Zwei Sekunden – Christian v. Ditfurth

Zwei Sekunden – Christian v. Ditfurth

8. August 2016 0 Von Markus

Inhalt :

es nicht. Ver­fas­sungs­schutz, Bun­des­kri­mi­nal­amt und Ber­li­ner Poli­zei tap­pen im Dun­keln. ÖffentTer­ror­an­schlag beim Staats­be­such in Ber­lin. Nur um zwei Sekun­den ver­passt die Bom­be die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin und den rus­si­schen Prä­si­den­ten. Die Rus­sen behaup­ten, dass tsche­tsche­ni­sche Ter­ro­ris­ten hin­ter dem Anschlag ste­cken – doch eine Beken­ner­bot­schaft gibt lich­keit und Poli­tik for­dern Ergeb­nis­se. Der Druck wächst. Wider­wil­lig akzep­tiert das BKA, dass Haupt­kom­mis­sar Eugen de Bodt eige­ne Ermitt­lun­gen anstellt. Vor allem in höhe­ren Poli­zei­krei­sen ist de Bodt unbe­liebt bis ver­hasst. Doch will sich nie­mand nach­sa­gen las­sen, nicht alles unter­nom­men zu haben. De Bodt und sei­ne Mit­ar­bei­ter suchen ver­zwei­felt eine Spur zu den Tätern. Aber erst, als er alle Gewiss­hei­ten in Fra­ge stellt, bekommt de Bodt eine Idee, wer die Draht­zie­her sein könn­ten. Doch um sie zu ent­lar­ven, muss er mehr ein­set­zen, als ihm lieb ist: das eige­ne Leben.

Zwei Sekun­den, Kom­mis­sar de Bodts zwei­ter Fall, ist ein sehr heu­ti­ger Thril­ler über Ter­ror und Staats­rä­son.

Rezen­si­on :

Nun sit­ze ich hier und habe ein gro­ßes Pro­blem, wer mich kennt, weiß ja dass ich die Bücher von Chris­ti­an von Dit­furth sehr mag – um es mal so aus­zu­drü­cken.

Dies macht dann das Rezen­si­on schrei­ben aber auch schwie­rig, da man den­ken könn­te ich bege­be mich ein­fach mal so zu Lobes­hy­men hin.

Aber mal lang­sam, man stel­le sich mal vor, der rus­si­sche Prä­si­dent sitzt mit unse­rer Bun­des­kanz­le­rin in einer Limou­si­ne und auf der Fahrt vom Flug­zeug zum Ver­hand­lungs­ort geht eine Bom­be hin­ter ihnen hoch und das in der heu­ti­gen Zeit, da kommt man natür­lich auf die Idee es könn­te die IS oder die Ukrai­ner sein – um nur zwei zu nen­nen.

Unse­re Kanz­le­rin und der Prä­si­dent von Russ­land haben sicher­lich momen­tan genug Fein­de, dem­entspre­chend wird auch ermit­telt. Zum einen gibt es da die Task Force mit dem Kom­mis­sar Krü­ger als mehr oder weni­ger ver­ant­wort­li­chen Lei­ter und der ist ja in die Kom­mis­sa­rin Sal­lin­ger ver­liebt, die ja mit Yuss­uf und de Bodt die ande­re Grup­pe bil­det, die in die­sem Fall ermit­telt.

Dadurch, dass der rus­si­sche Prä­si­dent ja auch fast Opfer des Anschlags gewor­den ist, ermit­teln natür­lich die­se auch mit. Die Ermitt­lung zusam­men mit dem Kol­le­gen de Bodt ist nun wirk­lich nicht ein­fach, da de Bodt ja wie soll ich sagen recht eigen ist. Wobei er auch nicht unkol­le­gi­al ist, wenn man offen und ehr­lich mit ihm umgeht.

Dann gibt es da noch die Kri­mi­nel­len in der Geschich­te, die natür­lich auch ihre Spio­ne in der Poli­zei und im Kanz­ler­amt haben, so dass sie immer wie­der über das Gesche­hen und die Ermitt­lungs­an­sät­ze infor­miert sind.

Eigent­lich sind es also vie­le Hand­lungs­strän­ge die Chris­ti­an von Dit­furth in dem Thril­ler beleuch­tet. Da er aber immer, wenn ande­re Per­so­nen oder Grup­pen in dem Thril­ler vor­kom­men, ein ande­res Kapi­tel anfängt, wird zum einen ein gutes Tem­po in der Sto­ry erzeugt und zum ande­ren bleibt die Geschich­te immer über­sicht­lich.

Was mich teil­wei­se sehr ver­wun­dert hat, denn eigent­lich ist die Geschich­te doch sehr ver­wor­ren mit vie­len Ent­wick­lun­gen, die man so nicht unbe­dingt vor­her­sieht.

Das span­nen­de bei dem Thril­ler ist das man eigent­lich eine Ahnung hat, wer das alles ent­wor­fen hat, aber Herr Dit­furth will einem nicht unbe­dingt die Täter prä­sen­tie­ren, son­dern er will einem die Beweg­grün­de näher brin­gen.

Und nein, es sind nicht die Täter, die man als ers­tes unter Ver­dacht stellt. Er bringt einen wie­der beson­de­re poli­ti­sche Din­ge etwas näher mit denen ich mich sicher­lich nicht in den letz­ten Wochen und Mona­ten beschäf­tigt habe.

Also, kom­me ich jetzt mal zum Fazit. Es ist ein intel­li­gent geschrie­be­ner Thril­ler, der eini­ge Über­ra­schun­gen zu bie­ten hat. Und mag es nur die­se poli­ti­schen Win­kel­zü­ge sein oder die außer­ge­wöhn­li­chen Wege wel­che de Bodt nun mal anwen­det, so dass er selbst zur Ziel­schei­be der Ter­ro­ris­ten wird.

Die Art und Wei­se, wie der Autor ver­sucht einem die Rus­sen etwas näher zu brin­gen, kann irgend­wie dabei hel­fen bestimm­te Din­ge nun etwas bes­ser zu ver­ste­hen.

Ich sel­ber bin da nicht so sicher, ob man den Geheim­dienst der Rus­sen wirk­lich so sehen soll­te. Ander­seits kann ich mir das aber auch sehr gut vor­stel­len, dass es viel­leicht doch genau­so sein könn­te.

Ich fin­de es gut, wenn der Autor es schafft ein „hei­ßes“ Eisen anzu­fas­sen und es dabei dann noch dem Leser span­nend und infor­ma­tiv näher zu brin­gen. Nor­ma­ler­wei­se ist es ja so, dass die letz­ten 50 Sei­ten ein so hohes Tem­po haben, dass ich es nicht schaf­fe das Buch weg­zu­le­gen. Und ich kann sagen, mir ging es dies­mal bei den letz­ten 150 Sei­ten so. Ich stand vor der Wahl schla­fen zu gehen oder den Rest des Buches in einem bis zum Ende durch zu lesen.

Und dies bei einem Buch, bei dem man doch immer wie­der auch lernt, wel­che span­nen­den The­men und Hin­ter­grün­de die Poli­tik zu bie­ten hat. Ich freue mich auf den nächs­ten Thril­ler oder Kri­mi von Chris­ti­an von Dit­furth und es fin­det sich sicher­lich noch ein Platz in mei­nem doch gut gefüll­ten Bücher­re­gal.

Ver­lag: Carl‘s – Books

ISBN: 9783570585672

Zwei Sekunden – Christian v. Ditfurth

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