[Rezension] Achtsam scheitern – Christin Henkel

Inhalt:

Wie ich die Erde retten und dabei gut duften wollte

Alle reden vom Klima, außer Christin Henkel. So darf es nicht weitergehen! Also macht sie sich auf in die schöne neue Ökowelt. Mit Demeter-Denis und Tantra-Torben erkundet sie den tollen neuen #greenlifestyle. Denn was zählt mehr als ein reines ökologisches Gewissen, so wie es um unseren Planeten bestellt ist? Sie besucht ein Achtsamkeitsseminar, lebt unter Eso-Hipstern in Brandenburg und erfährt von Zero Waste, Golden Milk und Sextoys aus Naturmaterialien. Man zeigt ihr, wie man den Moment lebt und wertschätzend mit sich selbst und mit der Natur umgeht. Lastenfahrrad statt Auto! Sie erzählt heitere Fleckengeschichten aus dem Unverpackt-Laden, von dem heißen Tipp, die Haare mit Roggenmehl zu waschen, von dem phantastischen Vorsatz, Marie Kondo zu folgen, alles auszumisten und reinen Tisch zu machen – um dann doch alles zu behalten. Und schließlich macht ihr die Corona-Krise ein Geschenk: Christin Henkel lernt, wie ihr Leben von heute auf morgen entschleunigt werden kann, auch wenn das Toilettenpapier fehlt. Slow Food, slow sex, greentastic!

Rezension:

Manchmal wünsche ich mir, ein lustiges Buch, mit einem gewissen Anspruch und dies ist schon alleine wegen Corona momentan wichtiger als sonst.

Da ich von der Autorin schon anderes gelesen hatte und es mich damals begeisterte, freute ich mich auf das neue Buch. Erstmal fand ich schon alleine den Titel erheiternd. „Achtsam scheitern“ machte mich noch neugieriger und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich dieses Buch neben den anderen Achtsamkeitsbüchern vielleicht nicht ernst nehmen kann.

Die Geschichte beginnt in Berlin, wo Christin mit ihren Freunden Manuel und Mona auf Denis trifft, der irgendwo in das „brandenburgische Outback“ gezogen ist und dort sein Obst und Gemüse nun selbst anbaut. Schon alleine das Treffen in Berlin war klasse, wo die Autorin beschreibt, wie ihre Freundin Mona mit dem Lastenfahrrad am Bahnhof ankommt. Alleine diese Szene war für mich ein Brüller wert.

Danach lernt man etwas über die Grüne Kindheit von Christin in Thüringen und ja, mir war schnell klar, dass die Kinder in der Grundschule sie gemieden haben und sie wohl wenig Besuch zuhause bekam. Das dürfte an dem Pappfernseher, dem wiederverwendeten Papier und der Mangel an Süßigkeiten und geeigneten Spielzeug gelegen haben. Dies ist für Kinder ja immer wieder wichtiger als Erwachsene glauben wollen. Bei uns auf dem Dorf war immer ein reger Austausch beim Spielen. Wir waren im Wechsel bei jedem zuhause, je nachdem was für Wetter gerade war und wonach uns die Laune stand. Bei jedem war etwas Anderes toll. Man kann es auch Spielzeugsharing nennen.

Ordnung schaffen nach Kondo, da ist dann ein Schwachpunkt von mir gefunden, denn es liegt komischerweise immer wieder ein Buch etc. in der Wohnung rum. Bücher wegwerfen kommt für mich allerdings nicht in Frage! Ich hänge sehr an meinem Chaos, genauso wie es bei der Autorin anscheinend auch ist.

Ich könnte über jedes Kapitel etwas schreiben, aber selbst lesen und lachen und nachdenken macht wie immer klug. Ich finde, dass wir in der heutigen Zeit weniger Fake News oder Menschen, die Verschwörungstheorien zum besten geben brauchen. Da ist mir lieber, wir lachen über das Einkaufen in einem Unverpacktladen. Immer wieder kommt es zu lustigen Situationen, in denen sich Christin nicht so ganz ernst nimmt. Ihre Sprache von ist einfach genial. Sie nimmt ihr Umfeld aufs Korn, aber auch sich selbst und ich kann ihr nur zustimmen, dass wir immer einen Mittelweg finden sollten und das Ganze nicht zu verbissen sehen sollten. Eher es langsam von innen von statten gehen lassen, aber dafür nachhaltig, Also lasst uns doch zusammen mit der Autorin achtsam lachen und nachdenken und nicht achtsam scheitern und vielleicht noch nebenbei ein Lied von Christin Henkel hören, vielleicht „Elternzeit“ und an die Romanfigur Mona denken.

Verlag: Eulenspiegel Verlag

ISBN: 978-3-359-01394-5

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