Totenweg – Romy Fölck

Totenweg – Romy Fölck

23. Februar 2018 0 Von Markus

Inhalt:

Eine jun­ge Poli­zis­tin. Ein Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar kurz vor der Pen­sio­nie­rung. Nichts ver­bin­det sie – außer dem nie auf­ge­klär­ten Mord an einem jun­gen Mäd­chen. Für ihn ist es ein Cold Case, der ihn bis heu­te nicht los­lässt. Für sie: ein Alb­traum ihrer Kind­heit. Denn sie fand damals die Lei­che und ver­birgt seit­her ein furcht­ba­res Geheim­nis. Acht­zehn Jah­re hat sie geschwie­gen – bis ein wei­te­res Ver­bre­chen geschieht und die Ver­gan­gen­heit sie ein­holt …

Rezen­si­on:

Das Buch „Toten­weg“ von Romy Fölck wur­de mir als Rezen­si­ons­ex­em­plar zur Ver­fü­gung gestellt. Es lag also auf dem SUB und das Datum der Sperr­frist kam immer näher. Dazu muss man sagen, dass ich gera­de eine Lese­flau­te hat­te. Das heißt, dass mich hat ein­fach kein Buch so rich­tig gefes­selt hat und ich irgend­wie gera­de kei­ne rich­ti­ge Lust zu lesen hat­te, also eigent­lich der fal­sche Zeit­punkt, sowohl für eine Autorin, die ich noch kann­te, als auch für ein neu­es Ermitt­ler­duo, aber die Sperr­frist rück­te bestän­dig näher und ich woll­te ein­fach ein­mal ein Buch zum rich­ti­gen Zeit­punkt rezen­sie­ren und nicht immer Mona­te nach allen ande­ren.

Also fing ich an. Man stürzt sich also recht schnell in den Cold Case und lernt den Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar Haver­korn ken­nen, der die­sen alten Fall noch immer nicht gelöst hat und des­sen Water­loo nun schon 18 Jah­re alt ist.

Auf der ande­ren Sei­te ist da die jun­ge Poli­zis­tin Fri­da Paul­sen, die mit Haver­korn und dem alten Fall eine Ver­bin­dung hat. Aus­ge­rech­net sie war eine der Zeu­gin­nen für die­sen Fall. Die­se bei­den tref­fen nun nach 18 Jah­ren auf­ein­an­der, weil Fri­das Vater hin­ter­rücks nie­der­ge­schla­gen wur­de. Des­we­gen kommt Fri­da nun auch wie­der nach­hau­se, um ihrer Mut­ter auf dem Hof zu hel­fen.

Dass bei die­ser Kon­stel­la­ti­on auch in dem alten Fall eini­ges wie­der auf­ge­wor­fen wird, ist klar, da die­se Per­so­nen­kon­stel­la­ti­on etli­che Jah­re nicht mehr zustan­de kam. Fri­da selbst war auch etli­che Jah­re nicht mehr zuhau­se und nun holen sie die Emp­fin­dun­gen für ihren Jugend­freund Jesper wie­der ein. Sie selbst denkt ja, sie wis­se wer der Mör­der ihrer Freun­din Marit ist, aber auch Jesper hat Geheim­nis­se.

Auf der ande­ren Sei­te steht Haver­korn und will irgend­wie die­sen alten Fall lösen. Er ahnt, dass sei­ne neue Kol­le­gin ihm etwas ver­heim­licht – und das schon seit fast 20 Jah­ren.

Es beinhal­tet also sehr viel Kon­flikt­po­ten­zi­al unter­ein­an­der. Kei­ner traut dem ande­ren und dann gibt es ja auch noch die­se Krie­ge zwi­schen ein­hei­mi­schen Land­wir­ten und einem neu­zu­ge­zo­ge­nen Land­wirt, der alles lang­sam auf­kauft.

Ich könn­te nun noch stun­den­lang schrei­ben und erzäh­len, was alles pas­siert, wo klei­ne Fall­stri­cke ver­steckt sind, wie oft mich die Autorin auf die fal­sche Fähr­te gesetzt hat, und es von Sei­te zu Sei­te die­ses Buch es geschafft hat, mich wie­der mit der Lese­lust zu infi­zie­ren.  Aber das soll­te jeder sel­ber erle­ben.

Man will ein­fach wis­sen, was damals von 18 Jah­ren war und man will wis­sen, wer den nun Fri­das Vater nie­der­ge­schla­gen hat, und war­um Paul­sens Hof in der Geschich­te immer wie­der Dreh- und Angel­punkt ist.

Es ist ein­fach so, dass man Fri­da und Haver­korn sehr schnell ins Herz schließt, da man sich mit den bei­den sehr gut iden­ti­fi­zie­ren kann. Man hat auch das Gefühl, dass deren Fami­li­en genau so nor­mal sind, wie die eige­nen Nach­barn gegen­über. Und auch ich glau­be fest dar­an, jeder von uns hat eine mehr oder weni­ger dunk­le Sei­te.

Für mich war dies ein Buch, wel­ches mei­ne Lust auf Bücher wie­der voll­stän­dig ent­facht hat. Gute Cha­rak­te­re, schö­ne Umge­bung, eine Sto­ry, die mich mit­ge­ris­sen hat und wo man ein­fach hofft, dass die­se bei­den, Haver­korn und Fri­da Paul­sen, ein gutes Ermitt­ler­team wer­den. Bei­de sind so unkon­ven­tio­nell und drü­cken auch mal ein Auge zu und schät­zen sich als Men­schen.

Aber auch, dass man mich nicht nur ein­mal auf die fal­sche Fähr­te gesetzt hat, hat mir sehr gefal­len, und ich woll­te bis zur letz­ten Sei­te wis­sen, war­um und wie­so ist es nun so ist wie es ist. Mir bleibt nur die Hoff­nung übrig, dass es vie­len ande­ren genau so geht wie mir und sie die Autorin und ihre Ermitt­ler ins Herz schlie­ßen.

Ver­lag: Bas­tei Lüb­be

ISBN: 978–3-7857–2622-8