Literatur

  • LITL627 [Podcast] Kindliche Weisheiten und Großelternfreuden in Markus Fenners "Enkelszungen"

    In dieser Episode befassen wir uns mit „Enkelszungen“, einem bemerkenswerten Buch von Markus Fenner, das als Leitfaden für glückliche Großeltern konzipiert ist. Dabei geht es nicht nur um die lustigen Sprüche von Enkeln, die oftmals mit ernster Miene ausgesprochen werden, sondern auch um die wertvollen Erinnerungen und Anekdoten, die Großeltern über die Jahre sammeln. Markus, der als Haya-Opa bekannt ist, hat über einen Zeitraum von 15 Jahren die charakteristischsten Ausdrücke und witzigsten Worte seiner drei Enkel Paul, Leo und Lilly dokumentiert, und wir diskutieren die tiefere Bedeutung hinter diesen Kindersprüchen.

    Anhand von persönlichen Erlebnissen und originellen Sprüchen beleuchtet Markus die Vergesslichkeit vieler Eltern, wenn es darum geht, die humorvollsten Anekdoten ihrer Kinder festzuhalten. Hier setzt Fenner als Chronist an und teilt die Entwicklung seiner Enkel, beginnend mit Paul, der in den ersten fünf Jahren das einzige Kind war. Dies spiegelt sich nicht nur in der Erzählstruktur des Buches wider, sondern auch in den charakteristischen Gegenständen, die auf humorvolle Weise den einzelnen Kindersprüchen zugeordnet sind. Das Schaukelpferd repräsentiert Pauls Zitate, während Leos und Lillys Äußerungen je nach zugeordnetem Spielzeug präsentiert werden.

    Darüber hinaus gehen wir auf die philosophischen Gedanken ein, die Markus geschickt in seine Erzählungen einfließen lässt. Ein prägnanter Vergleich, den er anstellt, beschreibt Enkeln als Eisberge, bei denen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erst durch das bessere Verständnis der Kinder hervorgerufen werden. Markus reflektiert über seine eigene Erfahrung als Vater und erörtert, wie Beziehung und Erziehung oft von Niederlagen und Herausforderungen geprägt sind, die jedoch auch durch die Freuden der kindlichen Entwicklung aufgewogen werden können.

    Das Buch ist nicht nur eine amüsante Sammlung von Kindersprüchen, sondern auch ein aufschlussreicher Leitfaden für aktive Großeltern – und solche, die es werden wollen. Die Erzählungen sind durchzogen von einem tiefen Gefühl der Liebe und Zuneigung, die Markus für seine Enkel empfindet, und sie laden die Leser dazu ein, selbst aktiv zu werden und die witzigsten Enkelszungen ihrer eigenen Familien festzuhalten. Wir schließen mit der Hoffnung, dass Markus‘ Wunsch in Erfüllung geht und dieses Buch viele Großeltern inspiriert, ihre eigenen wertvollen Erinnerungen festzuhalten und damit eine Vielzahl von glücklichen Kindheitserinnerungen zu bewahren.

    „Enkelszungen“ von Markus Fenner ist im Jahr 2017 im Medu-Verlag erschienen und bleibt mit einem Preis von 12,95 Euro eine unterhaltsame und lehrreiche Lektüre für alle Großeltern und Eltern.

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  • LITL626 [Podcast] Im Bann des Mittelmeers: Die schonungslose Poesie von Ghayath Almadhoun

    In dieser Episode widmen wir uns dem Werk »Ein Raubtier namens Mittelmeer« von Ghayath Almadhoun, einem Schriftsteller, der 2008 vor dem syrischen Regime nach Schweden geflohen ist. In seinen Gedichten erhebt Almadhoun die Stimme für die Opfer des Krieges, die Flüchtlinge und Asylsuchenden, sowie für jene, die zurückgeblieben sind. Seine Texte sind eine kraftvolle Mischung aus poetischer Sensibilität und unverblümter Realität. Sie dringen tief in die menschliche Psyche ein, entblößen existenzielle Fragen und das Leid derjenigen, die unter den Schrecken des Krieges leiden.

    Ich teile meine persönliche Auseinandersetzung mit Ghayath Almadhoun Gedichten. Obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von Lyrik bin, hat mich dieser Gedichtband dazu angeregt, das Genre neu zu bewerten. Almadhouns Herkunft als Sohn palästinensischer Emigranten und seine Erfahrungen als Flüchtling spiegeln sich in jeder Zeile seiner Gedichte wider. Man spürt das Heimweh und die Trauer, die aus seinen Worten sprechen. Der Verlust der Heimat und die Herausforderungen des Lebens in einem fremden Land werden spürbar und lassen einen nicht los.

    Besonders berührend ist die Art und Weise, wie Almadhoun es schafft, auch historische Kontexte in seine Lyrik einzubetten. Eine Vorstellung von Ypern und den dort eingesetzten Chemiewaffen im Ersten Weltkrieg bringt den Leser zum Nachdenken über vergangene und gegenwärtige Kriege. Diese Assoziationen führen zu einem tieferen Verständnis der Themen Trauer, Verlust und Schicksal, während sie gleichzeitig den Geist für die politischen und sozialen Fragen unserer Zeit öffnen.

