[Kindertheater] Pettersson & Findus oder wie man kleine Kinder ruhig bekommt

[Kindertheater] Pettersson & Findus oder wie man kleine Kinder ruhig bekommt

8. Oktober 2019 0 Von Markus

Kindertheater ist oft so eine Sache, die irgendwie unter meinem Theaterradar hindurch huscht. So war dann auch mein Gedanke an der Arbeit, ein Kindertheater, das könnte interessant werden. Und dann auch noch aus unserer Gegend und Pettersson & Findus – klingt ja mehr als interessant.

Also schälte ich mich am Sonntagmorgen aus meiner Wohnung, um in unser Bürgerhaus zu laufen. Das erste, was mir auffiel, es waren einige Väter mit Kind unterwegs, und die Menschen an der Kasse gingen sehr freundlich mit den Kindern und Erwachsenen um.

Im Bürgerhaus war der Saal 20 Minuten vorher schon fast ausverkauft und zum Start der Vorstellung ist es wirklich so, dass bis auf ein paar Stühle alles voll ist. Natürlich ist es so, dass die Kinder schon ein wenig rumturnen, kleine Kinder im Alter von 2,5+ Jahren kann man, wenn Altersgenossen da sind, nun mal schwer ruhig bekommen. Dann kommt der Gong, mehr oder weniger wie im Stadttheater, die Kinder werden freundlich aufgefordert sich langsam zu setzen und dann kam noch ein Gong und der Saal wurde dunkel.

In dem Moment, als Peterson auf der Bühne erscheint ist es still. Klar, ist es nicht so still wie im Stadttheater, aber von Minute zu Minute wird es ruhiger, bis zu dem Punkt, wo die Kinder zum Mitmachen aufgefordert werden. Natürlich wird auch viel gelacht. Dann dauert es auch mal länger, bis sich die Kinder wieder beruhigt haben. Ganz toll sind da immer wieder die Hühner, die wirklich alleine schon ihr Geld wert sind.

Der Schauspieler, der Petterson spielt, gibt einem das Gefühl, er ist Petterson in Fleisch und Blut. Er ist ein wenig schusselig, was man schon an der Situation merkt, als die Nachbarin Beda Findus zu Pettersson bringt.

Einfach ansehen und lachen oder zumindest schmunzeln. Gut gelöst wurde die Situation, wie Findus das Sprechen lernt. Jeder im Saal konnte sich vorstellen was da gerade passiert und warum. Es war wirklich gut gemacht. Gerade das Bühnenbild und auch die Kostüme sind mit viel Liebe gestaltet, mit schönen Farben und Formen, alles ist kindgerecht und mit viel Liebe zum Detail gemacht.

Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Sequenzen, in der die Kinder hineinrufen können und zum Mitmachen aufgefordert werden. Mal werden Gewürzen oder andere Gegenständen gesucht, mal wird ein Kind auf die Bühne gerufen, damit es beim Aufpumpen des Fahrrads hilft. Immer wieder werden die Kinder mit eingebunden. Das lockert die ganze Atmosphäre auf.

Dann kommt eine kleine Pause. Man merkt, dass die Kinder nach 50 Minuten doch etwas unruhig werden, wobei ich sagen muss, huch es sind schon 50 Minuten rum gewesen! Das ging dann doch sehr schnell, auch für mich als Erwachsener, wobei auch die Erwachsenen doch sehr gerne lautstark mitgelacht haben. Es ist wie immer, was für Kinder schön ist, ist auch oft für Erwachsene schön. Es ist so dieser besondere Zauber, der uns alle immer wieder einfängt.

Nach der kurzen Pause, geht es gleich weiter und alles steuert dem fulminanten Schlussspurt entgegen, der mit einem „Feuerwerk“, einem Gespenst und einem Fuchs endet.

Komme ich nun zum Fazit. Gut, der Eintritt von 14 € für Kinder mag im ersten Moment hoch erscheinen, Wenn man aber bedenkt, dass alle Kinder und auch die Erwachsenen ruhig und gebannt waren und, dass dies ein Familientheater ist, und nicht irgendwie subventioniert wird, kann man doch gerne mal etwas mehr bezahlen. Dabei sollte man auch bedenken, dass ein Kinobesuch noch immer teurer ist und hier können die Kinder mitmachen, die Fantasie wird angeregt und es zeigt sich, dass die Mittel, die mich als Kind im Theater ruhig und konzentriert machten, noch immer funktionieren. Es ist noch immer so, dass der Vorhang hochgeht und es hat einen besonderen Zauber, in diesem Fall, einen mit viel Herz und Liebe. Vom Hereinkommen bis zum Herausgehen funktioniert alles und ich kann jedem, der ein kleines Kind hat, nur empfehlen, wenn das KiWi Kindertheater in ihre Stadt oder Region kommt, es zu besuchen und dem Zauber des Kindertheaters zu erliegen.