Marc Zeichnet schwarz – weiß – Karsten Harms

Marc Zeichnet schwarz – weiß – Karsten Harms

16. Juli 2015 0 Von Markus

Inhalt :

Engel oder Teu­fel? Lie­be oder Trie­be? Vita­li­tät oder Selbst­mit­leid? Marc schwankt zwi­schen Extre­men und ver­sucht dabei stets, sich selbst treu zu blei­ben. Sei­ne Mit­men­schen, ob mit guten oder schlech­ten Absich­ten, sind dabei nicht immer hilf­reich:

Sei es der über­heb­li­che Chef, des­sen her­ab­las­sen­den Tadel Marc sich nicht län­ger gefal­len las­sen will – wor­auf­hin er prompt gefeu­ert wird; sei es die Exfreun­din, die statt Mit­ge­fühl nur Vor­wür­fe zu bie­ten hat, oder die span­nen­de neue Bekannt­schaft, die Marc der­ma­ßen ver­wirrt, dass er kaum wagt, ihren Brief zu öff­nen. Am Ende einer ereig­nis­rei­chen Woche fin­det er sich in einer psych­ia­tri­schen Kli­nik wie­der und reka­pi­tu­liert, was ihn und die Welt an die­sen Punkt gebracht hat.

 

Rezen­si­on :

 

Und da wäre ich wie­der bei mei­nem übli­chen Pro­blem, wenn ich nicht immer wie­der auf Men­schen aus den Ver­la­gen hören wür­de, was wäre dann? Ich kann es euch sagen, ich hät­te z.B. die­ses sehr inter­es­san­te Buch ver­passt.

Wobei ich dann auch wie­der­um sagen muss, ich selbst habe mich oft genug ein­fach hin­ge­setzt und das Buch wie­der bei­sei­te­ge­legt, um immer wie­der ein­mal dar­über Nach­zu­den­ken.

Aber kom­me ich nun erst ein­mal zu Marc und dem Buch von Kars­ten Harms. Es beschreibt wie schnell man eigent­lich in einer „Klap­se“ lan­den kann. Es beschreibt einen Men­schen, der immer wie­der ver­sucht hat, es ande­ren recht zu machen, aber sich selbst dabei ver­ges­sen hat. Er hat­te das Gefühl, dass er weder sei­nem Vater, noch Freun­den gut genug war.

Wenn man etwas macht, was man eigent­lich nicht machen woll­te, wenn man sich selbst dann ein­fach nicht gut genug ist, auch wenn es einem sehr leicht fal­len kann, es brennt einen ein­fach aus.

Herr Harms beschreibt für mich einen Men­schen, der immer mehr am aus­bren­nen ist. Man nennt es heu­te Burn Out.

Er beschreibt, sei­ne inne­re Aggres­si­on, die er unge­hemmt nach drau­ßen lässt, ob es nun gerecht­fer­tigt ist, oder ob es schlicht über­trie­ben ist, sei ein­fach ein­mal dahin­ge­stellt. Teil­wei­se war mei­ne Über­le­gung, wann geht er denn nun eigent­lich ein­mal schla­fen oder wann schläft er ein­mal län­ger wie 2 oder 3 Stun­den am Stück. Auch sind die Gedan­ken­gän­ge von Marc für mich sehr gut nach zu voll­zie­hen. Für ande­re scheint es viel­leicht so, dass man denkt, huch wie lus­tig, war­um geht er den nicht ein­fach zur Poli­zei, mel­det den Dieb­stahl und bean­tragt dann nicht ein­fach einen neu­en Per­so­nal­aus­weis, dann kann er wie­der auf die Bank und kann sein nor­ma­les Leben wei­test­ge­hend wie­der auf­neh­men.

Ich den­ke, dies sind die Grund­zü­ge einer Depres­si­on und Burn Outs. Man kann die ein­fachs­ten Din­ge ein­fach nicht mehr selbst ohne Anlei­tung. Man ist nicht voll­kom­men ver­blö­det, son­dern man hat Schwie­rig­kei­ten sei­nen All­tag zu leben, also vor die Tür gehen, den Roll­la­den hoch machen, um nur eini­ge Din­ge zu beschrei­ben. Wes­we­gen vie­le Men­schen, die in einer Depres­si­on oder Burn Out sind, erst ein­mal das schwers­te machen müs­sen – näm­lich das nor­ma­le Leben wie­der ler­nen müs­sen; also Din­ge, die dir oder mir total logisch und ein­fach erschei­nen.

Mir hat die­ses Buch eher Angst gemacht, auch wenn eini­ge die­ses Buch zum Schrei­en Komisch fan­den und lus­tig. Für mich ist es eines der emo­tio­nals­ten und inter­es­san­tes­ten Bücher der letz­ten Mona­te, wobei ich viel­leicht mit mei­ner Inter­pre­ta­ti­on des Buches falsch lie­ge und es viel­leicht doch nur ein lus­ti­ges Buch sein soll­te, aber jeder Mensch inter­pre­tiert Bücher anders. Ich kann mich nicht dar­an erin­nern, dass wir in der Schu­le immer einig waren was Schil­ler oder Goe­the nun mit dem einen oder ande­ren Satz wohl mein­te.

Also bleibt es mal wie­der nur bei mei­nem Tipp, den ich eigent­lich bei jedem Buch einem Men­schen geben kann: viel­leicht mal irgend­wo rein­le­sen und dann kau­fen, wenn einem die ers­ten Sei­ten gefal­len. Ich weiß eines bei aller Schwe­re der Kost für mich, ich wür­de es euch ein­fach sehr ans Herz legen, euch die Zeit zu neh­men und viel­leicht auch mal zwi­schen­durch ein­fach ein wenig sich selbst zu ent­schleu­ni­gen. Und wie wäre es ein­fach ein­mal mit allem etwas lang­sa­mer zu machen und dann es ein­fach so zu machen wie ihr es wollt und nicht so, wie es ande­re, die es immer gut mit einem mei­nen, haben wol­len.

Aber bit­te ver­fallt nicht in Ego­is­mus, son­dern bleibt euch ein­fach treu und ver­letzt nie­mand ande­ren. Weder mit Wor­ten noch Taten.

 

Ver­lag: Wenz Ver­lag

ISBN: 978–3-937791–42-5
Marc Zeichnet schwarz – weiß – Karsten Harms

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