    Die Übersetzung von Larissa Bender tut den Gedichten zweifellos gut, auch wenn ich das Versmaß und die Struktur an manchen Stellen vermisst habe. Dennoch war die emotionale Kraft der Texte so beeindruckend, dass ich oft innehalten musste, um das Gelesene zu verarbeiten. Die ehrlichen und schmerzhaften Gedanken Almadhouns fesseln und fordern dazu auf, über die Umstände nachzudenken, die zur Entstehung von Flucht und Vertreibung führen.

    Die Gedichte von Almadhoun sind mehr als nur literarische Werke; sie sind eine Aufforderung zur Sensibilisierung für die Realität der Flüchtlinge. Ich hoffe, dass auch Menschen mit anderen politischen Ansichten sich auf diese Texte einlassen und ihre eigenen Überzeugungen hinterfragen. Mag sein, dass sich dies gegenwärtig nicht verwirklichen lässt, doch der Wunsch, dass diese Worte zu einem Dialog führen, bleibt bestehen.

    »Ein Raubtier namens Mittelmeer« ist im Arche-Verlag erschienen und weiterhin als E-Book erhältlich. Die Gedichte sind keine leichte Lektüre, sie fordern Kraft und Empathie. Doch genau das macht sie so wichtig und nötig in einer Welt, die oft dazu neigt, wegzuschauen. Ich kann nur jedem raten, sich mit diesen Texten auseinanderzusetzen und sich von ihrer Kraft berühren zu lassen.

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  • LITL625 [Podcast] Psychologische Abgründe und unerwartete Wendungen – Hörbuchkritik zu Veit Etzolds „Tränenbringer“

    In dieser Episode widmen wir uns der spannenden Hörbuchrezension zu „Tränenbringer“ von Veit Etzold, das von dem renommierten Sprecher Sascha Rotermund eindrucksvoll zum Leben erweckt wird. Das Buch präsentiert sich als neues Werk des Bestsellerautors, der mit seiner Hauptfigur, der Hauptkommissarin Clara Vidalis, eine faszinierende und zugleich herausfordernde Ermittlungsgeschichte entwirft. Clara, eine spezielle Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, sieht sich in einer Idee von unfassbaren Gräueltaten konfrontiert, sobald ein Serienkiller beginnt, 18-jährige Mädchen zu entführen und den verzweifelten Eltern abscheuliche Leichenteile zu senden.

    Im Verlauf der Rezension werden die komplexen Schichten des Thrillers aufgedeckt. Der Hintergründe der Ermittlungen führt Clara an ihre eigenen Grenzen, da der Mörder sie immer wieder auf falsche Fährten lockt. Besonders schmerzhaft ist für sie die Erinnerung an den Verlust ihrer kleinen Schwester, die vor Jahren einem ähnlichen Täter zum Opfer fiel und nie gefasst werden konnte. Etzolds fesselnde Erzählweise lässt den Zuhörer spüren, wie sehr هذه aktuellen Ereignisse Clara belasten und ihre inneren Konflikte verstärken.

    Die Diskussion dreht sich auch um die stilistische Brillanz von Veit Etzold und seine Fähigkeit, packende Spannung zu erzeugen. Der Autor zieht die Zuhörer in eine Geschichte, die sie mit der Frage belastet, wer dahintersteckt und warum der Täter so skrupellos handelt. Die persönlichen Elemente und emotionale Tiefe der Charaktere werden hervorgehoben, wobei der Fokus stets auf dem zentralen Kriminalfall bleibt. Der Rezensent betont, dass Etzold es meisterhaft versteht, die Balance zwischen dem Verständnis der psychologischen Motivationen der Protagonisten und dem Fortgang der aufregenden Handlung zu halten.

    Die Rezension erwähnt auch die anhaltende Dynamik, die die Geschichte für die Hörer besitzt. Unerwartete Wendungen und menschliche Abgründe werden geschickt eingeflochten, während gleichzeitig die Grausamkeit des Verbrechens sachlich und ohne übertriebene Ausschmückung beschrieben wird – eine stilistische Entscheidung, die den Zuhörer fesselt, ohne in unangebrachte Detailverliebtheit abzudriften. Die Spannung, die zwischen dem Ermittlerteam und dem unbekannten Serienkiller besteht, hält die Zuhörer bis zur letzten Minute in Atem und zeigt die vielschichtige Fragilität von Klaras Charakter und ihrer Motivation, den Fall zu lösen.

    Zusätzlich wird die Verbindung zur Buchmesse in Frankfurt erwähnt, wo die Rezensentin die Möglichkeit hatte, live eine Lesung von Etzold zu erleben. Dieses Erlebnis hat ihre Begeisterung für das Hörbuch weiter gesteigert, und sie gibt zu, dass die düstere Atmosphäre des Thrillers sie stark fasziniert hat. Der Sprecher Sascha Rotermund wird für seine fesselnde Darbietung gelobt, die der ohnehin packenden Geschichte eine zusätzliche Dimension verleiht.

    Abschließend wird auf die baldige Veröffentlichung des sechsten Bandes „Schmerzmacher“ hingewiesen, was die Vorfreude auf neue Abenteuer von Clara Vidalis und ihrem Team steigert. Das Hörbuch von „Tränenbringer“ ist weiterhin erhältlich und verspricht Stunden voller Spannung und Nervenkitzel für Thriller-Liebhaber.

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