[Rezension] Tannenstein – Linus Geschke

Inhalt:

Wenn der Wanderer kommt, sterben Menschen. Elf in Tannenstein, einem abgelegenen Ort nahe der tschechischen Grenze. Ein Tankwart im Harz, eine Immobilienmaklerin aus dem Allgäu. Der Killer kommt aus dem Nichts, tötet ohne Vorwarnung und verschwindet spurlos.

Der Einzige, der sich ihm in den Weg stellt, ist Alexander Born: ein Ex-Polizist mit besten Kontakten zur Russenmafia. Einst hatte der Wanderer seine Geliebte getötet, jetzt will Born Rache – und wird Teil einer Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: Tannenstein.

»Mehr als nur ein blutiger und sprachgewaltiger Thriller. Fast schon eine Sensation!« Verena Thies, Bayrischer Rundfunk

Rezension:

Ich wollte ja schon seit längerem mit der Reise nach Tannenstein beginnen, aber wie das immer so ist, man möchte als Buchblogger nicht immer nur die gehypten Bücher lesen. Man nimmt sich immer wieder vor, vor allem Bücher zu lesen, die nicht jeder liest und da „Tannenstein“ ja lange von den Spitzenplätzen der Bestenlisten gegrüßt hat, fiel dieses Buch bei mir immer weiter nach hinten – bis Corona kam und ich ein wenig mehr Zeit hatte. Und was soll ich euch sagen, dieser Thriller ist es wert gelesen zu werden!

Da ist zum einen Born, ein gestrandeter Ex-Polizist, der im Knast saß, weil er sich hat bestechen lassen und nach drei Jahren entlassen wurde. Er hat aber trotzdem einen inneren Kompass, was Gerechtigkeit betrifft. Als er die Strafe abgesessen hat, will er einfach nur seine tote Freundin rächen und sucht deswegen ihren Mörder.

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Da ist Norah, eine Polizistin, die den Mord an Borns Freundin aufklären möchte und deswegen auch an Tannenstein hängen bleibt wo alles begann. Dort wird eine Gruppe von elf Menschen in einer Kneipe erschossen und nur der Gastwirt überlebt, was natürlich auch einige Fragen aufwirft.

Da gibt es den Wanderer, der genau diese Gruppe von elf Menschen erschossen hat und wahrscheinlich auch der Mörder von Borns Freundin gewesen ist. Er hinterlässt überall Tote und alles deutet auf Koslow hin, einen Russen, der einer der oberen Personen der Russenmafia ist.

Da gibt es die Zwillinge, die Koslows Leibgarde sind und alles erledigen, was sich ihnen in den Weg stellt.

Dann gibt es noch Borns Ex-Kollege, mit dem er zusammen die Soko um Tannenstein damals geleitet hatte und der, sorry, wie ein Schmierlappen daherkommt. Er ist einfach unsympathisch.

Interessanter Weise ist keine der Personen in dem Buch auch nur annähernd ein Mensch, der nicht irgendwie negativ ist und gerade das, macht die Menschen in dem Buch so spannend. Es gibt kein Schwarz und Weiß, sondern jeder ist eher grau durch Dingen, die ihn sympathisch und gleichzeitig unsympathisch machen. Es gibt ja auch bei uns keinen Menschen, der nur positiv ist. Jeder von uns hat seine Schattenseiten, mal kommen sie mehr zu Tage, mal weniger.

Tannenstein ist ein Thriller, in dem immer wieder etwas passiert. Teilweise ist es nur angedeutet, aber gerade das erzeugte in mir eine leichte Übelkeit, da meine Fantasie dort besonders aktiv wird. Da gibt es Menschen, die gefoltert werden, Frauen, die ermordet werden nur um die anderen gefügig zu machen – und das schlimme ist, man kann sich das alles vorstellen. Es ist immer nur angedeutet, wie es gemacht wurde und gerade dies erzeugte in mir Vorstellungen, die abstoßend war, viel schlimmer, als wenn man das ganze Seiten lang beschreibt.

Es geht viel darum, wie solche „Unternehmen“ wie die Russenmafia aufgebaut sind. Man bekommt Einblicke in die Menschen, über die man in dem Buch liest, in ihre ganz eigene Geschichte und deswegen wachsen sie einem auch immer mehr irgendwie ans Herz.

Linus Geschke, hat einen tollen Schreibstil und wie es mit Born weiter geht werden wir sehen. Das nächste Buch liegt schon hier und ich kann nur jedem, der Thriller lesen möchte, die einen fesseln und die einen auch im Schlaf ein wenig beschäftigen, dieses Werk empfehlen. Meine Angst ist nur, dass Band 2 der Trilogie vielleicht ein wenig abfällt. Aber ich hoffe, dass er diesen Standard noch länger halten kann. Ich würde es mir, und dem Autoren, sehr wünschen.

Verlag: dtv Verlag

ISBN: 978-3-423-21824-5

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