Die Akte Jacobi – Frank Uhlmann

Die Akte Jacobi – Frank Uhlmann

2. August 2018 0 Von Markus

Inhalt:

Packend, ver­stö­rend, bri­sant

Bei einer Demo von Bür­ger­recht­lern kommt in Frank­furt ein Akti­vist ums Leben. Gerüch­te kur­sie­ren, es sei­en »die Bul­len­schwei­ne« gewe­sen. Poli­zei­re­por­ter Nor­man Jaco­bi wird ein ver­wa­ckel­tes Beweis­vi­deo zuge­spielt, und einer der Akti­vis­ten ver­spricht, belas­ten­des Mate­ri­al gegen den Staats­schutz zu lie­fern. Kom­mis­sar Deman­dt aber warnt Jaco­bi: Der Mann sei ein poli­zei­be­kann­ter Kri­mi­nel­ler, der den Repor­ter nur für sei­ne Zwe­cke benut­zen wol­le. Wäh­rend Jaco­bi sich noch fragt, wem er hier trau­en kann, macht er in den Räu­men der Bür­ger­recht­ler eine über­ra­schen­de Ent­de­ckung: Er fin­det ein Dos­sier über sich selbst.

Rezen­si­on:

Frank Uhl­mann wohnt ja, wie ich, in Gie­ßen, was für mich ja immer wie­der ein Grund ist mal nach­zu­se­hen, was er denn so schreibt – zumal mich sein Erst­lings­werk „Bren­nen sollst du“ ziem­lich begeis­tert hat! Nun beglei­te ich also das drit­te Mal Nor­man Jaco­bi und Katha­ri­na Beck bei ihren Ermitt­lun­gen.

Am Anfang die­ses Buches muss­te ich mich wirk­lich erst­mal ein­groo­ven. Es wird doch sehr oft Bezug auf die ers­ten bei­den Bän­de genom­men. Außer­dem gab es am Anfang für mei­nen Geschmack zu vie­le Ver­schwö­rungs­theo­ri­en.

Nach­dem Jaco­bi auf einer Demo mit­be­kom­men hat, wie ein Demons­trant von der Poli­zei Grund­los zu tote geprü­gelt wur­de, trifft er auf den Bür­ger­recht­ler Fred­dy. Man merkt immer mehr, wie sehr der Poli­zei das gan­ze zusetzt, da Jaco­bis Freund, Kom­mis­sar Deman­dt, beteu­ert, dass sie es nicht gewe­sen sind.

Jaco­bi bekommt ein Video zuge­sen­det, aus dem man ein­deu­tig sehen kann, dass die Poli­zei hat dies wirk­lich gemacht hat. Soweit so gut, aber irgend­wie war mir das alles zu rei­ße­risch. Fre­dy, der Bür­ger­recht­ler, ist irgend­wie zu sehr dar­auf bedacht, alles schlecht zu reden. Nur sie sind die Guten und die Poli­zei und der Staat die Bösen.

Irgend­wie kam mir dies so vor, als wür­de ich einem Popu­lis­ten zuhö­ren. Die Pres­se lügt und nur er sagt die Wahr­heit, dabei besteht die Wahr­heit immer auch aus klei­ne­ren Schat­tie­run­gen. Sie ist äußerst sel­ten ganz klar schwarz oder weiß.

Es war teil­wei­se wie eine Anein­an­der­rei­hung von Halb­wahr­hei­ten, in der Nor­man Jaco­bi noch nicht ein­mal mehr sei­nen Freun­den ver­trau­en kann oder will. Man möch­te ihm gele­gent­lich mal links und rechts eine geben und sagen, Hey. Jun­ge wer­de doch end­lich wach und sieh dir die Leu­te mal genau­er an! War­um stol­perst gera­de du immer wie­der in sol­che Situa­tio­nen? Will man dich damit steu­ern?

Ich kann nun natür­lich noch eini­ges mehr schrei­ben, aber ich will es nicht über­stra­pa­zie­ren. Ich hat­te das Gefühl, Frank Uhl­mann ver­gisst teil­wei­se die Bot­schaft, und will einen Action-Block­bus­ter schrei­ben. Dies funk­tio­niert im Kino oder Fern­se­hen sehr gut, aber in einem Buch gibt es Din­ge, die so nicht gut klap­pen.

Trotz­dem ist die­ses Buch ein lesens­wer­ter Thril­ler, der auch begeis­tern kann. Aller­dings wür­de ich mir wün­schen, dass die Bücher etwas schnel­ler erschei­nen, nicht alle zwei Jah­re, son­dern etwa ein­mal im Jahr fän­de ich wirk­lich gut. Dann müss­te man nicht mit einem Cliff­han­ger arbei­ten, um so klar zu machen, dass es wei­ter geht und, was viel wich­ti­ger ist, man kann sich ein­fach bes­ser an die ein­zel­nen Figu­ren erin­nern. Dies wür­de das lesen doch etwas erleich­tern. Neben­bei habe ich Angst, dass Frank Uhl­mann mei­ne per­sön­li­chen Sym­pa­thie­trä­ger lang­sam aus der Serie schreibt. Dies wer­de ich wohl spä­tes­tens beim nächs­ten Band erfah­ren. Irgend­wie schar­re ich trotz­dem schon wie­der mit den Hufen und will wis­sen, wie es wei­ter­geht.

Ver­lag: dtv – Ver­lag

ISBN: 978–3-423–21735-4

Die Akte Jacobi – Frank Uhlmann

Die Akte Jacobi – Frank Uhlmann