[Rezension] Das kleine Märchenbuch – Brüder Grimm

[Rezension] Das kleine Märchenbuch – Brüder Grimm

10. August 2019 0 Von Markus

Inhalt:

Sieben Märchen der Brüder Grimm. Mit Illustrationen von Tatjana Hauptmann

Wir glauben an endlose Vorlesestunden, ans Versinken in Geschichten, an Helden und Abenteuer und das am Ende immer alles gut wird. Wir glauben an Farben, Bilder, Luftballons, Wilde Kerle, den guten Geist, den Mondmann, freundliche Hasenmädchen und überhaupt an Hasen. Wir glauben an Tradition und Moderne, ans Erzählen und Bewahren, an Klassiker und neue Talente. Wir glauben an feines Papier und manchmal an Schutzumschläge, an Kunst und an Könner, Wortmagier und Stiftartisten für Kinder und alle anderen.

Rezension:

Ich habe hier „Das kleine Märchenbuch“ aus dem Diogenes Verlag in der Hand, habe die Geschichten gerade gelesen und ja, ich habe gerade Tränen in den Augen. Natürlich kenne ich diese sieben Geschichten, aber ich weiß nicht, ob ihr das kennt, man liest die ersten Zeilen in einem Buch und man wird getriggert.

So ging es mir diesmal mit „Hänsel und Gretel“. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Geschichte vorgelesen bekam. Gut, es waren immer wieder kleine Variationen darin, aber ich habe noch immer dieses Buch vor den Augen und meinen Opa und teilweise meinen Papa, die mir Grimms Märchen vorlesen. Ich bekomme noch immer Gänsehaut davon.

In diesem Buch sind diesmal nur sieben Märchen: Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Das tapfere Schneiderlein, Rotkäppchen, Dornröschen, Rumpelstilzchen und Die Bremer Stadtmusikanten. Es ist ja nur das kleine Märchenbuch, aber bei mir hat es so viel hervorgerufen, dass ich die Stimme meines Opas gehört habe und ich einige kleine Veränderungen, die mein Opa vorgenommen hat, entdeckt habe.

Die kleinen und manchmal großen Bilder, meistens in Schwarzweiß, aber auch in Farbe, runden das Vorleseerlebnis bestimmt ab. Ich finde, die Bilder von Tatjana Hauptmann geben dem Buch noch eine besondere Note. Es ist beim ersten öffnen wie, wenn man einen Märchenschatz öffnet.

Für mich als Hesse, ist es so oder so immer wieder schön, etwas über die Gebrüder Grimm zu lesen, auch wenn die Märchen mir doch sehr geläufig sind, erlebe ich genau diese Geschichten trotzdem immer wieder gerne. Außerdem ist es auch schön, als erwachsener Mann, genau an dieses Vorlesen erinnert zu werden, an dieses Kind-sein, diese Geborgenheit, die man durch Opa und Papa erleben durfte.

Hoffentlich erleben durch das Märchenbuch mit den Geschichten der Brüder Grimm und diesen liebevollen Zeichnungen von Tatjana Hauptmann noch viele Kinder genau das, woran ich beim Lesen des Buches gedacht und was ich gefühlt habe. Ich bin dankbar, für jede erzählte oder vorgelesene Geschichte mit ihren kleinen oder größeren Veränderungen. Ich glaube, vielen Kindern würde es auch heute gefallen, genau dies zu erleben, denn es erzeugt eine unwahrscheinliche Nähe zu Büchern und zu den Verwandten, die vor dem Bett sitzen und vorlesen. Wie wäre es, sie versuchen es auch einmal mit ihrem Kind? Vertrauen sie mir, auch heute lieben es Kinder so etwas zu erleben. Ich habe schon einige Male den Nachbarskindern vorgelesen, um zu testen, wie die Kinderbücher ankommen, und sie wollten danach meistens noch mehr vorgelesen bekommen. Es war für die Kinder spannender als der Fernseher oder andere Dinge. Eigentlich würde ich es nun gerne mit klassischen Märchen versuchen, denn ich glaube, dass auch heute noch die Sprache und die Geschichten viele Kinder in den Bann ziehen!

 Verlag: Diogenes Verlag

ISBN: 978-3-257-01244-6