[Rezension] Die 70er – Hans Hütt

Inhalt:

Schlaghose und Flokati, Plattenbau und RAF – Dinge, Ereignisse, Wörter, die Erinnerungen wecken und uns in ein grellbuntes Jahrzehnt eintauchen lassen. In zehn Kapiteln werden Wörter aus Bereichen wie Mode, Gesellschaft, Kultur oder Politik vorgestellt, die die 70er Jahre prägten. Typische Dekormuster jener Zeit und berührende Schwarzweißfotos machen das Retro-Feeling komplett.

Rezension:

Nun bin ich ja Baujahr 1972 und somit haben mich meine Eltern ein wenig, oder ein wenig mehr, geprägt. Bestimmte Dinge sind bei mir noch immer sehr präsent. Da war die Lavalampe, die auch bei mir in den 80ern noch immer sehr oft an war, da ich das Licht und die Farben sehr gemocht habe. Der Flokati war auch in unserem Wohnzimmer noch sehr lange vorhanden und ich kann mich noch sehr genau an diesen Geruch und das Feeling erinnern.

Der Bratschlauch, den meine Oma immer genutzt hat, wenn sie einen Braten gemacht hat und irgendwie war der Geschmack immer wieder besonders, genauso wie beim Römertopf, der teilweise etwas speckig aussah, aber der Kassler daraus war einfach ein Gedicht.

Schlauchmilch und so kannte ich noch aus der Grundschule, wobei später das ganze in Pappe verpackt wurde. Aber bei uns war es immer so, dass wir jeder Kakao oder Milch bestellt hatten, so als Getränk für die Pause.

Bei der Kleidung kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, dass meine Mutter Clogs getragen hat und ich glaube auch mein Papa hatte immer Clogs zuhause an. Schlaghosen waren wohl eher Anfang der 70er, denn ich kann mich noch an Bilder erinnern, auf denen meine Mutter und Papa Schlaghosen getragen haben, aber diese Erinnerung ist da eher nicht so präsent.

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Was Disco betrifft, kenne ich sogar noch eine Disco aus den 70ern, die sich nie verändert hatte und ich weiß, dass ich diese noch Ende der 90er besucht habe. Ansonsten war ich, und meine Eltern auch, eher dem Rock zu verorten. Kassettenrekorder waren immer in der Nähe und man musste ja irgendwie immer etwas aufnehmen.

Trimm Dich Pfade und so, kannte ich natürlich. Das war aber eher nicht mein Ding, aber natürlich habe ich sie auch ausprobiert.

Froh war ich, dass die Sprachlabore in den 80ern wieder abgebaut wurden, wobei ich mich daran erinnern kann, dass ich in einem Sprachlabor sogar noch Unterricht hatte, wobei es nicht mehr als Sprachlabor genutzt wurde, da die Technik zu teuer und zu anfällig war.

Ihr merkt schon, viele der Wörter der 70er waren für mich mit kleineren oder größeren Emotionen verbunden und so waren die 128 Seiten für mich wie eine Zeitreise in meine Kindheit. Die 70er haben noch bis tief in die 80er bei mir hineingestrahlt. Denn irgendwas gab es immer wieder, mag es der Mettigel gewesen sein oder der Autopudding, den mein Opa samstags beim Autowaschen benutzt hat.

Viele Dinge, die heute noch wichtig sind, haben ihren Ursprung in den 70ern oder haben ihre Anfänge in den 70ern gehabt. Vieles wurde Gott Sei Dank nicht mehr weiterverfolgt, da wäre z.B. das Bonanzarad. Andere Dinge, wie das Bafög, entstanden in den 70ern und sind auch heute noch sehr wichtig. Oder wie lange wird schon über den §218 Diskutiert? Das hat schon in den 70ern angefangen und es ist noch immer nicht zu einem Ende gekommen.

Es ist eigentlich ein einfaches Wörterbuch mit verschiedenen Thematiken, aber es kann einiges an Erinnerungen wiederaufleben lassen, ich für meinen Teil freue mich schon auf die 80er – ein Jahrzehnt, dem ich doch noch mehr zugewandt war.

Verlag: Duden Verlag

ISBN: 9783411742448

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