[Rezension] War’s das? – Peter Weck, Susanne Felicitas Wolf

Inhalt:

“Schätzen Sie mich nicht falsch ein!” Peter Weck

Fast 90 Jahre, doch umtriebig wie eh und je: Schonungslos ehrlich und charmant blickt Publikumsliebling Peter Weck zurück auf sein Leben. Der Schauspieler, Regisseur, Intendant und Talententdecker schildert seine Kindheit und frühe Erfolge bei den Wiener Sängerknaben, Anekdoten aus seiner Zeit auf Theaterbühnen und Filmsets sowie Spannendes über Musicalhits wie “Cats” oder “Elisabeth” während seiner Intendanz bei den Vereinigten Bühnen Wien. Mit seinem unvergleichlich lapidaren Humor und sensiblem Understatement erzählt er von Kollegen, Freunden und Familie und erinnert sich an einzigartige Momente seiner Karriere.

Für die überarbeitete Neuausgabe seiner Erinnerungen schildert Peter Weck, was ihn in den letzten zehn Jahren beschäftigt und bewegt hat und warum es so wichtig ist, immer nach vorne zu schauen.

Rezension:

Manchmal liebe ich ja meinen Job als Literaturblogger ganz besonders! Nicht nur, dass man die Bücher bekommt, sondern dass man auch mal etwas Besonderes erfährt, wie hier über einen großen Schauspieler. Nun bin ich ja ein Kind der 80er und da kennt jeder „Ich heirate eine Familie“ mit Peter Weck in der Hauptrolle des Werner Schumann zusammen mit Thekla Carola Wied als Angelika Graf/ Schumann. Ich habe diese Serie zusammen mit meinen Eltern geliebt.

Jetzt ist es bei mir so, dass mein Gedächtnis was Schauspieler betrifft, eher schlecht ist. Man kann mich nach Buchautoren fragen, aber wo welcher Schauspieler mitgespielt hat, das kann ich mir nicht merken, auch wenn ich ihn, wie Peter Weck, sehr schätze, daher bin ich schon alleine beim Schreiben der Rezension nervös. Das ist immer so, wenn ich einem Helden meiner Kindheit begegne, mag es nun in Buchform sein oder beim Interview. Ich weiß noch, wie ich z. B. beim Interview mit Donna Leon gezittert habe.

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Und nun begab ich mich auf Entdeckungstour mit Peter Weck und es war spannend. Angefangen mit der Ausbildung und den Reisen bei und mit den Wiener Sängerknaben während des Zweiten Weltkriegs und weiter mit seinem Studium, das ihm nicht zugesagt hatte, aber er wollte es seinem Vater ja irgendwie recht machen, ist es interessant zu lesen. Weiter geht es mit der Anfangszeit als Schauspieler in Klagenfurt. Da musste ich gleich ans Stadttheater in Gießen denken, das von den gleichen Architekten entworfen wurde. Es ist einfach spannend, solche Verbindungen zu entdecken.

Dass er Dürrenmatt kennenlernen und mit Heinz Rühmann auf der Bühne stehen durfte, sowie mit Cornelia Froboess, Hans Moser, Harald Juhnke, ganz zu schweigen von Romy Schneider und vielen anderen großen Künstlern, ist schon beeindruckend. Lauter Menschen, mit denen ich groß werden durfte und wo ich alleine beim Lesen der Namen dachte: Wow! Zu jedem hat er eine Anekdote wo man lachen muss oder wo man sich wundert, dass so etwas überhaupt passiert.

Es, gibt viele Situationen, die lustig sind, aber auch viele, die einen anrühren. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass viele Menschen sterben, wenn man selbst bald 90 wird. In einem meiner liebsten Filme hat er auch mitgespielt, und zwar „Aimee & Jaguar“. Ich kann mich noch heute daran erinnern, mit wem ich ihn mir im Kino angesehen habe. Dies kam alles während des Lesens hoch.

Gut, was Musicals betrifft, damit konnte ich noch nie so viel mit anfangen. Nicht dass es mich nicht reizt, aber es hat sich nie ergeben, dass ich mir „Cats“, „Elisabeth“ oder so live im Theater angesehen habe. Natürlich kenne ich die Musik und die Stücke, aber live ist doch noch etwas anderes, als im Fernsehen oder auf der Anlage. Die Emotion des Theaters ist einfach etwas andere., Es wirkt auf mich viel intensiver und ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass Theater seine große Leidenschaft ist. Film und Fernsehen, ist das eine, aber Theater, so schien es mir, ist das Wichtige in seinem Leben, außer seiner Liebe zu seiner Frau und Kinder.

Für mich war es einfach schön zu lesen, wie sich das Leben von Peter Weck entwickelt hat. Er hat auch Fehler gemacht und ist sicherlich nicht fehlerlos, und das macht ihn auch so sympathisch menschlich. Zum Großteil ist es spannend und gut zu lesen, nur die Aufzählungen der Menschen, mit denen er zusammen auf der Bühne stand, ist manchmal etwas langatmig gewesen. In einem langen Leben ergeben sich nun auch viele Begegnungen. Für Menschen, die sich dafür interessieren, wie sich auch das Geschäft des Films und Theaters verändert hat und über einen Menschen lesen möchte, der Visionen hat und diese auch immer versucht hat anzupacken, ist dieses Buch sehr gut geeignet. Die Fotos dabei sind immer passend und teilweise auch sehr persönlich. Ich lege es nicht nur Fans von Peter Weck ans Herz, sondern es ist auch ein Querschnitt durch 80 Jahre Theater und Film im Besonderen des deutschsprachigen Raums.

Ich mag die Schreibweise und den Inhalt, da er selbst auch mal zu Fehlern steht, auch wenn sie ihm widerstreben. Peter Weck ist ein Perfektionist und dies merkt man auch in dem Buch.

 Verlag: Amalthea

ISBN: 9783990501740

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