Die Inseltierärztin

[Rezension] Die Inseltierärztin – Stephanie Petersen

Klappentext:

Mit Herz und Schnauze – Geschichten aus meiner Praxis

Schon als kleines Mädchen wollte Stephanie Petersen Tierärztin werden. Der Liebe wegen strandete sie auf Sylt – dort, wo andere Urlaub machen, führt sie seit fast 20 Jahren ihre eigene Praxis. In ihrem Alltag mit kleinen und größeren Tieren gleicht kein Tag dem anderen, und in all den Jahren hat Dr. Petersen viel erlebt; lustige Begegnungen mit Hunden und ihren Haltern, dramatische Rettungsaktionen und traurige Abschiede von langjährigen Weggefährten, all das vor der großartigen Kulisse der schönsten Insel Deutschlands. Diese Geschichten erzählt sie nun – mit Witz, Tempo, Feingefühl und vor allem einem großen Herz für Tiere.

Rezension:

Als ich die Anfrage zu diesem Buch bekommen habe, war mein Gedanke: Das Buch muss ich lesen! Nun muss man dazu sagen, ich komme ja aus Gießen und wir in Gießen haben eine „kleines“ Institut für Tiermedizin, sprich wir haben viele Menschen, die Tiermedizin studieren.

Und irgendwie musste ich beim Lesen dieses Buches oft an Chris, Uhl, Sabine oder meine Ex-Freundin Susi denken. Es sind besondere Menschen, die man einfach lieben muss. Selbst meine Schwester erinnert sich noch gut an diese Freunde.

Und dann bin ich gleich beim nächsten Grund, meine Schwester. Man könnte manchmal denken, meine Schwester sei eine Prinzessin, wenn sie im Business-Schick von der Arbeit kommt, aber weit gefehlt! Bei ihr Tier sein, ist dicht am Paradies, ob es nun Lotta die Labradordame ist, oder Kitty die Katze oder die Meerschweinchen, wo alles möglich gemacht wird, wenn sie krank sind, egal wie viel es kostet. Über ihre Pferde spreche ich lieber nicht. Da wird das Pferd nach Aschaffenburg oder nach Norddeutschland gefahren, da es dort die Fachkräfte gibt.

Gut ok, ich hätte ja gerne einen Hund, aber in meiner kleinen Wohnung ist da kein Platz für. Auch Katzen sollten meiner Meinung nach Freigang haben und das ist in der Stadt riskant, also habe ich vier Wellensittiche. Da ist auch die eine oder andere „Notfeder“ dabei. Da wurden Wellis eingesammelt, die kein Futter bekommen haben, oder komplett alleine waren. Jetzt haben sie ihr Zuhause bei mir. Sie sind zwar nicht handzahm (zumindest so lange die anderen sie sehen können), aber sie haben immer Freiflug, Gesellschaft, viel zu knabbern, und überall Möglichkeiten zu landen. Tiere liegen mir sehr am Herzen.

In diesem Buch gibt es viele Geschichten, wo man merkt wie wichtig Tiere für Menschen sind. Da geht es nicht nur um das Bezahlen der Rechnungen, sondern da sind viele Erlebnisse mit den Besitzern, und vor allem den Tieren.

Sie zeigt diese Durchsetzungsfähigkeit, die man als Tierärztin haben muss, wenn Menschen unvernünftig im Umgang mit ihrem Tier sind, und dieser Idealismus und Ideenreichtum. Es gibt immer wieder besondere Situationen, die einen anrühren.

Da werden Probleme aufgezeigt, die man als Tierhalter, oder auch als Landwirt hat, was die Tierhaltung betrifft. Und nein, die Autorin ist keine Vegetarierin, aber sie strebt eine bessere Tierhaltung mit mehr Platz an. Eine Haltung, die dem Leben des Tieres gerecht wird.

Und ja es ist etwas Besonderes, mit Tieren zu leben. Das ist ja auch der Grund, weswegen bei mir Wellensittiche eingezogen sind. Sie geben einem etwas Besonderes. Das gilt aber auch genauso für Kühe, Schweine und Hühner. Jedes Tier gibt einem etwas wieder.

Es ist schön, im Stall zu arbeiten, auch mal einen Stall auszumisten oder eine Kuh mit der Hand zu melken von einem Kälbchen oder Fohlen, welches im Stall steht, ganz zu schweigen. Es ist auch toll, wenn man weiß, woher die Milch kommt und richtig frische Milch schmeckt viel besser, als so eine billige H-Milch oder einfach Vollmilch. Milch von Kühen, die besser gehalten werden, schmeckt auch besser. Einfach mal auf dem städtischen Markt vorbeischauen oder beim Biomarkt aus der Gegend. Echte Rohmilch ist wegen der Bestimmungen ja sogar direkt vom Hof schwer zu bekommen, aber einfach die leckerste. Was das Fleisch betrifft, geht doch einfach mal zum Metzger aus dem Ort und nicht aus dem Supermarkt. Natürlich ist es teurer, aber der Metzger kann im Allgemeinen sagen, woher das Fleisch kommt, teilweise hat er es auch noch selbst geschlachtet.

Warum ich das schreibe? Weil ein Tierarzt auch für unser Fleisch zuständig ist. Er betreut die Tiere im Leben. Je regionaler wir essen, desto besser für die Tiere. Schon alleine wegen dem Transport zum Schlachthof bzw. örtlichen Metzger.

Ein ganz wichtiger Teil der Arbeit ist immer wieder das Gespräch mit dem Tierhalter. Vor allem bei älteren Menschen ist es wichtig, da diese manchmal niemanden wirklich zum Reden haben.

Ergreifend ist auch, wenn die Autorin erzählt, wie oft der Partner unter diesem Idealismus leiden muss. Aber auch wie wichtig ihre Kinder und Familie sind. Auch wenn man sich getrennt hat, hatte ich immer wieder das Gefühl, dass da kein Rosenkrieg herrscht, sondern ein vernünftiges Miteinander.

Dies scheint sich auch auf die Trakehnerzucht von ihr und ihrem Mann zu spiegeln. Die Wärme zu den verschiedenen Tieren zieht sich durch das ganze Buch.

Für mich ist es ein Buch, welches man lesen sollte, wenn man sich mal fragt, was kommt auf einen Tierarzt zu und was ist beim Umgang mit Tieren wichtig. Dabei ist es vollkommen egal, ob es auf Sylt oder sonst wo ist. Reich wird man damit meist nicht, aber es ist eine besondere Befriedigung, zumindest habe ich dies bei Vetmed Studenten immer wieder erlebt. Es sind besondere Menschen, die mit einer besonderen Herzlichkeit ausgestattet sind. Und es ist in der momentanen Zeit einfach auch mal wichtig, etwas Positives zu lesen, mit einer besonderen Energie und dies sollte man immer wieder machen, einfach um abzuschalten.

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