Teufelsgold  – Andreas Eschbach, gelesen von Matthias Koeberlin

Teufelsgold – Andreas Eschbach, gelesen von Matthias Koeberlin

14. Oktober 2016 0 Von Markus

Inhalt :

Auf der Jagd nach dem Stein der Wei­sen – Wer sind die Alche­mis­ten unse­rer heu­ti­gen Zeit?

Nach dem Ende der Kreuz­zü­ge taucht er das ers­te mal auf: der Stein der Wei­sen, mit dem man Gold machen kann – gefähr­li­ches Gold, radio­ak­ti­ves Gold näm­lich. Der Stein erscheint, als ein Alche­mist Gott ver­flucht, und er zieht eine Spur der Ver­wüs­tung durch Euro­pa. Die Deutsch­or­dens­rit­ter erklä­ren es zu ihrer gehei­men neu­en Auf­ga­be, ihn zu fin­den und sicher zu ver­wah­ren. Für alle Ewig­keit.

Doch in unse­rer Zeit kom­men zwei Brü­der, die unter­schied­li­cher kaum sein könn­ten, dem wah­ren Geheim­nis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüs­sel – ein Schlüs­sel, der unser aller Leben zum Guten hin ver­än­dern könn­te.

Oder öff­net er die Pfor­ten der Höl­le?

Teu­fels­gold” – der span­nen­de Thril­ler von Best­sel­ler­au­tor Andre­as Esch­bach!

Rezen­si­on :

Was wäre, wenn all die Legen­den der Alche­mie war wären? Wenn es den Stein der Wei­sen gäbe und man wirk­lich aus Queck­sil­ber Gold machen könn­te? Ver­lo­ckend, oder?

Die­se Fas­zi­na­ti­on packt auch den eher mit­tel­mä­ßi­gen Anla­ge­be­ra­ter Hen­drik Bus­ke. Eigent­lich beginnt sei­ne Beschäf­ti­gung mit der Alche­mie als Mar­ke­ting­coup. Er hat schon vie­le Bücher über Rhe­to­rik und Moti­va­ti­on gele­sen und packt dies in sein ers­tes Semi­nar für Bör­sen­an­le­ger das er als Ange­stell­ter einer Invest­ment­bank hält. Doch was die Teil­neh­mer erst so rich­tig fes­selt sind die Gedan­ken aus dem Bereich der Alche­mie, die er abends im Gespräch ein­flicht. Aus­lö­ser dazu war nicht zuletzt die Geschich­te der gol­de­nen Rüs­tung, die er zufäl­lig im Anti­qua­ri­at gefun­den hat­te. „Es ging nicht nur dar­um Gold zu machen, son­dern sich sel­ber zu ver­edeln. Man müs­se inner­lich zu Gold wer­den.“ Klingt auch gleich viel auf­re­gen­der als banal zu sagen, man müs­se an das glau­ben, was man errei­chen will und wenn man das Selbst­ver­trau­en hat, dann klappt es auch – die „Alche­mie des Reich­tums“. War­um ist da eigent­lich noch kein Bera­ter drauf gekom­men? Aber gut so, sonst hät­te ich jetzt nicht die­sen tol­len Roman vor mir gehabt.

Die­se Idee und eini­ges Blend­werk setz­ten so eini­ges in Gang. Hen­drik Bus­ke kommt plötz­lich mit Din­gen in Berüh­rung, deren Exis­tenz er vor­her stark ange­zwei­felt hat. Die Geschich­te hat mich dazu ver­lei­tet, doch noch mal ein wenig über die Alche­mis­ten des Mit­tel­al­ters sowie den Deutsch­rit­ter Orden nach­zu­le­sen. Ja, auch die­se spie­len eine nicht gerin­ge Rol­le obwohl wir uns pri­mär in der Gegen­wart befin­den.

