wanderung, wenn ich nach zwei Stunden vom Nordic Walking nachhause komme und ca. 10 – 15 Kilometer hinter mich gebracht habe. Das ist für mich, ich bin mal um den Block gelaufen und andere sagen es war eine Wanderung. Ich muss der Autorin beipflichten, man macht es einfach. Schwätzen kann man immer. Es zu machen ist angesagt. So wie als ich mit dem Rauchen aufhörte. Ich habe nicht gesagt, ich höre auf, ich habe es einfach gemacht.

Was das Arbeiten mit Frauen betrifft, ist echt schwierig. Ich kann sagen, die gönnen sich teilweise nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Diese Stutenbissigkeit ist in manchen Abteilungen im Verkauf echt schwierig gewesen. Da fragte ich mich echt oft genug, warum können die sich nicht gegenseitig helfen? Und genau das spricht Mirja Regensburg immer wieder an. Ich hatte allerdings auch mal einen Abteilungsleiter, der war genauso wie eine Frau. Der musste andere Männer immer wieder weg beißen. Das gibt es auch bei Männern, nicht nur bei Frauen!

Das Thema Zugfahren fällt bei mir unter das Thema Reisen, denn es kann immer wieder passieren, dass die Bahn nicht pünktlich ist, oder dass irgendwas Unvorhergesehenes passiert. Man muss dann einfach mal fünfe gerade sein lassen. Am besten immer etwas zu Essen, Trinken und Lesen im Rucksack haben und das ganze aussitzen. Einfach alles auf sich zukommen lassen. Was passiert, passiert. Deswegen bringt mich das nie aus der Ruhe und im Notfall habe ich immer ein Buch dabei. Damit kann man die Bahn oder Wartezeiten beim Reisen immer gut überbrücken.

Das Thema Hobbys habe ich ja schon beim Einkaufen erwähnt. Ich finde Hobbys macht man entweder ganz oder gar nicht. Also entweder man zieht es durch, oder man lässt es. Bei Hobbys ist der Weg das Ziel. Ich hatte mal Kontakt mit einer Frau, die wollte, dass ich weniger Zeit mit Büchern verbringe. Geht‘s noch? Eine Frau sollte nie den Mann zwischen die Wahl stellen, Hobby oder Beziehung, da steht die Verliererin in den meisten Fällen schon fest.

Alles in allem ist das Buch echt gut geschrieben. Es gibt einige Dinge, wo ich dachte, ok sie hat recht, andere wo ich dachte, es kommt immer auf die Situation an. Auch als Mann kann man vieles aus dem Buch ziehen, da die Autorin sich selbst nicht immer so ernst nimmt.

Sie zeigt einige Probleme auf, die ich bei der Beobachtung des weiblichen Geschlechts auch schon gemacht habe, wobei auch da gibt es immer wieder Unterschiede. Es gibt bei beiden Geschlechtern solche und solche. Aber eines möchte ich ganz klar sagen, ich möchte nicht, dass die Frauen sich an Männern orientieren. Ich meine das nicht wegen der Gleichberechtigung oder so, da bin ich vollkommen dabei, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten, egal um was es geht, aber ich finde, man kann sich so wunderbar ergänzen und jeder kann doch vom anderen was lernen und wenn es humoristisch gemacht ist, wie in diesem Buch, da kann man auch als Mann mal eben ein „Frauenbuch“ lesen. Wir sollten unsere Gegensätze, die wir beim anderen feststellen einfach mal ein wenig mit Humor nehmen und gemeinsam lachen. Das wäre doch auch mal was.

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