Der Insasse – Sebastian Fitzek

Der Insasse – Sebastian Fitzek

18. Januar 2019 0 Von Markus

Inhalt:

Ein vermisstes Kind – ein verzweifelter Vater – ein Höllentrip ins Innere der Psychiatrie

​Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max’ Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.

Dachte er.

Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt …

Sebastian Fitzek, Deutschlands prominentester Autor von Psychothrillern, mit seinem neuen Bestseller aus dem Inneren der Psychiatrie!

Rezension:

Einmal Psychiatrie hin und wieder zurück, bitte – und dies in 365 Seiten. Man wird mit Till, dem Vater von Max, einem Kinde, welches von Guido T. umgebracht wurde, mit Volldampf in die Psychiatrie gebracht. Der Vater lässt sich Undercover als Patient in die Psychiatrie einschleusen.  Er wird zu Patrick Winter, einem Familienvater, der sich aus Schuldgefühlen am Tod seines Sohnes mit Benzin übergossen hat und gerade noch mit dem Leben davongekommen ist.

Er lässt sich von einem Mitinsassen zusammenschlagen, nur um den Mörder seines Sohnes näher zu sein.

Man begibt sich immer mehr in eine Achterbahn der Gefühle. Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man selbst psychisch erkrankt ist, sich immer wieder beim Hinterfragen der einzelnen Kapitel finden könnte. Immer mehr schlüpft man in die Figur des Patrick Winter, der Undercover-Identität von Till dem Vater von Max.

Stellenweise sitzt man da, und fragt sich, wie ein Autor so tief in die menschliche Psyche eindringen kann. Man bekommt oft genug das mulmige Gefühl, genau so und nicht anders könnten psychisch erkrankte denken. Es ist auch klar, dass psychisch erkrankte nicht dumm, sondern viele davon wirklich intelligent sind. Manchmal ist die Erkrankung einfach nur ein Schutz der Psyche vor dem, was man erlebt hat. Es ist dann eine Art Selbstschutz. wie Sebastian Fitzek es auch erläutert.

Bei mir hat dieses Buch einige Ängste hervorgerufen. Es hat mich tief im inneren berührt. Manchmal musste ich das Buch einfach weglegen, da mich das ganze enorm aufgewühlt hat. Deswegen stand ich ein paarmal vor der Frage, breche ich das Buch ab, oder ziehe ich es doch durch? Ich habe mich für das Durchziehen entschlossen, da ich irgendwie immer wieder das Gefühl hatte, so richtig los lassen wird dich dieser Thriller nicht, zumindest nicht bis du ihn fertiggelesen hast.

Hat man diesen Entschluss erstmal gefasst, dann wird man immer mehr in die Story hineingezogen, aber man muss sich darauf einlassen. Teilweise muss man sich auch mal Ängsten stellen, denn nur so wird die Tarnidentität von Till zu der des Lesers und man kann gewisse Dinge eher nachvollziehen und teilweise wie im eigenen Kopf erleben.

Ich glaube, bei diesem Thriller gibt es nur zwei Optionen – entweder man liebt das Buch, oder man hasst es. Lässt man sich aber, wie oben erwähnt, darauf ein, dann bekommt man sämtliche Gefühlsregungen geboten, die negativen und die positiven, und gerade dies will man doch bei einem Psychothriller erleben und vielleicht gehört da auch mal eine unruhige Nacht dazu, da unsere eigene Psyche dieses Buch verarbeiten muss. Man hat, wie Patrick Winter, immer wieder das Gefühl, man übersieht etwas, dafür erkennt man irgendwann, wie grausam die Wahrheit doch sein kann.

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-28153-6