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[Rezension] Römisches Finale – Natasha Korsakova

17. März 2020 0 Von Markus

Inhalt:

Rom. Der weltberühmte Pianist Emile Gallois wird nach einem triumphalen Konzert erschossen aufgefunden. Commissario Di Bernardo, der bereits erfolgreich in der Musikwelt ermittelt hat, wird an den Tatort gerufen. Gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Ispettore Del Pino stößt er schon bald aus einem Sumpf aus Intrigen und Affären. Scheinbar führte Emile Gallois ein wildes Doppelleben, und die Ehe mit seiner Frau war nur noch Fassade. Sie hätte also durchaus ein Motiv gehabt, ihn umzubringen. Als dann jedoch eine zweite Leiche gefunden wird, stellt sich der Fall noch einmal ganz anders und sehr viel komplexer dar …

Rezension:

Nun schätze ich ja seit meinem ersten Interview Natasha Korsakova als Mensch, seit dem ersten Buch als Autorin und die erste Lesung zeigte mir, wie gut sie als Violinistin ist. Ich bin ich ja immer skeptisch, wenn zu vielen anderen Aktivitäten noch das Schreiben dazu kommt und ich frage mich direkt, was darunter leidet. Hier konnte ich schnell feststellen – nichts! Für mich ist Natasha Korsakova einfach ein Multi-Talent,

Jetzt lag das Buch „Römisches Finale“ auf meinem SUB und wollte gelesen werden. Durch eine Leseflaute war ich irgendwie hintendran mit dem lesen. Und so kam eines zum anderen und Di Bernardo wartete darauf gelesen zu werden. Als ich mit dem Lesen anfing, fand ich mich in Kalabrien wieder, Mitte der 50er Jahre. Wir erleben die Taufe eines Sohnes eines Mafiapaten, mit einem Ritual, welches für die Mafia sehr wichtig ist. Und schwupp, war ich im Römischen Finale.

Im Hier und Jetzt starten wir an der Spanischen Treppe in Rom, wo Di Bernardo und Del Pino die Morde an einigen Afrikanern aufklären sollen. Da kommt dann der Mord an Emile Gallois dazwischen. Zusätzlich geht vor dem Parco della Musica, in dem die Leiche von Emile liegt, eine Autobombe hoch und Del Pinos Trommelfell wird durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen.

Je weiter Di Bernardo und Del Pino graben, desto mehr Verdächtige gibt es. Da wäre Emiles Ehefrau Cristina, eine Frau aus gutem Haus mit Verbindungen bis in den Vatikan, sowie Emiles Affäre Azzaria. Emile steht eigentlich auf Männer, kann sich aber nicht von seiner Frau trennen, da diese etwas gegen ihn in der Hand hat.

Dazu gibt es noch den, wie soll ich es am besten sagen, unsympathischen Psychologen und Freund von Emile, Andrea Rossi. Ein Mann, der mir wirklich so etwas von unsympathisch ist, wie selten ein Mensch. Einfach ein Schwätzer. Wenn dies mein Psychologe wäre, dann wäre ich stark Suizid gefährdet.

All diese Menschen, und noch ein paar mehr, haben ein Motiv, Emile zu töten, aber irgendwie passt es nicht so ganz. Nach und nach werden langsam die Verdächtigen auch noch getötet. Als Cristina umgebracht wird, mischt sich auch noch deren Familie ein und die Ermittlungen müssen auf Eis gelegt werden.

Ihr merkt, es ist einiges geboten, einige Tote und ein überraschendes Ende. Ich finde es genial, dass ihr Schreibstil noch mal besser geworden ist, die Story intensiver und sich nicht nur auf die Musik beschränkt. Der Roman hat eine unwahrscheinliche Tiefe und Intensität, wie ich sie bei ihrem zweiten Krimi noch nicht erwartet habe.

Dazu kommt ein Ende, welches man nicht erwartet und man versteht auf einmal alles und glaubt mir, ich wurde noch 30 Seiten vor Ende auf eine falsche Fährte geführt. Das war schon meisterhaft! Ich hatte innerlich schon jemand ganz anderen als Mörder gesehen.

Ich freue mich schon auf den nächsten Krimi. Wie wäre es, mal einen Krimi außerhalb des Musikergenres spielen zu lassen? ich würde gerne sehen, wie sie dies angeht, wenn das sichere Umfeld verlassen wird. Aber die Autorin, soviel steht fest, ist eine Person, die einfach alles mit einer gewissen Wärme und mit einer persönlichen Note versieht, mehr kann ich nicht von ihr erwarten. Umso spannender ist nun die Erwartung auf den nächsten Roman.

 Verlag: Heyne Verlag

ISBN: 978-3-453-42363-3

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