Das Haupt der Welt – Rebecca Gablé

Inhalt:

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist …

Rezension:

Irgendwie kommt es bei Büchern immer wieder anders als man denkt und dies ist gut so. Irgendwann Mitte des Jahres traf ich auf Rebecca Gablé und fragte sie, mit welchem Buch ich mich mal in ihr Werk einlesen sollte. Ihre Antwort war natürlich „Die Fremde Königin“. Gesagt getan, also lag besagtes Buch schnell auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher). Als ich dann dachte, fange ich es mal an, da fiel mir dann auf, herrje das ist der zweite Band einer Reihe. Da es schnell gehen musste, habe ich mich mal für meinen E-Book-Reader entschieden, um den ersten Band „Das Haupt der Welt“ möglichst schnell anzufangen. Eines vor weg, ich hätte es doch so machen sollen wie immer und in die Buchhandlung vor Ort gehen und mir das Buch kaufen sollen. E-Books und ich das wird wohl nie eine innige Freundschaft sein, sondern eher so eine Sache, man hat es halt, aber brauchen, eher nein.

Es kommen nämlich sehr viele Namen in dem Buch vor und es wäre manchmal von Vorteil, wenn man schnell mal umblättern könnte. Ja ich weiß Bookmark setzen und gut, aber nee, lieber einen Zettel zwischen die Seiten klemmen und rumblättern.

Man taucht also in das tiefste Mittelalter von uns Deutschen ein, Namen die heute nahezu ausgestorben sind, werden in diesem Buch inflationär benutzt, das ist wie in den 70ern der Name Markus oder Matthias, da kam es auch des Öfteren zu kleinen Problemen.  Und so kommt es halt, dass man oft über den Namen Widukind stolpert oder über Editha von Wessex und Egvina von Wessex, wobei Editha ja Ottos erste Frau wurde. Egvina war ihre ältere Schwester. Beide Namen klingen so ähnlich, dass es schon verwirrend ist.

Hat man sich aber einmal eingelesen, will man einfach immer mehr wissen. Gut, bei historischen Romanen ist es ja oft so, dass man sagen kann, das kann so gewesen sein, muss aber nicht. Allerdings kann man sich irgendwie vorstellen, dass es genau so gewesen sein könnte. Mit den ganzen Intrigen, die sich die Fürsten, Grafen, Herzöge und nicht zuletzt die Königinmutter und die Kirche haben einfallen lassen, fühlt sich alles sehr realistisch an.

Es scheint, dass man von einer Intrige in die nächste stolpert. Als ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich das Gefühl, mehr über das Ostfränkische Königreich gelernt zu haben, als in meinem gesamten Geschichtsunterricht. Dies ist allerdings eine Feststellung, die ich immer wieder treffe, und die mir zeigt, dass die Zeit, die man im Geschichtsunterricht hat, nicht wirklich ausreicht.

Nebenbei werden einem auch noch die Völker der Slawen nähergebracht und dort vor allem die Heveller. Tugomir, der Held des Romans, stammt dort her. Es ist einfach interessant was man damals schon alles wusste und konnte, und was man durch eine Durchmischung der verschiedenen Gruppen alles lernen konnte – und heute auch noch kann.

Auch die Unterscheidung in Ost- und Westfranken und wo die Grenzen verlaufen bzw. wo sie verschwommen sind, war sehr interessant zu lesen. Gerade da wäre mir eine Karte gelegentlich wichtig gewesen. War halt nicht im E-Book.

Aber das ist schimpfen auf verdammt hohem Niveau. Ich bin froh, dass ich den ersten Band gelesen habe, da mir bestimmte Dinge nun klarer geworden sind. Es war spannend und interessant in das Mittelalter einzutauchen und Otto den Großen, sowie  dessen Familie, kennenzulernen. Rebecca Gablé romantisiert das Mittelalter nicht völlig, sondern zeigt auch die Schattenseiten. Die hat wohl jeder Mensch, ob er nun Kaiser, König oder Bettelmann ist. Es zeigt aber auch, dass man als Freund gelegentlich einmal anderer Meinung sein kann, so wie es Tugomir und König Otto zumindest in dem Buch doch oft waren. Man hat während des Lesens den Eindruck es könnte sich alles so ereignet haben.

So macht deutsche Geschichte Spaß, auch wenn man immer wieder sich vor Augen halten muss, es könnte so gewesen sein – es muss aber nicht so gewesen sein. Aber Rebecca Gablé kann einem das Thema wirklich sehr gut nahebringen und ich bin nun auch einer der vielen Fans der Autorin.

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-17200-9


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