Zeit­ebe­nen sind ein tol­les Stich­wort. Da mein CD-Radio im Auto nicht woll­te wie es soll­te, ich aber das Buch hören woll­te, dach­te ich, es wäre eine gute Idee für eine län­ge­re Fahrt, schnell mal die ers­ten sechs CDs auf mei­nen MP3-Play­er zu zie­hen. Beim Hören wun­der­te ich mich dann etwas über die vie­len ver­schie­de­nen Zeit­ebe­nen. Fünf fand ich nun doch etwas hef­tig. Es stell­te sich beim nächs­ten Stopp her­aus, dass ich einen Feh­ler beim Über­spie­len gemacht hat­te und nun jeweils der ers­te Track von jeder CD, dann der zwei­te und so wei­ter gespielt wur­de. Trotz die­ser erschwer­ten Aus­gangs­la­ge spricht es sehr für die gute Struk­tur des Romans, dass es mir noch mög­lich war der Erzäh­lung zu fol­gen. Aller­dings ist der Genuss erheb­lich grö­ßer, wenn alles in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge läuft, was ich natür­lich auch gemacht habe

Die his­to­ri­schen Ele­men­te sind gut recher­chiert und der phan­tas­ti­sche Teil fügt sich wun­der­bar hin­ein. Es ist ein­fach alles logisch. Das könn­te so (gewe­sen) sein. Auch die Ver­bin­dung der alche­mis­ti­schen Trans­mu­ta­ti­on zur moder­nen Kern­phy­sik ist sehr grif­fig geschil­dert. Heu­te wis­sen wir, dass Gold und Queck­sil­ber im Peri­oden­sys­tem neben­ein­an­der ste­hen und nur ein Pro­ton macht den Unter­schied. Wie kann es sein, dass schon die Alche­mis­ten aus­ge­rech­net die­se bei­den Ele­men­te näher betrach­te­ten? Zufall, oder nicht – es ist ein­fach span­nend! Andre­as Esch­bach greift zum Schluss auch noch mal die Weis­sa­gung der Hell­se­he­rin vom Beginn auf. Eine run­de Geschich­te.

Eine klei­ne Bege­ben­heit lies mich schmun­zeln und an Erzäh­lun­gen von E.T.A. Hoff­mann und V. F. Odo­jew­ski den­ken. Hen­driks klei­ne Toch­ter berich­tet, sie hät­te ein gro­ßes Insekt in einem Bett lie­gen sehen. Das weck­te neb­li­ge Erin­ne­run­gen an die­se bei­den Autoren. Schö­ne Erzäh­lun­gen, die ich auch mal wie­der aus dem Schrank holen soll­te.

Ist Alche­mie nur das Her­stel­len von Gold oder die Suche nach ewi­gem Leben? Bei wei­tem nicht. Die Alche­mis­ten streb­ten auch nach abso­lu­ter Voll­kom­men­heit. Aber was ist das eigent­lich? Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort dar­auf kann nie­mand geben, da es für jeden etwas ande­res ist und auch Hen­drik Bus­ke sucht sei­ne per­sön­li­che Ant­wort auf die­se Fra­ge.

Es ist jetzt sehr schwer mehr über das Teu­fels­gold zu schrei­ben, ohne zu viel zu ver­ra­ten. Andre­as Esch­bach hat einen herr­li­chen Roman ver­fasst, der einen mal in die mit­tel­al­ter­li­che Ver­gan­gen­heit, dann wie­der die Gegen­wart mit einem beson­de­ren Glanz des geheim­nis­vol­len ver­setzt. Es lässt einen träu­men und weckt zumin­dest bei mir Erin­ne­run­gen an fast ver­ges­se­ne Bücher, die ich vor vie­len Jah­ren zuletzt in den Hän­den hat­te.

Auch der Spre­cher ist ein wich­ti­ger Teil die­ses Hör­buchs. Mat­thi­as Koeber­lin ver­steht es, die Figu­ren leben­dig wer­den zu las­sen. Er liest so vor, wie ich es schon als Kind am liebs­ten moch­te – mit ver­stell­ten Stim­men. Sei­ne Vari­an­ten sind herr­lich und kre­ieren Bil­der. Ein Spre­cher – hun­dert Stim­men.

Lasst euch von die­ser Kom­bi­na­ti­on von Roman und Stim­me in eine ande­re Ebe­ne ent­rü­cken!

Ver­lag: Lüb­be Audio

ISBN: 978–3-7857–5351-4

8 CDS, 553 MINUTEN

Teufelsgold  – Andreas Eschbach, gelesen von Matthias Koeberlin

Teufelsgold  – Andreas Eschbach, gelesen von Matthias Koeberlin

Teufelsgold  – Andreas Eschbach, gelesen von Matthias Koeberlin