Weihnachten auf der Lindwurmfeste – Walter Moers

Weihnachten auf der Lindwurmfeste – Walter Moers

13. Dezember 2018 0 Von Markus

Inhalt:

Diese zamonische Weihnachtsgeschichte gehört unter jeden Christbaum!

Als Walter Moers den Briefwechsel zwischen Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchhaimer Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer sichtete, stieß er auf einen Brief, in dem der zamonische Autor ein Fest schildert, das Moers frappierend an unser Weihnachtsfest erinnert hat. Die Lindwürmer Zamoniens begehen es alljährlich und nennen es »Hamoulimepp«. Während dieser drei Feiertage steht die Lindwurmfeste ganz im Zeichen der beiden Figuren »Hamouli« und »Mepp«, die unserem Weihnachtsmann und dem Knecht Ruprecht verblüffend ähneln. Außerdem gehören zur Tradition Hamoulimeppwürmer, Hamoulimeppwurmzwerge, ungesundes Essen, ein Bücher-Räumaus, ein feuerloses Feuerwerk und vieles andere mehr. Laut Moers, kein Freund der Weihnachtsfeierei, gibt dieser Brief von Mythenmetz einen profunden Einblick in die Gebräuche einer beliebten zamonischen Daseinsform, der Lindwürmer. Nie war Weihnachten so zamonisch.

[affilinet_performance_ad size=728×90]

 Rezension:

Es ist ja nun kurz vor Weihnachten und die Weihnachtsbücher stapeln sich wieder in den Buchhandlungen und man muss ja nicht jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte wie immer erleben. Schauen wir doch mal über unsere Grenzen in das Land Zamonien, in das uns der allseits bekannte Autor Walter Moers als Übersetzer der zamonischen Sprache mitnimmt. Walter Moers hat den Briefwechsel von Hildegund von Mythenmetz und des Buchhaimer Edeeten Hachmed Ben Kibitzer übersetzt und wie wichtig Briefe zum Verständnis der Zeit oder des Landes sind, ist jedem klar, der weiß wie wichtig z.B. die Briefe der Gebrüder Grimm waren.

Man lernt in den Briefen sehr viel über das Zusammenleben auf der Lindwurmfeste, über die Künste und Probleme, die man als Lindwurm hat. Ebenso wird über die die Geschmäcker der Lindwürmer berichtet Selbst über die Architektur lernt man nebenbei einiges. Neben dies allem erfährt man auch vom Hamoulimepp, einem Fest, welches unserem deutschen Weihnachten in einigen Punkten sehr ähnlich ist.

Der Musik ist in Zamonien nicht so ein breites Feld eingeräumt worden wie bei uns, was aber auch an den wohl eher bescheidenen Musikinstrumenten liegt. Ich gehe auch davon aus, dass die Trilobitensuppe nicht gerade etwas ist, was mir schmecken würde. Aber andere Länder – andere Kulturen, andere Sitten und Gebräuche.

Man sollte offen mit der zamonischen Kultur umgehen und diese nicht verteufeln. Es werden nämlich auch einige Probleme aufgezeigt, welche auch unser Weihnachten immer wieder aufweist, weswegen in unser Weihnachten mittlerweile auch Wichtel in die Geschichte mit eingeflochten wurden. Deren Rolle übernehmen in der zamonischen Weihnachtsgeschichte die Hamoulimeppwurmzwerge.

Es gibt viele Parallelen zwischen der zamonischen Weihnachtsgeschichte und unserer, weswegen wir wahrscheinlich genauso viele Weihnachtshasser haben, wie es in Zamonien es Hamoulimepphasser geben dürfte. Aber so ganz darauf verzichten möchten beide Kulturen nicht, egal wie sehr man nach negativen Punkten sucht.

Wichtig zum Verständnis des Briefwechsels sind natürlich auch die taxonomischen Tafeln, welche von Lydia Rode ausgearbeitet wurden und somit aus den Briefen ein gelungenes Standardwerk zum Hamoulimepp gemacht haben.

Für mich war es ein Buch voller gelungener Seitenhiebe auf unser Weihnachtsfest, was vielleicht manche Dinge nicht so ernst erscheinen lässt. Aber auf Weihnachten zu verzichten? Nein, denn auch Hildegunst von Mythenmetz verfällt, genauso wie ich gerne in Weihnachtssentimentalität, eben auch in Hamoulimeppsentimentalität. Wir alle genießen doch die Zeit mit unseren Lieben, die Gespräche und das Essen. Dies ist, glaube ich, auch das wichtigste – egal ob bei Hamoulimepp oder an Weihnachten.

Verlag: Penguin Verlag

ISBN: 978-3-328-60071-8