Der Weiße Falke – Anna Lena Wagner

Inhalt:

Seit der Weiße Falke in Zona gesichtet wurde, kursieren Gerüchte über ihn: Seine Fähigkeiten seien überaus groß und gefährlich. Er soll nicht aus einem Ei geschlüpft, sondern von einer machtvollen Hexe aus dem weißen Sand der geheimnisvollen Tribata-Felsen erschaffen worden sein.

Aber ist er wirklich unsterblich? Dies herauszufinden wird zur Aufgabe von Elowé, einer jungen Elfe aus einem kleinen Dorf. Denn ausgerechnet sie wurde zur neuen Herrin des Zaubervogels auserwählt. Schon bald muss sie erfahren, welche Gefahren damit verbunden sind: Nurion, ein grausamer und mächtiger Magier, ist schon lange hinter dem Falken her, um ihn für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen. Und dann sind da noch Prinz Aaras und sein Ratgeber Findâri, die ebenfalls ein ungewöhnlich großes Interesse an dem Falken und seiner jungen Herrin haben.

Rezension:

In ihrem Buch „Der Weiße Falke“ macht Anna-Lena Wagner von Beginn an deutlich, dass sie über sprachliche Fähigkeiten verfügt, mit denen sie ihrem Alter weit voraus ist. Schon der Prolog ist gut formuliert. Sie weckt bereits in den ersten Sätzen das Interesse des Lesers und lässt ihn zum Beispiel durch die geschickte Verwendung von Adjektiven mitfühlen. Trotzdem kostet es auf den ersten Seiten viel Konzentration, sich in die spezielle Thematik hineinversetzen zu können, da die Autorin eine Phantasiewelt erschafft und mehrere Handlungsstränge zunächst parallel verlaufen. Vielen Dank für die Liste am Ende des Buches, in der es einen Überblick über Personen, Tiere, Serion (eine Art Drache) und Götter mit Namen und Kurzbeschreibung gibt, sowie für die Landkarte. Dies alles hilft bei der Orientierung.

Wie der Titel bereits verrät, handelt das Buch von einem weißen Falken. Dieser soll von seiner Herrin aus weißem Sand erschaffen worden sein. Er besitzt, ebenso wie einige andere Figuren, magische und telepathische Fähigkeiten. Neben der Magie werden auch die Mädchenthemen Prinz, Pferd und Elfe aufgegriffen, ohne dass es sich um ein Kinderbuch handelt, da es in Erwachsenensprache geschrieben ist und zum Teil sogar makaber ist, wenn beispielsweise „Der kalte Tod“ erschaffen wird. Selbstverständlich fehlen hier auch nicht die romantische Liebesgeschichte und die märchenhafte Aufteilung der Welt in Gut und Böse…

Für mich persönlich gibt es stellenweise zu viel Irreales auf einmal, wenn zum Beispiel Elfe und Wolf auf einer Drachenart namens Serion fliegen, telepathisch mit dem Geist des anderen kommunizieren und um sich herum eine magische unsichtbare Wand gegen Pfeile errichten. Trotzdem möchte man das Lesen dieses spannenden Jugendbuches auch als Erwachsener nur ungern unterbrechen.

Ich freue mich auf das nächste Buch dieser vielversprechenden jungen Autorin.

Verlag: medu Verlag

ISBN: 978-3-941955-37-0

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