NOW Du bestimmst, wer überlebt. – Stephan R. Meier

NOW Du bestimmst, wer überlebt. – Stephan R. Meier

9. Januar 2017 0 Von Markus
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NOW Du bestimmst, wer über­lebt. – Ste­phan R. Mei­er” width=“426” height=“650” srcset=“https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/now.jpg 426w, https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/now-98x150.jpg 98w, https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/now-249x380.jpg 249w” sizes=”(max-width: 426px) 100vw, 426px” /> NOW Du bestimmst wer ueber­lebt von Ste­phan R Mei­er

Inhalt:

Ein Mann streunt durch dich­te Wäl­der, immer auf der Flucht vor her­an­na­hen­den Droh­nen, die sei­nen Tod bedeu­ten kön­nen. Sein Name ist Spark. Noch vor Kur­zem wur­de sein Leben von dem intel­li­gen­ten Algo­rith­mus NOW gere­gelt, und Spark hat­te alles: Gesund­heit, Sex, Nah­rung. Doch dann ent­deck­te er, was hin­ter dem Tod sei­nes Vaters steckt. Wie gefähr­lich die All­macht NOWs ist. Und dass die Frau, die er liebt, ver­sto­ßen wur­de – dort­hin, wo jeden Tag das nack­te Über­le­ben auf dem Spiel steht. Damit beginnt Sparks Kampf. Für die Zukunft der Welt. Für die Lie­be sei­nes Lebens.

Rezen­si­on:

Manch­mal sitzt man da und kann das was man liest nicht fas­sen. Die Fra­ge wel­che ich mir stel­le ist fol­gen­de, wer­den deut­sche Autoren immer bes­ser? Oder trau­en sie sich ein­fach mehr?

Ich habe gera­de NOW von Ste­phan R. Mei­er gele­sen und füh­le mich an 1984 von Geor­ge Orwell erin­nert, aber nicht, weil es ein Abklatsch ist. Nein, die­ses Buch ist für mich uner­reicht. Die Par­al­le­le ist, dass der Autor eine Zukunft beschreibt, wel­che in mei­nen Augen abso­lut mach­bar ist. Eini­ges aus 1984 ist heu­te schon Rea­li­tät. Bei NOW kann ich mir das für die Zukunft auch vor­stel­len.

Für mich ist NOW auch ein Roman, wel­cher die Gen­re­gren­zen ver­schwim­men lässt. Es ist einer­seits ein Sci­ence-Fic­tion-Roman, der eine sehr vor­stell­ba­re Zukunft beschreibt, ande­rer­seits ist es auch ein Thril­ler, der sehr unter die Haut geht und einen beschäf­tigt.

Zum einen wird das Pro­blem einer Freund­schaft the­ma­ti­siert, wel­che doch zer­bricht, da einer der bei­den Freun­de eine neue Welt­ord­nung begrün­den will –  mit sich als Ober­haupt! Der ande­re will eben­falls eine neue Welt­ord­nung, aber eine in der jeder gleich­be­rech­tigt ist und der Com­pu­ter nur unter­stüt­zend tätig wird.

Zum ande­ren beschreibt der Autor aber auch eine Welt, die zwei­ge­teilt ist. Ein Teil der Welt wird in das tiefs­te Mit­tel­al­ter kata­pul­tiert, wo es kei­nen Strom mehr gibt, kei­ne Infra­struk­tur, Gesund­heits­vor­sor­ge etc. Dies bedeu­tet, dass die Bevöl­ke­rung in die­sem Teil schrumpft. Dort leben 99% der Welt­be­völ­ke­rung.

Nur 1% der Bevöl­ke­rung wird durch NOW „geret­tet“, da ansons­ten die Res­sour­cen nicht rei­chen, es also nicht genug Platz gibt, also gesun­de Erde, Was­ser und Strom um eini­ge zu nen­nen. Die­ses Pro­zent lebt in einem para­dies­ähn­li­chen Land. Es wird kein Geld mehr gebraucht. Der Com­pu­ter unter­stützt einen. Der Mensch kon­zen­triert sich nur noch dar­auf, etwas zu erfin­den und zu kon­stru­ie­ren, oder sich kul­tu­rell zu betä­ti­gen.

Ste­phan R. Mei­er beschreibt, wie es zu die­ser Welt­ord­nung gekom­men ist. Dies ist so auf­re­gend, dass es einen nicht mehr los­lässt, wenn man sich auf das Buch ein­ge­las­sen hat. Natür­lich es gibt einen Guten und einen mehr oder weni­ger Bösen und es gibt auch eine Lie­bes­ge­schich­te, aber dies ist irgend­wie zweit­ran­gig.

Man saugt alles in sich auf, und kann das Buch spä­tes­tens ab Sei­te 150 nicht mehr aus der Hand legen. weil man so von der Geschich­te gefes­selt wird, dass es zu einem Page­tur­ner der beson­de­ren Art wird.

Aber, und dies miss­fällt mir sehr, manch­mal wünscht man sich, dass die Ver­la­ge oder der Autor sich mal ein wenig mehr traut. Gera­de bei die­sem Buch hät­te ich mir gewünscht, dass man dem Autor ent­we­der mehr Sei­ten zur Ver­fü­gung stellt, also wesent­lich mehr wie die 421 Sei­ten, die das Buch hat, oder man macht einen ande­ren Schluss und dann noch einen zwei­ten Band, wie z.B. bei Other­land. Wo die Bücher ja auch Wäl­zer sind, mit dem man einen erschla­gen kann. Der Schluss von NOW kommt ein­fach zu schnell daher. Es ist im Gegen­satz zu dem Rest des Buches als wür­de der Autor ren­nen, und dabei hat er den­noch einen Schreib­stil, wel­chen man ein­fach als fes­selnd bezeich­nen muss. Die­ser Mann und die­ses The­ma haben ein­fach mehr ver­dient.

Ich wün­sche mir von Her­zen, dass man die­sem Autor noch ein paar Thril­ler oder Sci­ence-Fic­tion-Roma­ne, oder wie man es nen­nen möch­te, schrei­ben lässt und viel­leicht traut man sich dann auch mal etwas mehr im Hin­blick auf Platz zu oder wagt eine Tri­lo­gie. Ich wün­sche es mir und ich hof­fe, dass es euch genau­so geht. Bis auf die Abstri­che was das Ende betrifft, kann ich jedem das Buch nur ans Herz legen, der ein wenig über die Welt von mor­gen nach­den­ken möch­te.

Ver­lag: Pen­gu­in – Ver­lag

ISBN: 978–3-328–10049-2
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