[Rezension] Die 80er – Hans Hütt

Inhalt:

Allrad und Aerobic, Super-GAU und Mauerfall – Wörter, die Erinnerungen wecken, an ein scheinbar harmloses Jahrzehnt, in dem man Dauerwelle über gigantischen Schulterpolstern trug und samstags “Wetten daß …” guckte. Bis sich plötzlich die Welt komplett veränderte … In zehn Kapiteln werden Wörter aus Bereichen wie Alltag, Gesellschaft, Kultur und Politik vorgestellt, die die 80er prägten. Typische Dekormuster und Fotos machen das Retro-Feeling komplett.

Rezension:

Nach den 70ern kommen die 80er – dies ist einfach logisch. Für mich, einem Kind der 80er, ist es natürlich logisch, dass ich auch in das 80er Buch von Hans Hütt ein Auge werfe. Schließlich ist es ja interessant, wie er mich diesmal triggert, nachdem er mich ja schon bei den 70ern immer wieder mit Gedanken an Früher erheitert und nachdenklich gemacht hat.

Diesmal ist das Buch in Alltag, Jugend, Mode, Sport, Kultur & Unterhaltung, Gesellschaft, Politik, Technik & Umwelt und schließlich Wirtschaft & Wohnen unterteilt.

Mein Alltag als Kind war Anfang der 80er wirklich sehr von Brausepulver beherrscht und ja, Waldmeister Brause habe auch ich nicht gemocht. Die Brausestangen waren nicht so meines und auch nicht in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Unsere „Förmchen-Bande“ war da nicht so drauf, wobei es die überall zu kaufen gab, also z.B. im Schwimmbad, beim Kiosk um die Ecke bei der Schule. Das war aber keine richtige Brause und hat nach nichts außer Papier geschmeckt. Für uns musste es schon das Brausepulver sein.

Beim Manta, fiel mir sofort mein Opa ein, der hat einen Manta gefahren und ja, es war mein Opa und nicht mein Papa. Mein Opa war schon immer irgendwie eine Coole Socke, die ich echt geliebt hebe und ich bin wirklich gerne von meinem Opa abgeholt worden, aber er hat sicher nie einen Fuchsschwanz an der Antenne befestigt. Er ist allerdings gerne schnell gefahren, weswegen manche Briefe, wenn meine Oma und Opa in den Urlaub gefahren sind früher da waren als die beiden. Irgendwie fehlen sie mir, und dies fällt einem bei einem Auto wie dem Manta immer wieder auf. Manchmal braucht es nur ein Wort und man ist wieder Kind.

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Bei dem Wort Computerfreak, fällt mir dann gleich wieder mein Papa ein. Er hat für meinen ersten Computer gesorgt – einen Sinclair ZX81 und danach einen Sinclair Spectrum, wobei mir bei dem Spectrum gleich wieder einfällt, wie wir ihn geholt haben. Ich werde es nie vergessen. Ich kam von der Schule und wir sahen ein Angebot in der Zeitung. Mein Papa ist mit mir gleich von Gießen nach Frankfurt gefahren und hat ihn mit mir geholt. Das besondere war, dass ich ein paar Stunden nach der Schule zum Konfirmandenunterricht musste, und ich war pünktlich da. Ich weiß nicht mehr mit was für einem Auto er es geschafft hat, entweder war es der Opel Commodore oder Monza. ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur eines, dass dies heute nicht mehr zu schaffen ist.

Zwei Sachen gibt es bei der Kleidung. Espadrilles habe ich im Sommer sehr gerne getragen, aber am Anfang der Saison hatte ich jedes Mal kleine Blasen an den Füssen, da meine Zehen immer etwas verkrampft waren. Was Karottenhosen betrifft, bin ich froh, dass diese Mode vorbei ist. Ich hatte Karottenjeans und ganz ehrlich etwas Unbequemeres gab es nie wieder.

Straßenfeste gab es auch bei uns und ein Kinderwagenrennen. Ich habe da selbst mitgemacht und es war klasse und ein Spaß für Jung und Alt. Von dem Geld was da gesammelt wurde, wurde der Spielplatz bei uns um die Ecke gebaut. Womit wir wieder bei der „Förmchen-Bande“ sind. Mauerfall und so habe ich schon oft thematisiert, da ich ja am Tag des Mauerfalls Geburtstag habe.

Ich könnte wirklich bei fast jedem Wort etwas dazu schreiben, immer etwas Persönliches. Wenn ihr selbst ein Kind der 80er seid, dann wird es euch ähnlich gehen. Aber wenn nicht, sucht euch mal eure Eltern und befragt sie einfach mal, was ihnen bei manchen Wörtern des Buches einfällt. Und ich bin mir sicher, dass da spannende Geschichten der Kindheit rauskommen. Vielleicht sieht man seine Kindheit mit einem lachenden und weinenden Auge. Oder man sieht ein leuchten in den Augen der Eltern, was man lange nicht mehr gesehen hat, vielleicht auch einen leicht verklärten Blick, wie ich bei dem ein oder anderen Wort.

Und ist es nicht schön, wenn man sich einfach mal kurz an früher, an seine Großeltern oder Freunde erinnert? Für diese Zeitreise sind 12 € wirklich nicht zu viel, da man sie immer wieder begehen kann. Bei jedem wird diese Zeitreise anders sein und dies ist wirklich gut so.

Verlag: Duden Verlag

ISBN: 978-3-411-74245-5

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