Droemer - Knaur · Historische Romane

Grimms Morde – Tanja Kinkel

Inhalt:

Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut…

Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.

Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch.

Rezension:

Als ich das erste Mal von „Grimms Morde“ gehört habe, dass Tanja Kinkel über die Gebrüder Grimm einen Roman schreibt, konnte ich als Hesse meine Freude kaum unterdrücken. Mit Annette von Droste-Hülshoff und ihrer Schwester Jenny hat Frau Kinkel noch zwei weitere berühmte Personen in die Geschichte verwoben. Ich muss gestehen, ich wusste nicht, dass diese Personen überhaupt miteinander in Kontakt standen. Dieser Kontakt muss wirklich sehr rege gewesen sein, zumindest kommt dies in dem Buch so rüber und wird auch durch Quellenangaben am Ende des Buches belegt.

Frau Kinkel hat sich dem Mätressentum der Hessischen Kurfürsten angenommen, und daraus dann einen Mordfall mit Bezug auf ein Märchen der Gebrüder Grimm kreiert. Es ist zwar fast peinlich, aber dieses Märchen war mir unbekannt. Kennt hier jemand das Märchen der drei schwarzen Prinzessinnen? Es ist ja fast zu erwarten gewesen, dass die Gebrüder Grimm hatten dieses Märchen von Jenny von Droste-Hülshoff hatten. Dass ich von alldem keine Ahnung hatte, verbuche ich einfach unter dem Aspekt: wieder was gelernt.

Es war eine absolute Überraschung für mich, dass Frau Kinkel auch noch die alte Leihbibliothek Krieger in Marburg erwähnt, da ich durch Zufall wusste, dass dies die alte Buchhandlung Elwert in der Oberstadt in Marburg, direkt neben dem Oberstadt Aufzug – jetzt Lehmanns Universitätsbuchhandlung, ist.

Dass der Krimi immer interessanter und man immer mehr in das Kassel von 1821 eingesaugt wird, ist ein positiver Nebeneffekt und nicht zu unterschätzen, denn man möchte ja wissen, wer die ehemalige Mätresse des alten Kurfürsten umgebracht hat. Mit zunehmender Dauer wird es ein Pageturner, der einen nicht mehr loslassen will. Um es mal direkt zu sagen, teilweise störten mich die Anrufe von Freunden und Bekannten, weil man so sehr in die Geschichte eingesaugt wird. Für das genervte „Ja“ möchte ich mich bei allen Betroffenen entschuldigen.  Wenn sie das Buch selber lesen, werden sie es verstehen, warum jeder Anruf stört.

Am Anfang habe ich mir mit der Sprache wirklich ein wenig schwergetan, da sie nicht so unbedingt leicht lesbar daherkommt. Wie so oft muss man sich auf den Schreibstil der Autorin einlassen.  Er ist nicht wirklich schwer, sondern man hat das Gefühl, in der Zeit ein wenig zurückgedreht zu werden. Es sind einfach Kleinigkeiten, wie die Zitate und Ausdrucksweisen der damaligen Zeit. Frau Kinkel hat sich dem ein wenig angepasst, ob nun gewollt oder ungewollt, es passt einfach. Der ganze Fall ist so aufgebaut, als wäre er wirklich geschehen, als wäre man dagewesen. Dies habe ich ja schon bei „Schlaf der Vernunft“ festgestellt, und nun wieder. Frau Kinkel kann einen Fall so in die reale Geschichte einbauen, dass man meint, dies muss es genauso gegeben haben. Auch hier sind wieder starke Frauen am Werk, wie auch schon bei „Manduchai“, um nur ein Beispiel zu nennen. Generell ist keine der Personen irgendwie schwach oder eindimensional, sondern selbst Wilhelms und Jacobs Schwester Lotte kommt irgendwie toll rüber.

Es ist ein Krimi, der die Probleme der Gesellschaft aufzeigt, welche 1821 nicht nur in Kassel herrschten, sondern auch in den vielen anderen kleinen Staaten in Deutschland. Ich bin schon jetzt gespannt auf das, was Frau Kinkel als nächstes anfasst und ich denke und hoffe, dass sie mich überraschen wird, wie auch mit dem Mörder bei „Grimms Morde“. Für mich war es spannend, überzeugend und lehrreich, diesen historischen Roman zu lesen und es hat mich auch neugierig gemacht auf Annette von Droste-Hülshoff, die Gebrüder Grimm und die Zeit in der sie lebten. Was will man mehr?

Verlag: Droemer – Knaur

ISBN: 978-3-426-28101-7


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