[Rezension] Verrückt – Sabine Fitzek

Inhalt:

Täter – oder Opfer: Wer glaubt einem Verrückten?

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Im 2. Teil der Medizin-Krimis um Kommissar Kammowski gerät ein Psychiatrie-Patient unter Mordverdacht

Nur ein Verrückter scheint für den Mord an der 14-jährigen Lena infrage zu kommen, deren Leiche man wie Schneewittchen aufgebahrt in einem Berliner Park gefunden hat.

Kommissar Kammowski von der Kripo Berlin übernimmt die Ermittlungen und kann nicht verhindern, dass der Sohn seiner Nachbarin unter Verdacht gerät: Der sensible Oliver war nicht nur mit Lena befreundet – er leidet unter einer schweren paranoiden Schizophrenie. Weil er jede Behandlung ablehnt und es bislang keinerlei Hinweise auf Eigen- oder Fremdgefährdung gab, musste Oliver nach mehreren Notfall-Aufnahmen wieder aus der Psychiatrie entlassen werden.

Als ein weiteres Mädchen aus Olivers Bekanntenkreis vermisst gemeldet wird, steht Kommissar Kammowski vor einer beunruhigenden Frage: Hat bei Oliver das System Psychiatrie versagt?

Rezension:

Nun bin ich wieder mal in der Psychiatrie gelandet – zusammen mit Oliver einem jungen Mann, der paranoiden Schizophrenie hat. Oliver ist mit der 14-Jährigen Lena befreundet und wohnt im selben Haus wie Kammowski, der gerade Besuch von seiner Tochter Charlotte hat. Sie will vielleicht in Berlin studieren, sich die Stadt ansehen und den Test an der Uni machen.

Kammowski ist gerade aus dem Urlaub gekommen und steht nun vor diesem komplexen Fall. Sehr schnell stellt er fest, dass er Lena, das tote Mädchen, schon mal gesehen hat. Ebenso schnell gerät Oliver, der Sohn einer Nachbarin, unter Verdacht, dieses Mädchen auf dem Gewissen zu haben.

Der Junge ist auch ein wenig komisch. Er glaubt, dass man überall abgehört wird, trägt eine Lichterkette um den Hals und sieht überall Teufel durch die Gegend laufen. Die Medikamente, die er schon einmal verschrieben bekam, nimmt er nicht mehr, wodurch die Psychosen immer stärker wurden.

Oliver entflieht recht schnell der Psychiatrie, in die sie ihn brachten, als sie ihn aufgefunden haben. Dies gelingt ihm später sogar im Maßregelvollzug.

Kammowski wird aber recht schnell klar, dass Oliver nicht der Mörder Lenas ist, spätestens als das zweite „entführte“ Mädchen wiederauftaucht und sagt, dass Oliver zwar komisch war, aber ihr nie etwas getan hat, sondern sie sogar ernst genommen hat. Sie brachte Oliver sogar dazu, dass er wieder die Medikamente nimmt.

Komme ich nun mal zum Fazit. Dass Buch ist interessant, vor allem, weil man einige Schwachstellen erkennt, die es auch heute noch in Psychiatrien gibt. Man kann auch schön sehen, dass man vor Menschen mit Psychosen keine Angst haben muss. Sie sind meistens sehr empfindsame Menschen, nur, wenn sie in ihren Psychosen Leben, dann ist es wirklich sehr schwierig.

Sabine Fitzek, führt einen mit viel Feingefühl durch den Dschungel der psychischen Erkrankungen und zeigt auf, wo die Probleme in unserem Gesundheitssystem sind und verpackt diese alles in einem wirklich spannenden Krimi.

Auch Kammowski wird mir immer sympathischer. Im ersten Band kam er etwas verstockt rüber, aber seine Kollegin, Freundin und seine Tochter locken ihn immer mehr aus seinem Schneckenhaus. Für mich ein Krimi, der nicht nur Krimi ist, sondern einem auch Psychosen etwas näherbringen. Ich bin mal gespannt, welche Erkrankungen sie vielleicht das nächste Mal thematisiert. Das Spektrum der Krankheitsbilder ist ja noch groß und die Angst vor diesen Erkrankungen ist in der Bevölkerung doch sehr weit verbreitet. Vielleicht hilft diese Reihe ja auch beim Abbau der Vorurteile. Ich würde es mir für psychisch erkrankte Menschen nur wünschen.

Verlag: Knaur Verlag

ISBN: 978-3-426-52451-0

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