Der Admiral

[Rezension] Der Admiral – Alt / weiß / abgemeldet? – Henning Christiansen

Klappentext:

Der Admiral. Alt / weiß / abgemeldet?

Fühlt es sich nicht gelegentlich auch für uns so an, als ob die Welt ganz gut ohne uns auskäme …? Genau dies ist der Alltag des ADMIRALs. Seine großen Schlachten sind geschlagen. Seine Träume zerschellen permanent am Riff der Realität. Wir begleiten einen kleinen Helden durch die Untiefen seiner Existenz. In der tragikomischen Geschichte von Henning Christiansen gehen Bild und Wort Hand in Hand. Je verbissener der Admiral kämpft, umso findiger wird der Reim. DER ADMIRAL ist die hinreißend gezeichnete Geschichte einer vollkommen unzeitgemäßen, unbeholfenen Figur, die hilflos und aktionistisch durch ihre Umwelt stolpert – auf ein Ende zu, das gänzlich unerwartet ausfällt! Ein zeichnerischer Glücksfall.

Henning Christiansen sagt: »Wenn wir uns im Admiral wiedererkennen, ist es uns vielleicht möglich, den Widrigkeiten des Lebens mit einer humorvollen Grundhaltung zu trotzen.«

Rezension:

Ab einem gewissen Alter, denkt man darüber nach, was einem die Welt noch so bringt. Und ja, man überlegt einfach auch mal, ob einen die Welt noch braucht, ob man sich verändern sollte, also anders kleiden oder mehr für den Körper machen. Wie man einfach besser auffällt.

Ganz ehrlich, ich fand mich immer wieder in dem Admiral wieder. Nun nicht unbedingt als Admiral, aber wer von uns ist nicht schon mal auf einer Veranstaltung gewesen, wo jeder das gleiche macht, wie man selbst. Das ist wie in eine Buchhandlung zu gehen und zu dem Gegenüber zu sagen: Hey, ich lese Bücher. Und so ist dann der Admiral bei einem Admiralsball und sagt zu einer Frau: Ich bin Admiral.

Und so gibt es immer wieder Situationen in dem Buch, wo man denkt: Ja ne, ist klar. So kann das ja auch nichts werden. Gleichzeitig bekommt man aber auf humoristische Art und Weise den Spiegel vorgehalten. Der Autor schafft es immer wieder, uns in Reimen bestimmte Situationen vorzuführen.

Da ist es egal, ob wir die Welt um uns verleugnen und sagen, dass es einen nicht berühre, wenn man seinem Umfeld gleichgültig ist. Und es ist dabei total egal, wie wir darauf reagieren, ob man nun zornig ist, oder sich größer darstellen möchte, als man wirklich ist, oder ob wir depressiv dabei werden. Es ist vollkommen egal. Was der Admiral immer vergessen hat, war sich selbst einfach als der zu akzeptieren, der er nun mal ist. Nein, auf die Idee kommt er nicht.

Aber es ist Seite für Seite lustig und zumindest zum Schmunzeln, was man da so liest und nein politisch korrekt ist das Buch nun auch nicht unbedingt. Es hat satirische Züge. Es ist überspitzt und hart. Da sieht man dann als Leser doch sehr stark, dass es auch Comics und Bilderbücher gibt, die sicherlich nur für Erwachsene gemacht sind. Aber eines ist auch klar, Henning Christiansen ist jede Seite des Buches wert gelesen zu werden, ob es nun die Zeichnungen sind oder der Text dazu. Ich bin mir sicher, dass jeder sich mal alt, weiß und abgemeldet gefühlt hat!

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