[Rezension] After the Fire – Will Hill

Inhalt:

Der einzige Weg aus der Dunkelheit ist, ein Feuer zu entzünden

Schwer verletzt liegt die 17-jährige Moonbeam im Krankenhaus und sieht sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. Sie, die zu den wenigen Überlebenden nach der schrecklichen Brandkatastrophe gehört, soll erzählen, wie das Leben war auf der Farm der Gotteslegionäre. Wie ist es zu dem schrecklichen Feuer gekommen, wie zu der Schießerei zwischen den Gotteslegionären und der Polizei? So viele sind gestorben. Zögerlich öffnet sich Moonbeam, glaubt, dass man ihr helfen will, und fängt an zu erzählen, wie das Leben vor dem Feuer war und wie das Leben sich danach anfühlt. Eine Sache aber kann sie nicht erzählen. Doch sie muss aussprechen, was sie getan hat, will sie nicht daran zerbrechen.

Rezension:

Ich liebe es ja, Bücher zu bzw. mit besonderen Themen in zu lesen. Diesmal ging es um eine Sekte, und zwar die Legion Gottes. Diese lebt irgendwo in der Wüste weit ab von größeren Städten. Die Gruppe wird vom charismatischen Führer Father John geleitet, der die Menschen mit harter Hand führt und sie immer wieder in genau so steuert, wie er sie haben möchte.

Ausschließlich Amos, einer der Bewohner, darf jeden Freitag in den nächsten Ort fahren, um Einkäufe zu erledigen, und die Pakete, die an Father John gerichtet sind, abzuholen. Dazu gibt es noch vier Zenturios, die als einzige immer Waffen tragen und auch wie Father John Strafen aussprechen dürfen. Unsere Hauptperson ist Moonbeam, ein Teenager. Sie hat die meiste Zeit ihres Lebens in der Basis der Legion Gottes verbracht.

Der Beginn ist eigentlich das Ende der Basis. Die FTA greift die Basis an. Es brennt überall. Überall wird geschossen. Die Legion Gottes wehrt sich gegen, wie sie es nennt, die Diener der Schlange. Moonbeam liegt schwerverletzt am Boden und reicht einem der Diener der Schlange einen Schlüssel und sagt, dass in den Baracken vor ihnen noch Kinder sind.

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Kurz darauf finden wir uns als Leser in einer Klinik wieder, in der sie operiert wird. Sie hat Angst vor den Menschen und vor dem, was die Ärzte mit ihr machen, zu tief sitzt das „Gift“ von Father John. Später kommt sie in eine psychiatrische Klinik. Dort sitzt Moonbeam in einem kleinen Zimmer, welches sogar etwas größer ist als ihr eigenes Zimmer auf der Basis. Schwester Harrow bringt Moonbeam zu ihrer ersten Sitzung mit Doktor Hernandez, der den Prozess begleiten und sie stärken möchte. Sie unterhalten sich und man merkt, dass zwischen Moonbeam und Hernandez die Chemie stimmt. Kurze Zeit später kommt der FBI Agent Carlyle dazu und sie wird über die Legion Gottes befragt. Das was Moonbeam über die Sekte erzählt, ist wie ein schlechter Film. So viel Hass und Manipulation wie bei der Legion Gottes machen einem Angst.

Aber lest selbst, denn der Autor Will Hill hat das Buch gut konzipiert und es saugt einen immer mehr in die Geschichte. Es bewegt sich beständig zwischen den Zeitebenen – vor dem Brand und nach dem Brand. Man lernt Moonbeam und die Legion Gottes sehr gut kennen. Es zeigt, wie aus einer wohl anfangs guten Idee, später nach einem „Putsch“, aus einer sanften Bewegung auf einmal eine hörige und paramilitärische Gruppe werden kann.

Viele der Sprüche von Father John sind eigentlich bekannt und ja, manchmal erinnert es mich an die Verschwörungstheoretiker momentan bei der CoVid-19 Pandemie, die anscheinend auch aus dem Boden schießen wie Unkraut.

Sicher ist, dass in keinem Staat der Welt alles perfekt ist, weder in Deutschland noch in Amerika. Aber eine demokratische Grundform hat schon was! Und das was Father John unter dem Deckmantel Gottes aufbaut, ist eine Diktatur unter einem gottgleichen Herrscher.

Aber komme ich zu meinem Fazit. Auch wenn man meint, dass man das Ende kennt, ist es spannend, zu lesen. Man erwischt sich oft bei dem Gedanken, nur noch ein Kapitel weiter lesen und plötzlich sind es drei. Man merkt, wie nahe es einem immer wieder geht. Sämtliche Personen wachsen einem ans Herz und man fiebert mit, wie es mit Moonbeam weitergeht und wie es endet. Für mich auch mal eine Idee als Schullektüre, nicht nur in Deutsch, sondern vielleicht sogar im Religionsunterricht. Nur so ein Gedanke, damit man Jugendlichen den Unterschied zwischen Kirche und einer Sekte aufzeigen und erläutern kann worauf man achten muss. Danke für den guten Schreibstil des Autors, die passende Übersetzung von Wolfram Ströle und den Mut, so ein Buch zu veröffentlichen.

Verlag: dtv Verlag

ISBN: 978-3-423-65032-8

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