Das krumme Haus – Hörbuch – Agatha Christie

Das krumme Haus – Hörbuch – Agatha Christie

4. Februar 2019 0 Von Markus

Inhalt:

Einer der belieb­tes­ten Kri­mis von Aga­tha Chris­tie

Ein Haus. Ein Mord. Vie­le Ver­däch­ti­ge. Drei Genera­tio­nen der Fami­lie Leo­ni­des leben in dem gro­ßen, krum­men Haus mit den vie­len Gie­beln. Doch dann wird der alte Aris­ti­de Leo­ni­des ermor­det. Jeder hat­te einen Grund, den alten Tyran­nen ins Jen­seits zu beför­dern, aber als Motiv reicht eigent­lich kei­ner die­ser Grün­de aus. Solan­ge der Mord­fall unge­klärt bleibt, wei­gert sich Sophia, die gelieb­te Enke­lin des Mil­lio­närs, ihren Ver­lob­ten Charles zu hei­ra­ten. Dann geschieht ein zwei­ter Mord … Kann Charles Scot­land Yard hel­fen, den Mör­der zu ent­lar­ven?

Gele­sen von Patrick Roche

Rezen­si­on:

Ein neu­es Hör­buch von Aga­tha Chris­tie! Naja, neu ist es eigent­lich nicht – das Buch. Die­ses erschien bereits 1949 in Eng­land und 1951 in Deutsch­land. Der Stoff ist also nicht neu, aber das For­mat. Da ich ihre Kri­mis bereits als Kind sehr gern gele­sen habe und auch die Ver­fil­mun­gen mit Mar­ga­ret Ruther­ford lie­be, habe ich mich sehr auf die­ses Hör­buch gefreut.

Zu Anfang fühl­te ich mich dann aller­dings in einen Lori­ot Sketch ver­setzt. Kön­nen sie sich noch an Eve­lyn Hamann und die Ansa­ge zur Serie North Cothel­stone Hall erin­nern? Nein? Dann drin­gend nach­schau­en! Wer jetzt herz­haft gelacht hat, kann ver­ste­hen, wie der Kri­mi beginnt. Alle ande­ren müs­sen goo­geln und sel­ber lesen.

Dies ist in kei­ner Wei­se nega­tiv gemein! Es ent­spricht dem Stil der Zeit und hat sei­ne abso­lu­te Not­wen­dig­keit. Auch wenn man im ers­ten Moment glaubt, man kön­ne sich Namen und Bezie­hun­gen nie mer­ken, kann ich Ent­war­nung geben. Durch den her­vor­ra­gen­den Lese­stil von Patrick Roche fällt es den Zuhö­rer leicht, sich in der Fami­lie Leo­ni­des und ihrem Umfeld zurecht zu fin­den.

Wir haben es hier mit einem klas­si­schen Kri­mi zu tun, der ohne blut­rüns­ti­ge Details und Hor­ror aus­kommt, ohne lang­wei­lig zu sein. Manch­mal reicht es auch, wenn jemand aus dem Neben­zim­mer kommt und berich­tet, dass das Opfer ersto­chen oder erhängt wur­de, oder wie hier ver­gif­tet. Das macht die­se Kri­mis auch durch­aus taug­lich für jün­ge­re Leser, denn die Suche nach dem Mör­der erfolgt ein­zig mit Spür­sinn und Logik. Ich fin­de es auch sehr gut, dass hier nicht ver­sucht wur­de, die Geschich­te in die Gegen­wart zu holen. Sie wur­de in ihrer natür­li­chen Zeit belas­sen. Somit ist es den Ermitt­lern ein­fach nicht mög­lich mal schnell im Netz zu goo­geln, wo die­ses Gift vor­kommt, oder wie es um die Finan­zen eines Ver­däch­ti­gen bestellt ist. Statt des Face­book-Accounts muss man noch die Brie­fe von Ver­däch­ti­gen lesen bzw. erst mal deren Ver­steck fin­den. Die Suche danach fin­de ich per­sön­lich span­nen­der, als ein Pass­wort zu kna­cken. Ein wei­te­rer Punkt der die­sen klas­si­schen Kri­mi von vie­len aktu­el­len unter­schei­det ist die Abwe­sen­heit eines Ein­blicks in die Psy­che des Täters oder der Ermitt­ler. Beson­ders letz­te­res wird mitt­ler­wei­le oft schon infla­tio­när ver­wen­det. Jeder zwei­te TV-Kom­mis­sar ist ein psy­chi­sches Wrack, hat eine zer­rüt­te­te Fami­lie und greift ger­ne zu irgend­wel­chen Dro­gen. Da sind so „sau­be­re“ Ermitt­ler wie Charles Hay­ward, sein Vater und Chief-Inspek­tor Taver­ner echt ein ent­spann­ter Licht­blick. Sie machen ein­fach nur ihren Job. Ohne Rah­men­hand­lung und Bezie­hung kann man natür­lich kei­nen span­nen­den Roman erzäh­len und so hat hier die Bezie­hung zwi­schen Charles und der Enke­lin des Toten eine wich­ti­ge Rol­le, aber sie nimmt nicht über­hand und wird auch nicht in epi­scher Brei­te ver­tieft. Sie ist was sie ist – ein Rah­men

Ich hat­te zwar recht früh eine Ver­mu­tung wer der Täter war, muss­te aber letzt­lich fest­stel­len, dass ich auf dem abso­lu­ten Holz­weg war. Die über­ra­schen­de Auf­lö­sung ist Aga­tha Chris­tie auch hier wie­der gelun­gen. Ich fin­de es immer wie­der schwie­rig ins Detail zu gehen, ohne die Lösung zu ver­ra­ten und daher will ich es hier­bei belas­sen. Das Hör­buch ist abso­lut hörens­wert und der Ver­fil­mung wer­de ich auch noch eine Chan­ce geben. Mal sehen, ob sich der Film auf der Lein­wand mit dem in mei­nem Kopf deckt.

Ver­lag: Der Hör­ver­lag

ISBN: 978–3-8445–2817-6

(3 CDs, Lauf­zeit 4h 1)

Das krumme Haus – Hörbuch – Agatha Christie

Das krumme Haus – Hörbuch – Agatha Christie

Das krumme Haus – Hörbuch – Agatha Christie