[Rezension] Mieses Spiel um schwarze Muscheln – Bernd Stelter

Inhalt:

Inspecteur Piet van Houvenkamp genießt die Ruhe beim Angeln, den einen oder anderen Hornhecht hat er schon erwischt. Aber der Angler neben ihm scheint noch mehr Glück zu haben. Er hat einen dicken Brocken am Haken! Leider stellt sich schnell heraus, dass es sich nicht um einen Fisch handelt, sondern um eine Leiche. Es ist Jacobus Schouten, ein Muschelfischer, ertrunken, in einen Jutesack eingenäht. Das sieht nicht nach Selbstmord aus. Nein, das ist ganz klar Mord! Verdächtige gibt es sofort eine ganze Menge … Und leider auch Unterstützung, die Piet lieber gestern als heute los wäre: Denn auch die deutschen Camper von „De Grevelinge“ ermitteln wieder tüchtig mit!

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Rezension:

Also eines vorweg, wenn ich jedes Mal auf meinen Magen gehört hätte, wenn er gegrummelt hat oder ich, wenn ich das Verlangen nach einem Bier gehabt habe, mir etwas zu essen gemacht oder ein Bier aufgemacht hätte, ich hätte nun 20 Kilo mehr und wäre dem Alkoholismus nahe.

Also steige ich mal in den Camper und fahre nach „De Grevelinge“ zum Campen. Und was passiert beim Campen? Man findet einen Toten und dies beim Angeln. So passiert es zumindest dem Angelnachbarn von Piet van Houvenkamp. Schnell wird klar, dass der Tote Jacobus Schouten ist, ein Muschelfischer aus Yerseke, einem Ort in Holland, der berühmt für seine Muscheln ist.

Mit auf dem Steg ist natürlich einer der Camper-Clique von „de Grevelinge“ und so ist die Neugierde der fünf Pärchen geweckt. Babette folgt auch noch einem Foodblogger, Chester Bloomberg. Dieser ist sehr exzentrisch und hat seinen ganz eigenen Stil, aber er hat 1.4 Millionen Follower und er propagiert den Ausspruch „Essen ist Kultur“ und dem kann ich ja nur zustimmen. Wie er mit Babette aus der Camper-Clique und dem Mord in Verbindung steht, muss der nun hoffentlich neugierige Leser selber herausfinden…

Piet und seine Assistentin Annemieke machen sich schnell daran den Mord aufzuklären. Schnell stellen sie aber auch fest, dass sie eigentlich nicht zuständig für den Fall sind, aber leider erwartet der Kollege ein Kind und bittet Piet diese Ermittlungen zu übernehmen. Da Piet eigentlich ein gutmütiger Mensch ist, übernimmt er zusammen mit Annemieke die Aufklärung des Mords.

Da Piets Land Rover Baujahr 1968 in Reparatur ist, bekommt er einen neuen „Pussy Land Rover“ von seinem Freund und Mechaniker Matis. Von da an fährt er doch wesentlich mehr mit dem Auto, als sonst und lässt auch ungern Annemieke ans Steuer. Jedoch vermisst er seinen alten Land Rover, wenn man ihn darauf anspricht. Leider wird auch Matis umgebracht und dies noch bevor Piet die Chance hat die Autos zu tauschen.

Jetzt habe ich so viel geschrieben, was alles in dem Buch passiert und ein wenig versucht, die Personen vorzustellen. Ganz ehrlich, ich hatte ein wenig Angst diesen Krimi zu lesen, denn die Frage war, kann Bernd Stelter Krimis schreiben? Oder fällt man von einem Schenkelklopfer in den nächsten und man kann diesen Krimi nicht ernst nehmen?

Dass er mich daran erinnert hat, wie Muscheln schmecken und ich, wenn Corona vorbei ist, mir überlegen muss, ob und vor allem wann, ich Muscheln essen gehe., ist noch ein kleiner Nebeneffekt. Dies zeugt allerdings davon wie plastisch Herr Stelter die Figuren und Örtlichkeiten beschreibt.

Klar gibt es einige lustigen Szenen und man muss sich schon ein wenig den Bauch halten. Aber die Figuren die Bernd Stelter zeichnet sind liebenswert geworden, nicht albern. Ich denke, die Erklärungen rund um die Muschelzucht kommen der Realität sehr nahe. Auch das Leben der Fischer und das Leben in einem „Dorf“ ist schön beschrieben.

Der Krimi lässt sich gut lesen und ist logisch aufgebaut. Gut, man merkt das Bernd Stelter sein Hauptaugenmerk sonst nicht auf das Krimi schreiben legt, sondern dass er aus einem anderen Genre kommt. Aber er macht es mit viel Gefühl und ich denke, er hat auch viel recherchiert, um dies genau so zu schreiben. Wer einfach mal spannend unterhalten werden will und angenehme Menschen in seinen Lesesessel einladen möchte, der sollte in die wieder geöffnete Buchhandlung vor Ort gehen, mal kurz rein lesen und dann entscheiden, kaufe ich es oder kaufe ich es nicht. Ich war auf jeden Fall positiv überrascht. Vielleicht geht es ihnen ja genauso!

Verlag: Lübbe

ISBN: 978-3-7857-2678-5

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