[Rezension] Die Wächter – John Grisham

8. April 2020 0 Von Markus

Inhalt:

In Seabrook, Florida wird der junge Anwalt Keith Russo erschossen. Der Mörder hinterlässt keine Spuren. Es gibt keine Zeugen, keine Verdächtigen, kein Motiv. Trotzdem wird Quincy Miller verhaftet, ein junger Afroamerikaner, der früher zu den Klienten des Anwalts zählte. Miller wird zum Tode verurteilt und sitzt 22 Jahre im Gefängnis. Dann schreibt er einen Brief an die Guardian Ministries, einen Zusammenschluss von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren. Cullen Post übernimmt seinen Fall. Er ahnt nicht, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt.

Rezension:

John Grisham und ich – eine ewige Geschichte. ich habe einige Romane von ihm in meinem Regal stehen, aber jedes Mal wenn ich ihn lesen wollte, war das Buch schon verfilmt. Nun lag das neue Buch bei mir und ich wollte endlich, einen Roman von ihm lesen, wo ich meine eigene Fantasie erlebe und nicht immer die Gesichter der Schauspieler beim Lesen sehe und die Stimmen der Schauspieler in meinem Kopf höre.

So begab ich mich als erstes zu Duke Russel. Er sitzt im Todestrakt, weil er verdächtigt und verurteilt wurde, eine Frau vergewaltigt und umgebracht zu haben. Aber Cullen Post und das Team von Guardian Ministries sind der Meinung, dass er, wie er es auch sagt, unschuldig ist.

Man erlebt, wie er schon beim Essen seiner Henkersmahlzeit ist. Das ist schon ein krasser Einstieg, da Grisham dies wirklich anschaulich beschreibt. Und da haben wir es wieder. Bücher können einen anders mitnehmen als ein Film. Ich finde den Schreibstil von John Grisham wirklich von der ersten Seite an sehr ansprechend. Allerdings hat es mich gewundert, wie man zu dritt ein Buch so übersetzen kann. Die Übersetzer sind Bea Reiter. Inke Walsh-Araya und Kristina Dorn-Ruhl. Es ist einfach gut gemacht und sehr flüssig zu lesen.

Weiterhin lernt man Seabrook in Florida kennen und Quincy Miller, der den Anwalt Keith Russo ermordet hat und deswegen lebenslänglich im Gefängnis sitzt, bis Cullen Post kommt und sich seiner annimmt. Es ist ein wilder Ritt, mit einem Sherif der Quincy unbedingt ins Gefängnis kriegen wollte, einem Drogenkartell und Anwälten, die für diese arbeiten.

Dazu gibt es noch einen Mordversuch im Gefängnis, als rauskommt, dass sich die Leute von Guardian Ministries um den Fall kümmern.

Es gibt auch noch nette schrullige Anwälte, die schon in Rente gehören und gerne einen Sangria am Nachmittag trinken, aber das Herz vollkommen am richtigen Fleck haben.

Es gibt Voodoo, Beweisstücke, die verschwunden sind, korrupte Gefängniswärter und noch einiges mehr. Es wird einiges über die Probleme in der Rechtsprechung des amerikanischen Gerichtswesens erzählt und wie schwer es auch in Amerika ist, eine Revision zu bekommen.

Ihr merkt, es wird auf den 447 Seiten einiges geboten. Es ist spannend. Es ist gut geschrieben und es hat mich wirklich mitgenommen. Zwischendurch kamen auch kleine Tränen, oder viel mehr hatte ich einen Kloß im Hals.

Tolle Thematik, gut geschrieben. Dazu muss man sagen, dass es die Guardian Ministries wirklich gibt. Gut die Menschen, die in dem Buch dort arbeiten heißen sicherlich anders, aber auch der Fall um Quincy Miller gibt es in ähnlicher Form wirklich. Allerdings waren die Guardian Ministries hier nicht involviert. Es gab allerdings eine zweiteilige Serie in einer Zeitung.

Jetzt weiß ich, warum so viele Menschen John Grisham mögen und er so erfolgreich ist. Seine Bücher sind einfach noch besser als die Filme und man wird mit Niveau unterhalten. Also kaufen und lesen – am besten bei eurer Buchhandlung vor Ort. Viele haben auch in Corona-Zeiten einen Lieferdienst.

Verlag: Heyne Verlag

ISBN: 978-3-453-27221-7

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