[Rezension] Palast aus Glas – Cornelia Funke

[Rezension] Palast aus Glas – Cornelia Funke

30. Januar 2020 0 Von Markus

Inhalt:

Eine Reise durch die Spiegelwelt

Märchenhaft. Magisch. Mitreißend. So erzählt nur Cornelia Funke! Jahre nachdem wir das erste Mal an der Seite von Jacob Reckless die Spiegelwelt bereisten, entführt uns Cornelia Funke erneut in diesen faszinierenden Kosmos. Wir begleiten Jacob auf seiner Suche nach dem Kamm einer Hexe, erleben, wie Celeste im Kleid der Füchsin zur Gestaltwandlerin wird, begegnen dem Bildhauer Rodin und reisen hinter den Spiegel nach London, Madrid, Stockholm und Hamburg. Der PALAST AUS GLAS enthält zahlreiche Illustrationen der Autorin.

Rezension:

Endlich, ja endlich, habe ich mich wieder an Cornelia Funke rangetraut. Kennt ihr das, man hatte früher einen Lieblingsautor und ihr habt Angst, dass er oder sie euch enttäuschen könnte? Wie bei einem genialen Film, wo ein zweiter Teil gedreht wird, weil der erste so erfolgreich war, aber nur selten an den Ursprung rankam? Diese Angst schleppte ich nun seit Langem bei Cornelia Funke mit mir rum. Sie hat so viele tolle Bücher geschrieben und manchmal kann man sich kaum vorstellen, dass ein Mensch immer noch so tolle Ideen für neue Bücher hat.

Da ist aber auch die Neugier. Welche neue Geschichte hat sie sich wohl diesmal ausgedacht? Also, warum nicht wieder mit kleinen Geschichten anfangen? Und da war wohl das Buch „Palast aus Glas“ wieder der richtige Einstieg in die „Droge“ Cornelia Funke.

Es kommt so ein bisschen wie ein Weihnachtsbuch rüber. Die erste Geschichte „Das Glas, das Blei und Gold beschert“ spielt ja auch in der Zeit um den Heiligen Abend, aber es ist doch mehr. Es ist eine Geschichte über Vertrauen und Freundschaft mit vielen tollen Figuren. Da sind die Trolle und Däumlinge, die in einem London auf der anderen Seite des Spiegels in einem London leben, das noch keine Autos hat. Man liest von Droschken und allem andere, was diese für uns vergangene Zeit ausmacht. Man hört von Hexen und Feen und ist einfach in einer ganz anderen Welt. Dazu einen Tee mit einem Löffel Honig und der Abend ist wirklich perfekt!

Man lernt die Geschichte um die Füchsin kennen, die Jacob Reckless auf seinen Abenteuern begleitet und ihm ein treuer Freund, oder besser Freundin, ist.

Schlimm war „Der Kamm der Hexe“, in dem Jacob mit seinem Lehrmeister unterwegs ist und bei einer Menschenfresserin eindringt, die in einem Lebkuchenhaus lebt. Wie Cornelia Funke dieses Haus beschreibt, da bekommt man unweigerlich Hunger auf Lebkuchen, Windbeutel und was sonst noch so richtig gut und süß schmeckt.

Die Autorin erzählt viel über diese Hexen und warum sie so sind, wie sie sind. Manchmal dachte ich, Frau Funke lebt teilweise auch in dieser Spiegelwelt. Dies meine ich nicht negativ, sondern eher so, dass ich das Gefühl habe, sie kann immer noch etwas mehr über die Personen und Wesen berichten. Da ist noch sehr viel Potential. Es ist so viel Mystik darin. Viele Wesen kennt man aus der Mythologie, da wird die Loreley erwähnt, Wassermänner und eine Stille, die einen erdrücken kann und die einem Angst macht.

Dies alles kann man bei diesen acht Geschichten erleben und jeder der Geschichten, egal ob kurz oder doch etwas länger, hat etwas Besonderes.

Und ach, diese Zeichnungen, die teilweise ganz klein am Rand sind oder auch eine ganze Seite in Anspruch nehmen! All dies macht aus dem Buch etwas ganz Besonderes. Man merkt die Liebe zum Detail und dies nicht nur bei den Geschichten, sondern auch bei den Zeichnungen, so dass dieses Buch eine runde, in sich zusammen gesehene stimmige, Geschichte ergibt, die man gerne selbst lesen und sicher auch anderen vorlesen kann.

Verlag: Dressler Verlag

ISBN: 978-3-7915-0144-4