[Rezension] Wolfswut – Andreas Gößling

Inhalt:

Die Kira Hallstein-Serie, Band 1

2016 in allen Schlagzeilen – aktueller und authentischer als Andreas Gößlings Thriller kann True Crime nicht sein!

Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …

Andreas Gößling, mit dem True-Crime-Genre bestens vertraut, verarbeitet den Fall eines deutschen Serienkillers zu einem schockierenden Thriller.

Rezension:

Bei diesem 520 Seiten Schmöker, hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich hatte als Mann starke Phantomschmerzen, und oft genug saß ich da und dachte, ich breche ab, der Thriller geht mir zu nahe. Spätestens ein paar Stunden später musste ich das Buch wieder in die Hand nehmen. Ich konnte nicht aufhören.

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Aber der Reihe nach. In dem Buch begeben wir uns als erstes mit Lotte Soltau in einen Schuppen, dessen Schlüssel sie in den Hinterlassenschaften ihres Vaters gefunden hat. Er ist mit einer krakeligen Schrift beschriftet und weist zur Halle 14.

Als sie dort ankommt, findet sie in der von außen wie ein Abbruchhaus aussehende Halle fünf Fässer und ein paar Zementsäcke. Sie macht ein Fass auf, findet einen Kopf mit anderen Körperteilen und Innereien und ruft daraufhin die Polizei an. Kira Hallstein vom LKA kommt zu dem Fall und schnell wird klar, dass der verstorbene allseits beliebte Alex Soltau ein Dr. Jekyll und Mr. Hyde war und Kira vermutet, dass es noch einen weiteren Täter gibt. Mit ihrem Kollegen Max macht sie sich auf die Jagd nach dem oder den Tätern. Zwischendurch hat man immer mehr das Gefühl, dass überall Täter sind und dass es noch viel mehr gibt, als nur der eine oder die zwei. Außer Kira glaubt keiner so richtig an die Möglichkeit des zweiten Täters. Vor allem Kiras Vorgesetzte ist mehr Bremse als Hilfe und die SOKO, die für die „Fässermorde“ zuständig ist, ist auch irgendwie komisch, aber Kira Hallstein lässt sich nicht beirren. Sie vertraut ihrem Gefühl und man bekommt immer wieder Einsicht in ihre Gefühlswelt, sie sucht auch immer noch ihren Bruder, für dessen Verschwinden sie sich die Schuld gibt.

Man bekommt auch noch Einblicke in das Leben des Alexanders Soltau. Er wurde vom neuen Mann seiner Mutter adoptiert. Ais ich dies gelesen habe, dachte ich immer wieder, was für ein Glück, dass ich so einen (Stief)Papa wie meinen habe, auch wenn er mich nicht adoptiert hat, aber er hat mir immer das Gefühl gegeben das ich, als Person absolut wichtig bin. Er hat mich immer unterstützt und tut dies noch immer. Es geht nicht immer um Geld, sondern auch immer wieder um die mentale Hilfe. Alexander Soltau hatte nicht so viel Glück mit seinem Stiefvater.

Sicher fragt ihr euch, warum ich zwischendurch überlegte, dass Buch vielleicht abzubrechen, wo ich doch im Laufe der Jahre härteres gelesen habe. Aber das was Alex Soltau mit seinen Opfern gemacht hat, ist wirklich heftig. da ist zum einen, dass er den Menschen bei lebendigen Leib und vollem Bewusstsein, u.a. die Beine rausgerissen, Männern den Hodensack aufgeschnitten und einen Hoden entfernt, oder ein Auge rausgeschält hat.

Es ist nicht komplett beschrieben, aber die Andeutungen sind einfach auf den Punkt und triggern einen so sehr, dass man aufpassen muss, dass man keine Albträume bekommt. Vor allem wenn man überlegt, dass dies alles auf einem wahren Fall aufgebaut ist, macht es einem echt Angst.

Kira Hallstein ist eine interessante Ermittlerin, aber mit ihr befreundet sein will ich nicht, und dies hängt nicht mit ihrem Männerverschleiß zusammen, sondern irgendwie fremdel ich mit ihr als Person ein wenig – genauso wie mit der Vorgesetzten von Kira Hallstein. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie so wirklich niemand an sich ranlässt.

Mir gefällt aber trotzdem die Schreibweise von Andreas Gößling und er macht mich neugierig auf die nächsten Bände mit Kira Hallstein, vielleicht fremdel ich dann weniger mit ihr als Person. Zu zart besaitet sollte man nicht sein und vielleicht auch mal zwischendurch einfach um den Block gehen, um die schlechten Gedanken nicht zu nahe an sich ranzulassen.

Ich für meinen Teil bin zum einen sehr neugierig auf die folgenden Bände, aber ich habe auch Angst, dass sie mich überfordern und ich doch irgendwann richtige Albträume bekomme. Unterhalten wird man trotzdem sehr gut. Es ist spannend und gut beschrieben, immer auf den Punkt, aber so ein wenig mehr Wärme würde ich Kira doch gönnen, zumal ich denke, dass sie kein falscher Mensch ist, aber ein wenig wärmer gegenüber ihren Kollegen und nicht wie eine Puppenspielerin würde ihr stehen. Ich bin gespannt und freue mich auf den zweiten Band, der auch schon hier liegt. Aber ich muss meinem Gehirn etwas Zeit geben um die Eindrücke zu verkraften.

Verlag: Knaur

ISBN: 978-3-426-52132-8

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