[Interview] Michael Engler über das Buch Wir zwei sind füreinander da

  • Herr Engler, mit „Wir zwei sind füreinander da“ kehren Sie mit einer berührenden Geschichte in die Welt von Hase und Igel zurück. Dort steht der Frühling vor der Tür. Wie fühlte es sich an, die beiden wiederzutreffen?
    • Hase und Igel sind ohnehin ständig bei mir. Ich überlege immer, wie die zwei mit bestimmten Situationen umgehen würden, oder denke mir aus, was ihnen noch passieren könnte. Das notiere ich und entscheide später, ob die Idee für eine weitere Geschichte reicht.
  • Wer oder was brachte Sie auf die Idee von der Geschichte vom kranken Hasen?
    • Eine Erkältung, die ich mir bei einer Lesung zugezogen habe. Das Leben eines Autors ist also nicht ganz ungefährlich.
  • Was bewegt den Igel schließlich dazu, am Krankenbett seines Freundes zu wachen?
    • Das, was jeden von uns dazu bewegt, an Krankenbetten zu sitzen: Liebe.
  • Was macht den Hasen und den Igel zu so guten Freunden?
    • Ich glaube, sie passen deshalb so gut zusammen, weil sie unterschiedlich sind und diese Unterschiede einfach hinnehmen, ohne den anderen ändern zu wollen. Bislang jedenfalls.
  • Welcher Nebenfigur gehört Ihr Herz ganz besonders?
    • Dem Rotkehlchen und der Maus. Weil ich nämlich nie weiß, was Joëlle zu den beiden einfällt, und damit jedes neue Buch auch für mich eine Überraschung bereithält.
  • Wie wichtig sind Freunde für Sie, wenn Sie an einem Buch arbeiten? Bringt auch Ihnen jemand dann mal eine Tasse Tee?
    • Wenn ich an einem Buch arbeite, bin ich am liebsten absolut ungestört. Die Tasse Kaffee mache ich mir dann auch gerne selbst, das sorgt wenigstens für etwas Bewegung und bringt Abwechslung in die Sitzhaltung.
  • Haben Sie, wie der Hase im Winter, wenn der Igel schläft, auch einen Freund, den Sie viel zu selten sehen?
    • Ja. Den hat doch vermutlich jeder von uns. Oder? Ich finde, es wird einem gerade während der Corona-Krise schmerzlich bewusst, wie sehr man seine Freunde vermisst. Aber zum Glück gibt’s ja das Telefon.
  • Was ist für Sie die beste Medizin, wenn Sie krank sind?
    • Ruhe. Ich ziehe mir am liebsten die Decke über den Kopf und warte, bis es vorbei ist.
  • Für wen haben Sie das Buch geschrieben, wem empfehlen Sie es?
    • Für alle großen und kleinen Schnupfennasen. Und die, die sie liebevoll umsorgen. Und denen empfehle ich es auch. Ich glaube, die Gedanken, die sich der Igel macht, und die Gefühle, zwischen denen er hin- und hergerissen ist, kennt jeder. Für Kinder ist es bestimmt hilfreich zu sehen, dass andere ebenso fühlen.
  • In der Geschichte ist es der Biber, der schließlich die Idee hat, dem Hasen abwechselnd Gesellschaft zu leisten, während er gesund wird. Warum der Biber?
    • Der Biber ist mit dem Wiesel ganz neu im Wald und mir war es wichtig zu zeigen, dass sie sehr schnell ein wichtiger Teil der Gemeinschaft geworden sind.
  • Würden Sie auch gern Winterschlaf halten oder mögen Sie die kalte Jahreszeit?
    • Ich mag den Winter eigentlich sehr viel lieber als den Sommer. Es geht doch nichts über einen knackig kalten Tag mit Sonne und knirschendem Schnee. Könnte ich also vielleicht Sommerschlaf haben?
  • Verraten Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt?
    • Oh, da kommen ein paar Dinge. Wir Zwei wird durch andere Formate erweitert und natürlich geht es auch mit den Mauskowskis weiter. Ansonsten freue ich mich auf Vorlesebücher mit großartigen Illustratoren, die demnächst bei Baumhaus erscheinen.

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