[Rezension] Verrat – Sabine Fitzek

Verrat

Inhalt:

Hochspannend und beklemmend nah an der Realität: wenn ein Menschenleben zum Kostenfaktor wird.

Für Hauptkommissar Matthias Kammowski ist nicht nur das Wetter ein Schock, als er aus dem Kuba-Urlaub in die Berliner Kälte zurückkommt: In sein Einzelbüro – ein Privileg, das er seit Jahren erfolgreich verteidigt – hat man ihm eine junge Kollegin gesetzt, die er einarbeiten soll. Und zwar gleich mit einem brisanten Mordfall, denn der Geschäftsführer eines katholischen Klinikunternehmens wurde tot in einem Berliner Hotel aufgefunden. Als Kammowski dann auch noch Besuch von der Journalistin Christine erhält, einer alten Freundin, die ihm eine haarsträubende Verschwörungstheorie über mafiose Zustände im Berliner Gesundheitssystem präsentiert, hat der Kommissar endgültig genug. Doch dann entgeht Christine nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben …

»Verrat« ist der erste Teil einer Krimi-Reihe, die sich spannend und hochkompetent die jüngsten Skandale im Gesundheitswesen vornimmt. Die Autorin Dr. Sabine Fitzek ist Neurologin und hat über 10 Jahre als Chefärztin gearbeitet.

Beste Unterhaltung für Fans von Polit-Krimis und Spannungsromanen mit gesellschaftskritischem Hintergrund.

Rezension:

Als ich den Titel in das Buch gelesen habe, war natürlich der Name Fitzek für mich gleich präsent. Aber Sabine Fitzek ist weder die Frau, noch die Schwester, sondern die Schwägerin von Sebastian Fitzek. Soviel Zeit muss nun sein.

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Sie hat einen Krimi geschrieben, der sich um das Problem der privatisierten Kliniken dreht. Wir haben ja in Gießen das Problem mit dem Rhön-Klinikum, welche unsere Uniklinik geschluckt hat und besser ist es seitdem nicht wirklich geworden. Immer wieder tauchen kleinere oder größere Probleme auf und man merkt, dass da vielleicht auch an der falschen Stelle gespart wird.

Gut, jetzt komme ich mal zum eigentlichen Buch, in welchem ich Matthias Kammowski kennenlernen durfte, einen kleinen Brummbären, mit dem Herz am rechten Fleck, der ausgerechnet die Jungkommissarin Svenja Hansen an die Seite gestellt bekommt und mit ihr das Büro teilen muss. Am Anfang findet er es grauenhaft, aber er gewöhnt sich doch sehr schnell daran und vermisst sie auch, als sie ein paar Tage woanders aushelfen soll.

Der Krimi beginnt mit einer Liebesbeziehung zwischen dem Manager der Klinik der Barmherzigen Schwestern, Kai Sternkopf, und dem Geliebten Michael Fritsche und wie man sich denken kann, wird diese Liebe verheimlicht, da sie bei der Schwesternschaft sicherlich nicht so gerne gesehen wird. Dazu hat Sternkopf auch noch Frau und Kinder. Besagter Sternkopf liegt gleich nachdem er mit Michael Fritsche Schlussgemacht hat tot in dem Hotelzimmer in dem sich die beiden getroffen haben.

Sehr schnell wird dieser Tod als Selbstmord abgetan, nur Matthias Kammowski und Svenja Hansen glauben, dass da irgendwas nicht ganz koscher ist. Der Staatsanwalt und andere bei der Kripo wollen den Fall doch sehr schnell zu den Akten legen, da auch der Detektiv Ostermeier erschossen aufgefunden wird.

Dann taucht noch die Journalistin Christine auf, in die sich Matthias schon früher etwas verliebt hatte. Sie erzählt eine abstruse Geschichte von Sternkopf, der sich in Kliniken als Manager einschleust und so die Übernahme durch die Moselkliniken vorbereite. Dem, können die Kommissare erst nicht richtig folgen, da es doch als zu weit hergeholt erscheint, zumal alle Beteiligten, egal ob es nun Christine ist oder die Frau des Opfers, alles nur scheibchenweise erzählen und immer wieder, bewusst oder unbewusst, Informationen zurückhalten.

Sabine Fitzek zeigt uns in dem Krimi auch die Gefahren auf, die wir dadurch eingehen, dass wir unser Gesundheitssystem immer weiter privatisieren und Krankheiten immer mehr zu einem reinen Geschäft werden. Zwischendurch bekommen wir noch einen Einblick in die Pflege von Dementen und älteren Personen, in dem man immer wieder das Gefühl bekommt, dass es sich ab einem gewissen Alter nicht mehr lohnt, die Mutter oder Oma operieren zu lassen. Das sehen wir bei Kammowskis Mutter, die sich die Hüfte gebrochen hat und wo er immer wieder gesagt bekommt, dass es sich nicht mehr richtig lohnt zu operieren.

Es ist ein Krimi, der die Finger in viele Wunden legt und der einen doch häufig dabei erwischt, wenn man sich die Frage stellt, kann dies wirklich so sein? Ich denke, wir sollten aufmerksam verfolgen, was mit unseren Krankenhäusern oder allgemein mit unserem Gesundheitssystem passiert. Vielleicht ist so ein Krimi doch ein guter Anfang. Wobei man doch merkt, dass es Frau Fitzeks erster Krimi ist und er sprachlich vielleicht noch etwas runder werden könnte. Aber dies ist wie so oft meckern auf hohem Niveau und ich freue mich schon auf den nächsten Krimi mit Matthias und Svenja.

Verlag: Knaur Verlag

ISBN: 978-3-426-52448-0

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