Mörderhotel  – Wolfgang Hohlbein

Mörderhotel – Wolfgang Hohlbein

29. November 2015 0 Von Markus

Mörderhotel  – Wolfgang HohlbeinInhalt :

230 Men­schen gehen auf sein Kon­to: Her­man Webs­ter Mud­gett, den unglaub­lichs­ten Seri­en­mör­der aller Zei­ten. In Chi­ca­go errich­tet er eigens ein Hotel, um sei­ne Taten zu bege­hen. Ein Hotel, in dem es Fall­tü­ren, ver­bor­ge­ne Räu­me, Geheim­gän­ge, einen Fol­ter­tisch, ein Säu­rebad und eine Gas­kam­mer gibt. Sei­ne Opfer erleich­tert er um ihr Geld und ver­kauft ihre Lei­chen an Medi­zi­ner. Nie­mand weiß, was im Kopf die­ses Men­schen vor sich geht. Bis die Poli­zei ihm auf die Spur kommt und eine gna­den­lo­se Jagd beginnt…

Rezen­si­on :

Tja, da waren sie wie­der mei­ne Pro­ble­me. Ich habe nun etli­che Jah­re einen gro­ßen Bogen um Wolf­gang Hohl­bein gemacht, da er mir schon zu vie­le Roma­ne im Jahr ver­öf­fent­licht hat.

Aber zur Buch­mes­se wur­de er mir ange­bo­ten. Und was soll ich sagen?  Das schrei­be ich euch zum Schluss.

Ich habe also die­ses Buch in die Hand genom­men und muss­te dann fest­stel­len, dass die­ser Roman von Anfang an zu fes­seln weiß! Herr Hohl­bein schafft es direkt, einen in eine Zeit des Umbru­ches nach Chi­ca­go zu ent­füh­ren.

Er beschreibt die Stadt Chi­ca­go um 1893. Mag es nun die Hoch­bahn sein, die in die­ser Zeit auch für die Welt­aus­stel­lung gebaut wor­den ist, oder auch die Armut der Stadt außer­halb der Welt­aus­stel­lung, alles ist sehr plas­tisch dar­ge­stellt. Man kann an man­chen Punk­ten den Dreck und die Armut der Stadt rich­tig füh­len und schme­cken, was er aber nicht durch ellen­lan­ge Beschrei­bun­gen macht, son­dern immer nur kurz aber genau anreißt.

Es wer­den häu­fig Rück­blen­den ein­ge­baut, die Mud­gett in sei­ner Kind­heit oder wäh­rend des Stu­di­ums beschrei­ben. Man kann so auch den Men­schen Her­man Webs­ter Mud­gett bes­ser ken­nen­ler­nen und wann es mit sei­ner, ich nen­ne es mal „Pas­si­on“, ange­fan­gen hat.

Wenn der Tod eines Men­schen beschrie­ben wird, bricht der Autor immer wie­der kurz vor dem Ende ab, was mei­ne Fan­ta­sie immer wei­ter befeu­ert hat und das was ich mir dann aus­ge­malt habe, war wirk­lich erschre­ckend und ging durch die­sen Kniff mir per­sön­lich ein­fach unter die Haut.

Auch unter die Haut gehen die Säu­re­bä­der, die immer wie­der vor­kom­men, wo beschrie­ben wird wie sich alles lang­sam von den Kno­chen ablöst. Fak­tisch nüch­tern, aber nichts für schwa­che Ner­ven.

Der Anfang vom Ende ist in die­sem Buch, wo Arlis ihre Schwes­ter sucht und auf Hol­mes stößt.

Alles was ich nun schrei­ben wür­de, wür­de auch die wei­te­re Geschich­te die­ses Buches angrei­fen und ich wür­de ver­ra­ten, wie es aus­geht.

Wolf­gang Hohl­bein hat mich mit die­sem Buch abso­lut begeis­tert, die Mischung aus Hor­ror, Thril­ler, Psy­cho­dra­ma und Geschichts­un­ter­richt, kann einen ein­fach nur begeis­tern. Es hat immer wie­der eine Mischung aus Tem­po und kur­zen Ruhe­pha­sen, wo man auch mal wie­der das Buch aus der Hand neh­men kann. Und man fest­stellt, dass schon wie­der ein paar Stun­den vor­bei sind, und man doch noch was Trin­ken oder essen woll­te.

Alles in allem ist es ein Roman, den man lesen soll­te, wenn man auf Hor­ror oder Thril­ler steht, aber nicht unbe­dingt, wenn man selbst ein wenig zart besai­tet ist und dann viel­leicht Pro­ble­me mit dem Ein­schla­fen bekommt, wenn einem mal wie­der die Phan­ta­sie durch­geht, denn die­se wird in bes­ter Hitch­cock-Manier ange­regt.

Scha­de ist es teil­wei­se, dass sich Herr Hohl­bein nicht kom­plett an die his­to­ri­schen Fak­ten gehal­ten hat, aber viel­leicht ist es auch genau so rich­tig. Genau weiß ich es nicht und man soll­te viel­leicht ein­fach ein­mal die Mühe machen, über Her­man Webs­ter Mud­gett oder H.H. Holms zu recher­chie­ren. Ich wün­sche euch auf alle Fäl­le viel Ver­gnü­gen beim Lesen des über 840 Sei­ten lan­gen Romans.

Ver­lag: Bas­tei – Lüb­be

ISBN: 978–3-7857–2548-1


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